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Rheingönheims Weg durch die Zeiten - Teil 3 - Stift St. Goar
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Stift St. Goar
Mitte des 6. Jahrhunderts ließ sich ein Einsiedler mit Namen Goar hier am Rhein nieder. Der Priester stammte aus Aquitanien, dem zivilisierten Südwesten des fränkischen Reiches. Er baute mit Erlaubnis des Trierer Bischofs ein Kirchlein, missionierte und kümmerte sich um Reisende und Kranke. Es kommt zu Streitigkeiten mit dem Trierer Bischof Rusticus wegen dessen unmoralischem Lebenswandel. Goar stirbt im Jahre 611 n. Chr. Sein Grab wird schon kurze Zeit später verehrt. Abt Asver von Prüm ließ hier eine Stiftskirche bauen. Mit der Zeit fühlten sich die Grafen von Katzenellenbogen immer mehr als eigentliche Eigentümer des Stiftes und Ortes.
Um das Jahr 1200 n. Chr., als sich die Staufer und Welfen nach langen Jahren des Streits endlich aussöhnten und als Heinrich der Löwe und Friedrich Barbarossa das Reich regierten, zu jener Zeit stand das Stift St. Goar in seiner höchsten Blüte. Zwölf Stiftsherren und 7 Vikare übten von St. Goar Macht aus und hatten sehr viele Orte entlang des Rhein als zehntpflichtiges Lehen oder als totalen Besitz. In dieser Zeit war die Kirche sehr mächtig, man rüstete Kreuzzüge aus und es entstanden die Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner. Um das Jahr 1212 kam mit Friedrich II. der letzte Staufer an die Macht. Infolge langer Abwesenheit des Staufers in Italien entstanden in Deutschland die Begriffe Landesherren und Territorien. Hierdurch wurden auch wieder die einzelnen Abteien in ihrer Macht gestärkt und beeinflussten in immer stärkerem Maße die politischen Richtungen in unserer Gegend. Otto von Bayern wird im Jahre 1214 durch Friedrich II. mit der Pfalz belehnt. Seit dem Zeitpunkt ist sie in der Hand der Wittelsbacher.
Die Kultur fand sich überall auf dem Vormarsch. An den Höfen der Herrscher trugen fahrende Sänger ihr Liedgut vor. Unter Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach gewann langsam aber sicher das Nibelungenlied seine heutige Gestalt. In jener Zeit befand sich der Ritterstand auf dem Gipfel seiner Blüte, jedoch milderten sich die Sitten unter dem Einfluss der Kirche. Es bildete sich der Geburts- und Dienstadel und die Aufnahme in den Ritterstand war an bestimmte Bedingungen geknüpft.

Der Stift St. Goar verzeichnet in einer Urkunde im Jahre 1217 die zehntpflichtigen Grundstücke des Dorfes Geinheim.

24 Morgen Ackerland gegen Maudach (alte Landstraße)
13 Morgen Ackerland der Lehensleute Dietherich und Preco
35 Morgen Ackerland am "Begelgraben"
16 Morgen an den Sandhügeln
8 Morgen Ackerland am "Dannstadterweg"
7 Morgen am "Speyererweg "
32 Morgen Ackerland am "Mutterstadterweg"
64 Ackerland in der "Benngewann"
6 Morgen Ackerland in der "Kirchgasse"
12 Morgen in den "Leingruben"
6 Morgen Ackerland "in den Birken"

Viele der damals aufgeführten Gewann - Namen sind heute noch gebräuchlich, und daher ist es leicht festzustellen, in welcher Gegend die zehntpflichtigen Grundstücke lagen.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 28. November 2008 um 10:24 Uhr
 

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