Geschichten und Geschichtliches über Rheingönheim und seine Bürger

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Rheingönheims Weg durch die Zeiten - Teil 5 - Oberamt Neustadt
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Rheingönheims Weg durch die Zeiten - Teil 5
Der Holländische Krieg 1672 bis 1679
Der Pfälzische Erbfolgekrieg 1688 bis 1697
Durch Vertrag an die Kurpfalz
Oberamt Neustadt
Die Oberschultheißerei Oggersheim
Der Spanische Erbfolgekrieg 1701 bis 1714
Der Polnische Erbfolgekrieg 1733 bis 1738
Österreichischer Erbfolgekrieg 1741 bis 1748
Der Siebenjährige Krieg 1756 bis 1763
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Oberamt Neustadt
Neustadt liegt am Rand des Pfälzer Waldes. Gegründet um das Jahr 1220 wahrscheinlich durch den Wittelsbacher Pfalzgrafen Ludwig I. war diese Stadt lange Zeit der bestimmende rechtliche und geistige Faktor in unserer Gegend. Im Jahr 1255 erscheint "Nuwenstat" als Mitglied des rheinischen Städtebundes. Rudolf von Habsburg hatte ihr im Jahr 1275 Stadtrechte verliehen. Neustadt hieß bis zum Jahr 1936 "Neustadt an der Haardt". Dann wurde es in "Neustadt an der Weinstraße" umbenannt.

Der ursprüngliche Machtbereich waren nur etwa 6 Dörfer im engeren Einzugsbereich. Diesen relativ kleinen Bereich benutzten die Pfalzgrafen zur Ausdehnung ihres Machtbereichs, der in der Bezeichnung Oberamt Neustadt/Oberschultheißerei Oggersheim in die geschichtlichen Annalen eingehen sollte. Für die pfalzgräfliche Territorialexpansion war es vor allen Dingen wichtig, einen Keil zwischen Worms und Speyer zu schieben. So kamen in kürzester Zeit Friesenheim, Oppau, Edigheim, Eppstein, Lambsheim, Dannstadt, Mutterstadt, Meckenheim und der Hemshof in den Machtbereich des Oberamtes Neustadt. Die mächtigste Verstärkung war der Erwerb von Oggersheim von den Grafen von Leiningen. Oggersheim wurde zur wichtigsten administrativen Untereinheit des Neustadter Amtes - zur Oberschultheißerei Oggersheim.

Durch einen Austauschvertrag mit den Wild - und Rheingrafen wurde Rheingönheim wie schon erwähnt im Jahre 1698 kurpfälzisch. Mit einem gleichen Vertrag gelangten auch Mundenheim und Maudach an die Kurpfalz.

Besondere Bedeutung gewann hierbei die Rehhütte, ein im Jahre 1588 von Kurfürst Johann Casimir erworbener Gebäudekomplex, der als Zollstätte an der Grenze zum Hochstift Speyer und als Kontrollpunkt an der Geleitstraße Worms - Speyer fungierte. Und so wurde der Entwicklung zweier Städte in ihrer Vereinigung der Höhepunkt weltlichen Strebens nach Macht gesetzt, zusammen mit Neustadt als Oberamt und mit Oggersheim als Oberschultheißerei.

Der Begriff des politisch - verwaltungsmäßigen Zusammenhanges mehrerer Gemeinden wird verständlicher, wenn man weiß, dass bis zur Schwelle des 19. Jahrhunderts der Ortsvorsteher einer Gemeinde Schultheiß hieß - er war eine Obrigkeits- und Respektsperson, gewählt oder von oben eingesetzt - die hauptsächlich als Richter, aber auch als Verwaltungsbeamter fungierte. Mehrere Orte konnten unter einem Oberschultheiß zu einem Verwaltungs - und Rechtsprechungsbezirk zusammengefasst werden. Am Vorabend der französischen Revolution umfasste das Oberamt Neustadt rund 50 Orte. Das Oberamt nahm in weiteren 70 Städten und Dörfer zwischen Landau und Worms kurpfälzische Rechte wahr. Das Oberamt Neustadt gehörte zu den Größten der etwa 20 Oberämter der Kurpfalz.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 28. November 2008 um 10:25 Uhr
 

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