Das Frankenreich des Mittelalters In unsere Gegend kamen um das Jahr 600 n. Chr. Mönche aus Irland. Sie wollten das durch die Wirren der Zeit verwilderte Christentum im Frankenreich erneuern. Die uns wohl bekanntesten Missionare waren Columban, Gallus, Killian, Pirmin und Bonifatius. Bonifatius missionierte vorwiegend bei uns in der Gegend. Das von ihm gegründete Kloster Fulda wurde Mittelpunkt seiner Missionstätigkeit. 732 n. Chr. wurde Bonifatius zum Missions - Erzbischof für Germanien ernannt. Der Bischofsitz war Mainz. Ein Ereignis in der fränkischen Geschichte stellt der Staatsstreich Pippins im Jahr 751 dar. Die Merowingerdynastie wird entmachtet und dem karolingischen Hausmeier mit Unterstützung des Papstes die Königskrone verliehen. Er half in den Jahren 751 dem Papst in Rom gegen die anstürmenden Langobarden. Pippin übergab nach seinem Sieg das Gebiet von Rom und Ravenna dem Papst zum Geschenk. Durch diese Schenkung war somit der Kirchenstaat entstanden. Zur kirchlichen Macht kam die politische Macht, die sich bis heute gehalten hat.
Gesichert hat sich Pippin seine Herrschaft, indem er seine beiden Söhne, den 747 n. Chr. geborenen Karl und den vier Jahre jüngeren Karlmann, durch Papst Stephan II in Saint - Denis zu Königen salben ließ. Nach dem Tode von Pippin im Jahr 768 n. Chr. übernahmen beide Söhne die Herrschaft ihrer zugewiesenen Reichsteile an. Der plötzliche Tod Karlmanns im Jahr 771 n. Chr. hat den Ausbruch von Feindseligkeiten verhindert. Die fränkische Geschichte hat eine neue Richtung erfahren. Es kam bald zu Streitigkeiten mit den Langobarden. Beim Langobardenkönig befand sich Karlmanns Witwe mit ihren Kindern. Nach dem Sieg über die Langobarden krönte Karl sich selbst zum König der Langobarden. Er nahm eine Tochter des ehemaligen Langobardenkönigs zur Frau.
Als Schutzherr von Rom einigte sich Karl der Große mit dem Papst über die Regierung der christlichen Welt. Karl versprach dem Papst, sich mit der ganzen Kraft für die Ausbreitung des Christentums einzusetzen, der Papst wollte die königliche Gewalt anerkennen und unterstützen. Im Jahre 772 n. Chr. begann Karl der Große dann, auch die letzten noch heidnischen Stämme der Sachsen zu christianisieren. Hier kam es zu Aufständen, die von Widukind angeführt wurden, in deren Verlauf es 782 n. Chr. zu dem berüchtigten Strafgericht bei Verden an der Aller kam, an denen die Rädelsführer hingerichtet wurden. Widukind ließ sich 785 n. Chr. taufen. Die Christianisierung war im Jahre 804 n. Chr. endlich mit der zwangsweisen Aussiedlung von Sachsen in das Frankenreich abgeschlossen. Dies führte dazu, dass in unserer Gegend die Vermischung der verschiedenen Rassen immer weiterging.
In den Jahren 787 und 788 n. Chr. wurde das damalige Gebiet des Königreiches Bayern in das Frankenreich einverleibt.
Zum Schutz des Reiches schuf Karl so genannte " Marken ", die lange Zeit die Sicherung gewährleisteten. Die dort eingesetzten Markgrafen waren mit vielen Sonderrechten ausgestattet. Große Ländereien wurden als Grafschaften an verdiente Personen zum Lehen gegeben.
So hatte Karl in nur 30 Jahren ein Großreich geschaffen. Er hatte sein Erbe verdoppelt, die Grenzen gesichert. Das Christentum breitete sich aus, Bistümer und Klöster entstanden in allen Teilen des Reiches. Eine Hauptstadt gab es nicht. Im Reich verteilt gab es die " Pfalzen " (von lat. palatium = Palast). Dort hielt Karl der Große dann Hof. Bekannte Pfalzen waren Aachen, Worms, Ingelheim, Frankfurt. Die Kultur erlebte in unserem Raum so genannte Hochkonjunktur. Am Weihnachtstag des Jahres 800 n. Chr. krönte Papst Leo III König Karl zum Kaiser von Rom.
Das Reich Karls hatte wenig große Städte, dadurch war die Landbevölkerung in der Überzahl. Karl führte eine neue Art der Bodenbewirtschaftung ein, die Dreifelderwirtschaft - Sommerfrucht, Winterfrucht und Brachland. Leider entstand aber auch in dieser Zeit besonders unter den Bauern der Begriff der Hörigkeit.
Karl der Große starb am 28. Januar 814 n. Chr. im Alter von 72 Jahren und wurde noch am Todestag in der Aachener Pfalzkapelle bestattet. Sein Nachfolger war Ludwig der Fromme, der von 814 bis zum Jahre 840 n. Chr. regierte.