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Rheingönheims Weg durch die Zeiten - Teil 2 - Rufiniana |
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Rufiniana Dieser Name galt bis nach dem zweiten Weltkrieg in allen wissenschaftlichen Arbeiten als Urname von Rheingönheim - als der Name des Kastells. Wissenschaft und Archäologie begannen dann den Namen anzuzweifeln. Heute ist man wieder mehr geneigt, dem Namen Rufiniana etwas mehr Gültigkeit zu gestatten. Der Geschichtsschreiber Ptolemäus erwähnte den Namen Rufiniana als eine römische Gründung zwischen Speyer und Worms. Der Name könnte dann später auf die Zollstation übergegangen sein. Vom Geschichtsschreiber Tacitus ( 55 bis 115 n. Chr. ) wissen wir, dass in den Jahren 69/70 die germanischen Stämme am Rhein den römischen Legionen viele Schwierigkeiten bereitet haben unter anderem auch dem Kastell Rufiniana. Wie schon erwähnt waren es der raue und sehr kriegerische Stamm der Vangionen aus der Gegend von Worms, die das Kastell Rufiniana eroberten und nieder brannten. Um einigermaßen Ruhe zu bekommen, wurde den Vangionen um 70 n. Chr. erlaubt, sich in der römischen Provinz " Germania superior " bis zum Ufer der Nahe auszudehnen. Der Fluss bildete damals die Grenze zwischen Vangionien und den bei uns ansässigen Nemetern. Diese beiden Völker vermischten sich durch Infiltration in den Rheingauen. Die Römer duldeten dies, solange sie in Ruhe gelassen wurden. Der Name Rufiniana, kann von dem Legaten Vibius Rufinus stammen. Sein Name taucht auf verschiedenen Unterlagen aus der Gründerzeit des Rheingönheimer Kastells auf. Von der Entstehungszeit her kann es als " frührömisches Bauwerk " gelten. Strategisch scheint unser Kastell von einer enormen Wichtigkeit gewesen zu sein, wovon erstens die Größe des Bauwerkes zeugt, aber auch die nachweislich doppelte Zahl an Soldaten als sonst üblich beherbergt wurde. Des Weiteren liegt Rufiniana an einem wichtigen Schnittpunkt von zwei römischen Heerstraßen, nämlich von Speyer nach Worms sowie die Legionsstraße von Neustadt nach Heidelberg. Auch liegt das Kastell an einem wichtigen Übergang über den Rhein auf die andere noch unbesetzte rechtsrheinische Seite. Das Kastell sollte als Nachschublager und Truppenunterkunft für die geplante Eroberung Germaniens dienen. Da die Römer es bei aller Anstrengung nicht schafften, die rechtsrheinische Seite ganz zu unterwerfen, dürfte unser Kastell - auch beim Bau des Limes - als Standort aufgegeben worden sein. Einen römischen Namen für unser Auxiliarlager (Wohnsiedlung der Hilfstruppen) haben wir dennoch nicht.
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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 28. November 2008 um 10:24 Uhr |