Geschichten und Geschichtliches über Rheingönheim und seine Bürger

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Rheingönheimer Geschichtstagebuch - 1962
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Beiträge für das Rheingönheimer Geschichtstagebuch lieferten Zeitungen, Bücher und mündliche Angaben von Zeitzeugen. Es wurde bewußt die zu dieser Zeit übliche Ausdrucksweise und Rechtschreibung mit übernommen.
Sollten Sie feststellen, dass ein Beitrag fehlt, unvollständig oder falsch ist, nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.

Jan

Maul- und Klauenseuche ausgebrochen (02. Januar 1962)

Im Gehöft von Frau Maria Hammann, Von-Kiefern-Str. 21, ist unter den Schweinen die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Aus diesem Grunde wurde der Stadtteil Rheingönheim, Maudach, Mundenheim und Gartenstadt zum Sperrgebiet erklärt.

Ohne Führerschein (09. Januar 1962)

Ohne Führerschein fuhr ein 25 jähriger Mopedfahrer um die Mittagszeit auf dem Brückweg wo er stürzte und sich schwer verletzte. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

Sportnachrichten (09. Januar 1962)

"Arminia" Rheingönheim verlor 1:0 beim VfB Haßloch und ist am 16. Spieltag mit 5:27 Punkten Tabellenletzter in der Fußball A-Klasse Gruppe Mitte.
In der Hallenhandball Bezirksklasse Staffel III gewann der TV Rheingönheim gegen TV Lambrecht mit 6:5 und verlor im 2. Spiel 4:3 gegen die TSG Friesenheim. In der Staffel IV verlor die TG Rheingönheim im 1. Spiel 10:5 gegen ATB Heuchelheim und gewann das 2. Spiel gegen TV Kindenheim mit 11:9.

Neues Leben in der alte Rheinschule (10. Januar 1962)

Oberbürgermeister D. Klüber übergab bei der Eröffnungsfeier in Rheingönheim nach einjähriger Umbauzeit die 140 Jahre alte Rheinschule ihrer neuen Bestimmung als Mütterberatung, Kinderhort und Bücherei. Ausschließlich aus städtischen Steuermitteln, ganz ohne Anleihe, wurde der Umbau für 140 000 Mark bewerkstelligt.
Im Namen des Ortsbeirates und der Bevölkerung dankte Ortsvorsteher Kuhn der Stadt, die dem historischen Gebäude einen modernen, praktischen Nutzen geschaffen hat. 1821 wurde die Schule, die vermutlich die erste Schule in Rheingönheim war, auf Abbruch versteigert, anschließend jedoch renoviert, und so stand sie bis zum Jahr 1960 unverändert.
Bei den Umbauarbeiten traten zahlreiche altersbedingt Schäden zu tage. So mußten zahlreiche Fachwerkwände erneuert werden, etliche Türdurchbrüche hinzugefügt werden, sämtliche Fenster erneuert und die uralte Dampfheizung durch eine neue Heizungsanlage mit Warmwasser ersetzt werden. Auch außen erhielt der alte Bau ein neues, weißes Gewand und präsentiert sich mit einem kleinen Spielhof völlig verändert.
Der Mütterberatungsstelle kommt ein besondere Beachtung zu gute. Bis 1959 wurden in Rheingönheim 15 bis 25 regelmäßige Besucherinnen gezählt. Inzwischen ist die Zahl auf bis zu 50 Mütter gestiegen. Das sei nicht zuletzt auf die erhöhte Geburtenzahl in Rheingönheim zurückzuführen, die von 70 auf 130 Geburten pro Jahr anwuchs. Die Verantwortlichen der Beratungsstelle sind Schwester Auguste und Frau Dr. Guleke.
Der Tageshort für etwa 25 bis 30 Kinder im Alter zwischen 6 und 14 Jahren, deren Mütter einem Beruf nachgehen, wird am 15. Januar zum ersten Mal von den Stimmen der Kinder erfüllt werden. Renate Gebhardt leitet mit einer Mitarbeiterin den Tageshort.
Diplom-Bibliothekarin Elsbe Brost leitet die Zweigstelle der Stadtbibliothek Ludwigshafen in Rheingönheim und rechnet mit mehr als 250 Buchausleihungen täglich.

Neue Schüler in der Volksschule (16. Januar 1962)

Für das Schuljahr 1962 sind in Rheingönheim für die Simultanschule 27 Knaben und 28 Mädchen und für die Katholische Konfessionsschule 3 Knaben und 5 Mädchen neu angemeldet worden.

Neubau von Straßen (18. Januar 1962)

In Rheingönheim werden folgende Straßen neu gebaut: Friedensstraße von Hauptstraße bis Mühlweg; Almelstraße von Mühl- bis Brückweg; Brückweg von Haupt- bis Almelstraße; Abteistraße von Lindengang bis Hochfeldstraße; Pfalzstraße (Sackgasse); Uhlandstraße von Deich- bis Mühlaustraße.

Direkte Straßenbahnlinie nach Mannheim (18. Januar 1962)

Von Rheingönheim aus wird zukünftig eine Straßenbahnlinie über Mundenheim, Aktienbrauerei, Pfalzbau, Paradeplatz zu einem noch nicht festgelegten Vorort Mannheims führen.

Ins Schleudern geraten (25. Januar 1962)

Auf dem Hohen Weg geriet Mittags ein 19 jähriger Rollerfahrer ins Schleudern und stürzte. Er zog sich dabei so große Verletzungen zu, die im Krankenhaus behandelt werden mußten.
Am gleichen Tag fuhr ein 32 jähriger Mopedfahrer auf der Hauptstraße auf einen parkenden Laster auf und verletzte sich schwer.

Maul- und Klauenseuche erloschen (26. Januar 1962)

Die Maul- und Klauenseuche auf dem Gehöft von Frau Maria Hammann ist erloschen. Sämtliche Schutzmaßnahmen wurden aufgehoben.

Prunksitzung der KGK (29. Januar 1962)

"Eine Brücke von Mensch zu Mensch und von Herz zu Herz", das war das Motto der großen Prunksitzung der Rheingönheimer Karnevalsgesellschaft "Klotzgrumbeer", die am Wochenende in der bis auf den letzten Platz besetzten Halle des Turnvereins. entsprechend dem diesjährigen Hausorden in Form einer Sonnenuhr waren es nur heitere Stunden, die Präsident Roland Ganzhorn mit seiner Narrengilde dem frohgemuten Rheingönheimer Narrenanhang servierte und in einem guten Fünf-Stunden-Programm durch die Bütt und über die Bühne ziehen ließ.

Heber Stichkampf für Rheingönheim (29. Januar 1962)

Die beiden punktgleichen Tabellenführer der Gewichtheber Oberliga Rheingönheim und Kaiserslautern standen sich in Grünstadt in stärkster Aufstellung zum Stichkampf gegenüber. Mit dem knappen Ergebnis von 4220:4210 Pfund entschied Rheingönheim den Kampf zu seinen Gunsten. Im Drücken führte Kaiserslautern, im Reißen holte Rheingönheim auf und stellte im Stoßen seinen Gesamtsieg sicher. Bester Heber war der Deutsche Meister Stohner mit 720 Pfund.

Sportnachrichten (29. Januar 1962)

In der Hallenhandball Bezirksklasse 3 gewann der TV Rheingönheim im ersten Spiel 8:2 gegen VT Frankenthal und im zweiten Spiel 5:4 gegen TSG Friesenheim. Das dritte Spiel verloren die Rheingönheimer 2:7 gegen SK Grethen.
Zum Rückrundenstart der Tischtennis A Klasse Vorderpfalz Nord verlor der TV Rheingönheim 7:1 gegen TTV Mutterstadt und 7:4 gegen Eintracht Ludwigshafen. Damit sind die Rheingönheimer nach 11 Spieltagen mit 5:17 Punkten Tabellenletzter.
In der Fußball A-Klasse Gruppe Mitte konnte die Arminia seine Lage ein wenig bessern. Beim Lokaltreffen in Rheingönheim behielten die Arminia gegen Waldsee mit 2:1 die Oberhand. Den Führungstreffer der Gäste konnte noch vor der Halbzeit Kronauer egalisieren. In der zweiten Hälfte schoß Feth Rheingönheim Siegtreffer. Arminia steht damit am 19. Spieltag mit 11:27 Punkten auf dem drittletzten Tabellenplatz.

Feb

Generalversammlung beim TVR und MGV (01. Februar 1962)

Eine große Zahl interessierter Mitglieder hatten sich zur Generalversammlung des Turnverein Rheingönheim eingefunden. Vorsitzender Walter Hook begrüßte die Gäste und berichtete über die Arbeit des Vereines im vergangenen Jahr. Besonders wurde die baulichen Verbesserungen der Turnhalle und die Instandsetzung des Sportplatzes hervorgehoben. Oberturnwart Karl Schwäger konnte von guten Erfolgen berichten, welche die Turnabteilung auf vielen Turnfesten hatten. Als größtes vereinsinternes Ereignis bezeichnete er das Vereinsabturnen mit 234 aktiven Teilnehmern. Auch die Faustballabteilung konnte von einer guten Jahresarbeit berichten. Ebenso gab Handball-Leiter Hermann Hofmeister durch seine Ausführungen einen Einblick in die rege Breitenarbeit seiner Mannschaft, wie auch die guten Erfolge der Jugendmannschaften von intensiver Aufbauarbeit zeugten. Dem Kassenbericht von Walter Hamman folgte die Wahl der Vorstandschaft: 1. Vorsitzender ist Walter Hook, 2. Vorsitzender Karl Klamm, Schriftführer Otto Neumann, Kassierer Walter Hamman, Oberturnwart Karl Schwäger. Ein Antrag auf Beitragserhöhung wurde bewilligt.
Die Mitglieder des Männergesangverein 1865 Rheingönheim haben Chorleiter Hans Wolfgarten, dem Vizedirigenten Richard Hahn und der Vereinsführung bei der diesjährigen Generalversammlung abermals ihr Vertrauen geschenkt. Die Versammlung wählte wieder Ernst Baumann zum 1. und Ernst Hornberger zum 2. Vorsitzenden. Schriftführer wurde Hermann Bierig, Kassier Otto Scholl. Harmonisch wie der Verlauf der Versammlung ist auch das Verhältnis zu anderen Rheingönheimer Vereinen, bei deren Veranstaltungen die Sänger nur selten fehlten. Das zeigte sich nicht zuletzt bei der Siegerehrung für Gewichtheber Karl Stohner, dem rund die Hälfte des Chores in den Mannheimer Rosengarten gefolgt war, um ihn dort mit kräftigen Stimmen beim Rekordversuch zu unterstützen.

Kostümfest verlegt ( 10. Februar 1962)

Im Hinblick auf das schwere Grubenunglück in Völklingen (Saarland) mit 287 Toten hat die Klotzgrumbeer ihr Kostümfest vom 10.02. auf 17.02. verlegt.

Sportnachrichten (13. Februar 1962)

In der Fußball A-Klasse Gruppe Mitte holte sich Arminia Rheingönheim mit einem 1:1 bei Phönix Schifferstadt einen wertvollen Punkt und liegt nunmehr nach 21 Spielen mit 14:28 Punkten auf dem drittletzten Platz.
Im Hallenhandball Kreisklasse Ludwigshafen spielte im letzten Spiel dieser Saison der TV Rheingönheim 1b gegen TV Ruchheim 4:10 bzw. TV Hochdorch 1b gegen TV Rheingönheim 1b 6:6.
In der Tischtennis A-Klasse Vorderpfalz Nord unterlag Tabellenschlußlicht TV Rheingönheim bei der TSG Eisenberg mit 7:5.

Konzentration auf Sängerbundfest (14. Februar 1962)

In der Generalversammlung des Gesangverein Germania bezeichnete der erste Vorsitzende Eugen Hübner das "Geistliche Konzert" und die Teilnahme am IX. Internationalen Gesangswettbewerb in Arezzo in Italien als kulturelle Höhepunkte des Vereinslebens. In diesem Jahr sei das Hauptaugenmerk auf die Teilnahme am Deutschen Sängerbundfest in Essen im Juli zu richten, bei dem mit anderen Chören des Germania-Dirigenten Musikdirektor Salten ein Sonderkonzert veranstaltet wird. Dem Kassenbericht des Kassiers war zu entnehmen, daß die Finanzen in Ordnung sind. Der Mitgliederstand ist konstant. Der Dank der Mitglieder an die Vorstandschaft drückte sich in der geschlossenen Wiederwahl derselben aus.

Sozialrentner helfen Bergmannskinder (14. Februar 1962)

Die Ortsgruppe Rheingönheim des Reichsbundes für Kriegs- und Zivilbeschädigte, Sozialrentner und Hinterbliebenen führt alljährlich an Stelle einer eigenen Faschingsveranstaltung an heiteres Treffen ihrer Mitglieder durch. Von den rund 130 Mitgliedern waren alle diejenigen ins Gasthaus "Habereckl" gekommen, denen es die Gesundheit erlaubte, das Haus zu verlassen. Als der blinde Vorsitzende Willi Hix an die Hilfsbereitschaft appellierte, erhielt er sofort Beweise spontaner Mitgefühle mit den Hinterbliebenen des Grubenunglücks in Völklingen. Es wurde beschlossen, daß die Ortsgruppe zwei Kinder verunglückter Kumpels für vier Wochen bei Mitgliedern unterbringen wird, die selbst Hinterbliebenen von Arbeitsopfern sind. Dabei wurde berücksichtigt, daß Kinder am schnellsten Kontakt mit anderen Kindern bekommen. Um aber auch die anderen opferbereiten Mitglieder zum Zuge kommen zu lassen, wurde beschlossen, nicht nur den Erlös des Nachmittags mit Kaffee und Kuchen, sondern auch weitere Spenden den Opfern des Grubenunglückes zukommen zu lassen.

VdK Rheingönheim Jahreshauptversammlung (19. Februar 1962)

Die Ortsgruppe Rheingönheim des Verbandes der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands hatten seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung in die Gaststätte "Zum Hirsch" eingeladen. Vorsitzender Erich Werre unterstrich in seinem Jahresrückblick, daß der VdK sich auch im letzten Jahr um eine vielseitige Betreuung seiner Mitglieder bemühte und darüber hinaus Gelegenheit zu geselligen Zusammenkünften gab. Durch die Betreuung konnte eine Mehrleistung von 33 000 Mark eingenommen werden.
Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde Erich Werre einstimmig in das Amt des 1. Vorsitzenden wiedergewählt und zwar diesmal auf zwei Jahre. Dem Vorstand gehören weiterhin an: 2. Vorsitzender - Hans Held, Kassierer - Karl Schneider, Schriftführer - Hans Völker und die Revisoren August Schlenz und Willi Winkler.

Heber Pfalzmeister (19. Februar 1962)

Beim Entscheidungskampf um die Pfalzmeisterschaft im Mannschaftsgewichtsheben zeigte sich die Rheingönheimer Staffel in ausgezeichneter Verfassung und gewann ungefährdet, mit 4285:3945 Pfund, den Titel. Damit überboten sie ihre bisherige Bestleistung um rund 65 Pfund. Beim Wettkampf gewannen die Rheingönheimer alle drei Durchgänge, im Drücken mit 1345:1245 Pfund, im Reißen mit 1275:1270 Pfund und im Stoßen mit 1665:1430 Pfund. Bester Heber des Abends war der Deutsche Leichtgewichtsmeister Karl Stohner, der mit 725 Pfund nur 5 Pfund unter seinem eigenen deutschen Rekord blieb.

März

Arminia jetzt in Sicherheit (06. März 1962)

Am 24. Spieltag in der Fußball A-Klasse Mitte gewann die Arminia nicht erwartet mit 6:3 in Geinsheim. Die Rheingönheimer haben jetzt 18:30 Punkte und liegen auf dem 13. Tabellenplatz.

33 neue Wohnhäuser 1961 fertiggestellt (07. März)

Laut der neusten statistischen Erhebung wurden im Jahre 1961 33 Wohnhäuser in Rheingönheim fertiggestellt. Rheingönheim hat damit 5742 Einwohner.

Sportnachrichten (13. März 1962)

In der Handball Kreisliga Ludwigshafen verlor die 2. Mannschaft des TV Rheingönheim gegen die TSG Mutterstadt 8:7. Die B-Jugend verlor ebenso gegen die TSG Mutterstadt 11:7 und die C-Jugend verlor 3:13 gegen die TG Oggersheim.
In der A-Klasse Gruppe Mitte hatte die Arminia wenig Mühe gegen den Tabellenletzten Neustadt 1b mit 6:2 zu besiegen. Die Torschützen für die Arminia waren Stahl, Veth und Gronau.

Römerkastell beschäftigt erneut die Archäologen (14. März 1962)

An der Straße von Rheingönheim nach Altrip wird seit gestern wieder gebuddelt. Die Grabungen im vergangene August und die Untersuchungen, die gestern begonnen haben, stehen in unmittelbarem Zusammenhang, Grabungsleiter Dr. Otto Roller bemerkte dazu: " Nachdem wir im vergangen Jahr die Nordseite des Kastells untersucht haben, geht es uns jetzt um die Ostseite. Wenn wir mit Hilfe dieses Suchschnitts die Lage des Walles an dieser Stelle festgestellt haben, wollen wir eine Fläche von 200 bis 300 Quadratmeter freilegen. Dabei interessiert uns neben dem eigentlichen Wall das sogenannte Intervallum. Offengeblieben ist nach den Ergebnissen der Grabungen des vergangenen Jahres die Frage, welcher Art die Zugangsmöglichkeiten zum Kastellwallgewesen sind. Es müssen irgendwelche Aufgänge bestanden haben, die es ermöglichten, im Alarmfall schnell die Wälle zu besetzten."
Darüber hinaus verspricht man sich von den Untersuchungen des Intervallums, das in der Regel von den römischen Besatzungssoldaten als Abfallplatz benutzt wurde, mancherlei aufschlußreiche Fundmöglichkeit. Schon die ersten Spartenstiche brachten gestern wieder zahlreiche Scherben zutage, sogenannte Terra sigillata, Nägel, Bruchstücke eines verzierten Tonschälchens, eine Scherbe mit dem gut erhaltenen Abbild eines springenden Tieres, das dem Hasen gleicht.
Die jetzigen Grabungen werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Darüber hinaus hat auch diesmal eine Reihe interessierter Stellen ihre Unterstützung nicht versagt, angefangen von dem Entgegenkommen des Grundstückeigentümers, über Stadtmuseum und andere städtische Stellen, die für den Grabungstrupp aus Gefangenen aus der Haftanstalt in Frankenthal, eine Baubaracke auf dem Platz neben dem Baggerweiher aufstellen ließen, bis zur benachbarten Firma Giulini. Bis zum 13. April sollen die Grabungen an dieser Stelle beendet sein.

Rheingönheim wird in besseres Licht gesetzt (15. März 1962)

Auf einer weitere Aufstellung von Gaslaternen wird in Zukunft in Rheingönheim verzichtet. Die alten Laternen sollen zukünftig gegen elektrische Lampen ausgetauscht werden.

Straßenbahnlinie nach Mannheim kommt (17. März 1962)

Möglicherweise bereits mit Einführung des Sommerfahrplanes 1962 wird zwischen Rheingönheim und Mannheim eine neue Straßenbahnlinie verkehren. Und zwar soll von Rheingönheim aus eine Direktverbindung in die Nachbarstadt geschaffen werden, so daß auch die Bewohner der südlichen Stadtteile in den Genuß des 40-Pfennig-Tarifs nach Mannheim kommen und nicht mehr umsteigen brauchen. Die zur Zeit bestehende Linie 11 von Rheingönheim nach Oggersheim soll vorerst erhalten bleiben.

Polio-Schluckimpfung (24. März 1962)
Säuglinge ab dem 6. Lebensjahr und Kleinkinder bis zum 3. Lebensjahr können am 03. bis 08. April in der Mütterberatsstelle geimpft werden.

Postleitzahlensystem eingeführt (27. März 1962)

Ab dem heutigen Tag gilt für Ludwigshafen und somit auch für den Stadtteil Rheingönheim das neu eingeführte Postleitzahlensystem. Ludwigshafen wurde die Nummer 6700 zugewiesen.

Gaumeisterschaften in Turnen (31. März 1962)

In der Turnhalle des TV Rheingönheim finden am Sontag die Meisterschaften im Geräteturnen des Rhein-Limburg-Gaues statt. Die Wettkämpfe beginnen ab 10:30 Uhr.

April

70. Geburtstag von Ortsvorsteher Kuhn (19. April 1962)

Gestern gab es in Rheingönheim viele Glückwünsche zum 70. Geburtstag des Ortsvorstehers Philipp Kuhn. Auch Oberbürgermeister Dr. Hans Klüber gehörte zu den Gratulanten. Philipp Kuhn der in seiner Wohnung, Friesenheimer Straße 44, die Glückwünsche entgegen nehmen konnte und sich sichtlich darüber freute, daß man nicht nur seine Arbeit für den Stadtteil Rheingönheim, sondern auch für seinen wohlgepflegten Garten Anerkennung zollte, ist gebürtiger Ludwigshafener und kam 1929 nach Rheingönheim. Als langjähriges Mitglied der SPD wurde er am 27. Juni 1956 in den Ludwigshafener Stadtrat gewählt, im Oktober 1957 zog er in den neugebildeten Ortsbeirat ein, wurde am 27. November 1957 Ortsvorsteher und seit Februar 1958 bekleidet er auch das Amt des Standesbeamten. Nach über 30jähriger Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter hatte sich Philipp Kuhn voll und ganz der Kommunalpolitik verschrieben, der er auch heute noch mit allen Kräften nachgeht.

Bauarbeiter stießen auf Gefäße aus der Römerzeit (27. April 1962)

Nur wenige Tage nach Abschluß der Grabungskampagne am Rheingönheimer Kastell ist ein Ludwigshafener bei privaten Grabungen auf einem Grundstück in Rheingönheim auf einige Gefäßscherben gestoßen. Museumsleiter Dr. Kurt Oberdorffer bezeichnete die von Restaurator Ludwig Nagel fachmännisch geborgenen Fundstücke als eine überaus wertvolle und aufschlußreiche Nachlese, welche die bisherige Vermutung bestätigen, daß sich das Römerkastell über die bekannt gewordenen Maße hinaus ausgedehnt habe. Dr. Oberdorffer erwähnt lobend das umsichtige Verhalten des Grundstückbesitzers Georg Falk, in dessen Garten Bauarbeiter bei der Ausführung eines kleineren Bauvorhabens auf eine Kulturschicht gestoßen waren.

Im PKW schwerverletzt eingeklemmt (30. April 1962)

In den frühen Morgenstunden des Samstags mußte die Polizei zwei Schwerverletzte, ein 18jähriger und eine 10jährige, auf der Straße nach Altrip, aus ihren schwer beschädigten PKW befreien. Die beiden waren von der Fahrbahn abgekommen und mit dem Wagen nacheinander gegen zwei Straßenbäume geschleudert worden. Sie wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Mai

"Arminen" wieder hoffnungsvoll für die Zukunft (22. Mai 1962)

Harmonisch und flott verlief die Generalversammlung des Fußballvereins "Arminia" Rheingönheim, in der erster Vorsitzender Ernst Bruch seine Freude Ausdruck gab, daß die "Armininen", in der Vorrunde auf dem absteigenden Ast, in der Rückrunde noch so viel Punkte einheimsen konnten, daß sie dem fünfzehnten Platz erreichten und vor dem Abstieg bewahrt wurden. Es hätten sich auch verschiedene Spieler neu angemeldet, die für die Zukunft einiges versprechen würden.
Spielausschußvorsitzender Heini Stahl wies darauf hin, daß die schlechte Lage der ersten Fußballmannschaft durch zahlreiche Abgänge, Krankheiten und Verletzungen hervorgerufen worden sei. Die Lage sei jedoch inzwischen wesentlich gebessert.
Wie weiter berichtet wurde, kann die "Arminia" mit 50 Jugendspielern auf einen guten Nachwuchs zurückblicken der sich in seinen Gruppenspielen nach vorn schob und bei einem Vorspiel im Südweststation sehr beachtet wurde. Es besteht die Hoffnung, daß im kommenden Jahr eine weitere Jugendmannschaft aufgestellt werden könne. Zufrieden war auch der Kassenbericht, der vor allem die Sparsamkeit der Aktiven im Punkt Fahrtspesen lobend erwähnte. Am geselligen Veranstaltungen fand nur ein Vereinsball statt, bei dem 23 Mitglieder für ihre 25jährige und drei für ihre 50jährige Mitgliedschaft mit den Vereinsehrennadeln ausgezeichnet wurden.
Die Wahl zur Vorstandschaft hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Walter Etter, 2. Vorsitzender Ernst Bruch, 1. Kassier Fritz Böckler, 2. Kassier Emil Schneider, 1. Schriftführer Heinz Neumann, 2. Schriftführer Hans Klein, Spielausschußvorsitzender Günter Butterfaß, Beisitzer im Spielausschuß Hans Neumann, Paul Piechazek, 1. Vorsitzender des Organisationsausschusses Richard Jeck, zugleich Pressewart, 2. Organisationsausschussvorsitzender Karl Scholl, Jugendleiter Jakob Gremm, Beisitzer im Jugendausschuß Schuster, Schauer, Westrich, Lippart, Hossefeld, Beisitzer im Verwaltungsrat Horlacher, Roos, Philipp II, Becker.

Sportler Hochzeit (25. Mai 1962)

Der zweimalige Deutsche Meister im Gewichtheben, Karl Ludwig Stohner (27 Jahre), wird heute vor dem Standesamt Ludwigshafen mit Ursula Geimer getraut. Die kirchliche Trauung findet um 11:30 Uhr in der Melanchthon-Kirche in Ludwigshafen statt.

TVR ehrte seine Treusten (28. Mai 1962)

Bei einem Ehrenabend konnte der Turnverein 1878 Rheingönheim in der vollbesetzten Turnhalle zahlreiche Gäste, darunter den Landtagsabgeordneten Schuster, Ortsvorsteher Philipp Kuhn, Stadtrat Karl Weckauf, Vertreter des Pfälzer Handballverbandes sowie die örtlichen Gesangvereine begrüßen.
Karl Weckauf ging in seiner Festrede auf die Geschichte des Sports ein und verfolgte sie von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. Höhepunkt des Abends, war die angekündigte Ehrung verdienter Mitglieder. So konnten Georg Braun, Jakob Brug, Emil Epting, Karl Frey und Adam See die goldene Ehrennadel für 50jährige Mitgliedschaft entgegennehmen. Nicht weniger als 89 Silbernadeln wurden für 25jährige Vereinszugehörigkeit verteilt. Die Ehrenurkunde in Gold für besondere verdienste innerhalb des Vereins erhielten Albert Knoll sowie Oberturnwart Karl Schwäger. Anschließend verlieh Otto Schönig vom Pfälzer Handballverband die silberne Ehrennadel des Sportbundes an Raimund Kallfisch. On diesem Zusammenhang wurde auch Hans Stein, Jakob Hamann und Karl Heene für ihre langjährige Tätigkeit mit dem Ehrenbrief des Pfälzer Handballverbandes belohnt. Zum Schluß ehrte Edmund Bumb, der zweite Gauvorsitzende des Rhein-Limburg-Gaues im Pfälzer Turnerbund, Maria Flamuth, Luise Frey, Philippine Weiß sowie Karl Klamm für ihre vedienstvolle Mitarbeit mit der Ehrennadel des Deutschen Turnerbundes.
Zur Gestaltung des Abends trugen die Akrobatengruppe von August Schwind, sowie weitere Turnergruppen des TVR bei. Den musikalischen Ausgleich bildeten der Gesangverein "Germania" und der "Männergesangverein".

Juni

Erfolgreiches Chorkonzert (04. Juni 1962)

Der Name des Kammersängers Gustav Neidlinger vom Staatstheater Stuttgart stand auf dem Programm eines Chorkonzerts, das der Männergesangverein 1865 Rheingönheim in der Turnhalle der TG "Frei Heil" veranstaltete. Aber Neidlinger sagte kurzfristig ab, für ihn konnte sozusagen in letzter Minute Willibald Vohla vom Mannheimer Nationaltheater verpflichtet werden. Am Flügel wurde dieser von Kapellmeister Hans Klugmann begleitet.
Unter der umsichtigen Leitung von Hans Wolfgarten steuerte der Männergesangverein Chorsätze von Anton Bruckner, Franz Schubert, Friedrich Silcher und Paul Zoll bei. Das der Gesangverein sauber und rein sang, war nicht so sehr erstaunlich, daß aber aus einem Guß, aus einer gemeinsamen Gesinnung musiziert wird, daß war das beglückende Hör-Erlebnis des Abends.

Ablösespiel für Habermehl (08. Juni 1962)

Am Pfingstsamstag um 17:30 Uhr tragen die Fußballmannschaften des FSV Schifferstadt und der Arminia Rheingönheim auf dem Arminia-Sportplatz ein Ablösespiel für den Rheingönheimer Spieler Habermehl aus. Das Training der aktiven Mannschaft hat der ehemalige Spieler der Ersten Mannschaft Albert Kelchner, lange Zeit Trainer bei Palatia Böhl, übernommen.

Geänderte Nahverkehrslinien (15. Juni 1962)

Am dem Sommerfahrplan, der am 18. Juni beginnt, verkehrt die Linie 5 jetzt täglich auf der Strecke Rheingönheim, Mundenheim, Saarlandstraße, Bleichstraße, Berliner Straße, Kaiser-Wilhelm-Straße, Pfalzbau, Hbf. Mannheim, Wasserturm, Paradeplatz, Kurpfalzbrücke, Mittelstraße, Elektrizitäts-Werk.
Die Omnibuslinie "Zum weißen Häusel" erhält die Linienbezeichnung E.

40 Jahre Naturfreunde Rheingönheim (18. Juni 1962)

Die 40-Jahrfeier des Touristenvereins "Die Naturfreunde", Ortsgruppe Rheingönheim, war eine Veranstaltung, wie man sie sich gelungener kaum wünschen konnte. keine Feier mit langen Reden, aber mit Sang und Klang, mit Musik, Tanz und Spiel. Das offizielle Programm bestand aus einem Prolog, der Begrüßungsansprache des zweiten Vorsitzenden Michael Helf und der Ehrung der drei Gründungsmitglieder Artur Leidel, Jakob Kurz und Ludwig Fontius, die vor 40 Jahren die Ortsgruppe mit gründeten. Ein Grußwort rief Landesleiter Robert Laub der vor einigen Wochen verstorbenen Frau weigel nach, die ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern gehörte. die silberne Ehrennadel und eine Ehrenurkunde wurde den drei langjährigen Mitgliedern als Anerkennung ihrer Treue überreicht. Eine unerwartete Ehrung schloß sich an. Sie bestand in einem Blumengebinde, das dem Landesleiter von der Ortsgruppe überreicht wurde, Robert Laub gehörte nämlich auch zu den "40jährigen".

Aufgefahren (23. Juni 1962)

Gegen 19 Uhr fuhr auf der Bezirksstraße von Altrip nach Rheingönheim ein 27jähriger Rollerfahrer an der Zufahrt zum "Weißen Häusel" auf ein parkendes Auto auf. Der Rollerfahrer trug schwere Verletzungen davon. Sein Führerschein ist von der Polizei vorsorglich einbehalten worden.

Christ im Straßenverkehr (28. Juni 1962)

So lautet das Thema eines Vortrags, den FDP-Stadtrat Karl Weckauf heute um 20 Uhr vor dem evangelischen Männerkreis Rheingönheim hält.

Juli

Ziemlich dreist (04. Juli 1962)

Unbekannte Diebe montierten nachts von einem PKW in Rheingönheim das Vorderrad ab und verschwanden damit.

Ortsbeirat mußte Straßenumbenennungen zustimmen (07. Juli 1962)

In Rheingönheim unterbereitete Dr. Karl Moll, Leiter des Statistischen Amtes, die Vorschläge der Stadtverwaltung dem Ortsbeirat Rheingönheim, die notwendigen Straßenumbenennungen. Danach soll der "alte Bahnweg" der Mundenheim und Rheingönheim entlang der Gleisstrecke nach Neustadt verbindet, in Zukunft bis zum Umspannwerk Mundenheim den Namen "Wall Straße" tragen. Ab Umspannwerk bis Maudacher Straße bleibt es bei der alten Regelung. Die neue Straße, die im Zuge der Verlängerung der Friedensstraße durch die neue GAG-Siedlung entsteht, soll dem alten Gewann-Namen nach Kornackerstraße heißen. Die Häuser um die alte Radrennbahn werden nummernmäßig der Ebertstraße zugeteilt. Ab der Ziegelei will man dem Willen des Ortsbeirats gemäß die Straße nach Altrip "Großwiesenstraße" benennen, nachdem der Name "Altriper Straße" schon belegt ist. Außerdem wurde der Begriff "Luitpoldplatz" gestrichen, weil der Platz nicht bebaut ist und es keine Luitpoldstraße in Rheingönheim gibt.

Straßenlaterne war härter (10. Juli 1962)

Gegen eine Straßenlaterne auf dem Hohen Weg in Rheingönheim prallte spät abends ein 42jähriger Mopedfahrer. Er verletzte sich dabei so schwer, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Die Polizei entnahm dem verletzten eine Blutprobe und behielt dem Führerschein ein.

Aus der Kurve getragen (11. Juli 1962)

In den Abendstunden wurde auf der Straße nach Altrip ein Auto, vermutlich in Folge zu hoher Geschwindigkeit, aus der Kurve getragen. Der Wagen überschlug sich und stieß gegen einen Baum. Hierbei erlitt der 26jährige Fahrer und zwei Insassen leichte Verletzungen. Der Sachschaden wird auf 1500 Mark geschätzt.

Auto überschlug sich (18. Juli 1962)

Auf einen Acker neben der Bezirksstraße von Rheingönheim nach Altrip endete die Fahrt einer 28jährigen Fahrerin, die etwa 200 Meter vor der Zufahrt zur Gaststätte "Weißes Häusel" gegen einen Begrenzungsstein stieß. Der Wagen überschlug sich und stürzte in das Ackergelände neben der Straße. Die Fahrerin kam mit leichten Verletzungen davon.

5 Mastschweine getötet (19. Juli 1962)

Auf dem Anwesen von Karl Gimmy wurde die Schweinepest festgestellt. Fünf Mastschweine mußten sofort in den Schlachthof gebracht und dort abgeschlachtet werden. Die gesetzlichen Schutzmaßnahmen wurden getroffen.

Keine städtische Brückenwaage mehr (21. Juli 1962)

Die städtische Brückenwaage in Rheingönheim ist seit November 1952 stillgelegt. Seit dieser Zeit wurde der öffentliche Wägebetrieb zeitweilig auf der privaten Brückenwaage einer Firma durchgeführt. Die Eichdirektion Rheinland-Pfalz stellte bei der Nacheichung dieser Brückenwaage verschiedene Mängel fest. Die Firma ließ sich auch nicht dazu bewegen, einen ihrer Bedienstete als amtlichen Wiegemeister vereidigen zu lassen. Auf Empfehlung des städtischen Landwirtschaftsausschusses und des Ortsvorstehers prüfte deshalb der städtische Haupt- und Finanzausschuß eingehend die Frage der Neuerrichtung einer städtischen Brückenwaage in Rheingönheim. Nach Berechnung wären für die Instandsetzung und den Einbau einer vorhandenen städtischen Waage rund 7000 Mark erforderlich. Die Eichgebühren und laufende Überholungskosten würden pro Jahr etwa 500 Mark ausmachen. Da eine Brückenwaage in Maudach und im Schlachthof zur Verfügung steht, beschloß der Ausschuß auf eine Neuerrichtung zu verzichten.

Unterführung der Bahngleise geplant (25. Juli 1962)

Zum Anfang nächsten Jahres will die Bundesbahn an Stelle des Übergangs von-Kieffer-Straße in Rheingönheim mit dem Bau einer Überführung beginnen. Des weiteren ist der Bau einer Bahnsteigunterführung für den Bahnhof vorgesehen.

"Germania" vom Sängerbundfest zurück (28. Juli 1962)

Zu einem eindrucksvollen Erlebnis wurde für die Sänger der "Germania" Rheingönheim die viertägige Fahrt zum Sängerbundfest nach Essen. Zusammen mit den gleichfalls unter der Leitung des Dirigenten Siegfried Salten stehenden Chören aus Haßloch und Bürstadt bestritt die Chorgemeinschaft am Samstagabend in der Grughalle in Essen vor einem aufgeschlossen Publikum ein Stundenkonzert, dem neben dem Präsidenten des Pf. Sängerbundes, Albert Hoffmann, und dem Bundeschorleiter, Theo Klan, auch der Komponist Ernst Scherer beiwohnte.
Obwohl die akustischen Saalverhältnisse nicht gerade günstig waren, hinterließ der 200 Mann Chor durch seine Natürlichkeit und Eleganz sowie seinen Einsatz einen starken Eindruck und konnte für die zehn vorgetragenen Chöre reichen Beifall von den 2000 Besuchern ernten.

Aug

Rheingönheim in Form (21. August 1962)

Eine technisch gute und spielerisch anständige Partie lieferten die Rheingönheimer Arminen dem ASV Limburgerhof. Bis in die zweite Halbzeit hinein wechselten sich die beiden spielstarken Mannschaften in der Spielführung ab, bis dann Schleimkocher, Veth und Schneider ihren Arminen-Angriff doch zu der besseren Durchschlagskraft verhalfen und dieses bedeutungsvolle Spitzenspiel der A-Klasse Gruppe Mitte mit 6:3 entschieden. Die Arminia steht damit am 2. Spieltag mit 4:0 Punkten ungeschlagen auf dem 2. Tabellenplatz hinter dem VfL Neuhofen.

Arminia jetzt allein in Front (28. August 1962)

In der A-Klasse Gruppe Mitte liegt die ruhmreiche Arminia Rheingönheim ohne Punktverlust an der Spitze, nachdem die stärksten Verfolger alle Punktverluste erlitten.
In einem überlegen geführten Spiel behielten die Rheingönheimer gegen Neidenfels mit 6:1 die Oberhand. Schneider, Jeck und Werner waren für die Arminien erfolgreich.

Sep

Gegen einen Baum (01. September 1962)

Vormittags fuhr auf der Neuhöfer Straße ein 28jähriger Mann mit dem Auto gegen einen Baum. Während er mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte, trug sein einjähriges Kind leichte Verletzungen davon.

ASV Waldsee löste Rheingönheim ab (04. September 1962)

In der A-Klasse Gruppe Mitte verlor die Arminia 4:1 gegen Neuhofen und wurde dadurch vom ASV Waldsee an der Tabellenspitze abgelöst.

Lehrgang für Motorboot-Führerschein (11. September 1962)

Am Mittwoch um 20 Uhr beginnt der Motorboot-Club Pfalz einen neuen Vorbereitungslehrgang für Motorbootführerscheine. Interessenten möchten sich bitte im Club-Haus am Kiefweiher melden.

Gewichtheber siegen (17. September 1962)

Die Rheingönheimer Gewichtheber siegen in der Oberliga Pfalz gegen Schifferstadt mit 4065 : 4005 Pfund. Bei Rheingönheim war der Deutsche Meister Stohner mit 670 Pfund der beste Heber. Rheingönheim belegt mit diesem Sieg den 3. Tabellenplatz.

TVR stellte neue Sportplatzanlage vor (19. September 1962)

Rund 200 Teilnehmer zählte der Turnverein Rheingönheim bei seinem diesjährigen Vereins-Abturnen, dem sich nach den morgendlichen Wettkämpfen in den verschiedenen Leichtathletikdisziplinen und im Geräteturnen in den Nachmittagsstunden ein Handballturnier der Alt-Herrenmannschaften anschloß. Gäste bei diesem Turnier waren Mannschaften aus Frankenthal, Waldsee und von der TG "Frei Heil".
Bei diesem Abturnen, dem sich als Zaungäste auch Karl Selinger vom Pfälzischen Handballverband sowie der Landtagsabgeordnete Ludwig Schuster zugesellten, konnte auch die neue Sportplatzanlage des Turnvereins einem größeren Zuschauerkreis vorgestellt werden. Diese Anlage, hinter der Turnhalle umschließt alle Möglichkeiten zur Durchführung des Sechs-Kampfes und läßt Dank guter Beleuchtung auch ein Training während der Abendstunden zu. In der neuen Sportanlage befinden sich Reck, Barren und ein Ringgerüst, sowie eine Rasenfläche für Bodenturnen und Pferdlängssprung. Die sonst üblichen Matten sind hier im Freien zweckmäßigerweise durch Sandkästen ersetzt.
Am Abend trafen sich die Mitglieder und Gäste, in ihren Reihen Raimund Kallfisch vom Pfälzer Turnerbund, zu einem gemütlichen Beisammensein mit Siegerehrung. Neben den zahlreichen Siegerurkunden konnte Vereinsvositzender Walter Hook bei dieser Gelegenheit an Monika Klamm aus der Jugendabteilung die Plakette "Sportlerin des Jahres" überreichen, die nicht nur nach der Zahl der sportlichen Erfolge, sondern auch nach der Regelmäßigkeit des Trainingsbesuchs verliehen wird. Der Wanderpreis für das Geräteturnen, der damit nach dem Kriege zum ersten mal wieder vergeben wurde, erhielt Werner Neumann als bester Geräteturner bei den Vereinsmeisterschaften. Aber noch weitere Ehrenpreise gab es an diesem Abend zu verteilen. Den Heinz-Glos-Gedächtnispreis im Tischtennis übergab Walter Hook an den aktiven Spieler Herbert Fiedler, während den Wanderpreis der B-Mannschaft als vereinsbester Jugendspieler Klaus Koch bekam.

Okt

Sportsplitter (02. Oktober 1962)

Im letzten Spiel der Handball Bezirksklasse Staffel I unterlag der TVR mit 10:9 gegen des VSK Niederfeld. Die Rheingönheimer bleiben aber als vorletzte am 18. Spieltag mit 8:28 Punkten in der Bezirksklasse.
In der Kreisklasse Staffel I unterlag der TVR 1b 14:15 gegen TG Oggersheim 1b und bleibt nach 14 Spieltagen mit 14:14 Punkten auf dem 4. Tabellenplatz.
In der Kreisklasse Staffel II unterlag die TG Rheingönheim 11:9 gegen die TUS Neuhofen. Die TG ist nach 17 Spielen Tabellenvorletzter mit 4:39 Punkten.
In der Fußball A-Klasse Gruppe Mitte unterlag die Arminia 2:0 gegen den SV Maudach und liegt nun nach 8 Spieltagen mit 11:5 Punkten auf dem 4. Tabellenplatz.

Verkehrswidrige Fußgänger (04. Oktober 1962)

Wie die Polizei mitteilt, mußte ein 28jähriger Mopedfahrer auf der Hauptstraße spätabends infolge des verkehrswidrigen Verhaltens zweier Fußgänger, die die Straße überquerten, sein Fahrzeug so stark abbremsen, daß er stürzte und sich dabei erhebliche Verletzungen zuzog. Die Einlieferung ins Krankenhaus war erforderlich.

Konzert in der Rheingönheimer Turnhalle (04. Oktober 1962)

Das Orchester der Volkshochschule hatte für sein Konzert in Rheingönheim ein ebenso wirkungsvolles wie eingängig musikalisches Programm zusammengestellt, daß man füglich größeren Zuspruch erwarten konnte. Zumal die Vorstände kulturell interessierter Vereine sich werbend für den "ersten Versuch" in der Turnhalle "Frei Heil" einsetzten, derartige Veranstaltungen auch in den Vororten der Großstadt heimisch werden zu lassen.
Die Spielfreude der Laienmusiker, die sich zu immer stärkerer musikalischer Einheit zusammenfinden und von August Schmelzer unermüdlich zu differenzierterem Orchestervortrag erzogen werden, imponierte gleich in der Ouvertüre zu "Iphigenie in Aulis" von Christoph Willibald Glück. Die ganze Skala der menschlichen Leidenschaft und die Welt heroischen Gefühls wurden in kräftigen Strichen und Farben nahegebracht. Es folgten weitere musikalische Meisterwerke. Mit der bekannten Sinfonie Nr. 104 D-Dur, Haydns gelöst, heiterem Meisterwerk, beendeten Schmelzer und seine Musiker den Abend ausdrucksvoll und ernteten herzlichen Beifall für die stimmungsreiche, dem fröhlichen Grundton und der oft stürmischen Frische der Tonschöpfung angepaßte Aufführung.

Nov

Fußgänger schwer verletzt (03. November 1962)

Auf der Kreuzung Hauptstraße / Hoher Weg geriet ein 45jähriger Mann in die Fahrbahn eines PKW. Er wurde erfaßt und so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte.

Guter Start von Rheingönheim (13. November 1962)

In den Auftaktspielen der Hallenhandballrunde der Bezirksklasse Staffel II gewann der TV Rheingönheim das 1. Spiel mit 4:13 beim TV Asselheim. Das 2. Spiel wurde mit 3:1 gegen die TG Waldsee gewonnen. Nur im 3. Spiel des Wochenendes mußten sich die Rheingönheimer mit 10:7 gegen den TV Lambsheim geschlagen geben.
Beim Start der Kreisklasse Staffel I Hallenrunde spielte die TG Rheingönheim 6:5 gegen den VSK Niederfeld, und 4:8 gegen die TSG Grünstadt.

Männerversammlung (15. November 1962)

Das protestantische Pfarramt Rheingönheim lädt alle evangelischen Männer zur Teilnahme an einer Versammlung am Freitagabend im Saale Karch ein. Pfarrer Wensch aus Lambrecht spricht über das Thema "Wie steht der Christ zum Streik".

Zusammenstoß (26. November 1962)

In den frühen Morgenstunden des Samstags stießen auf der Hauptstraße zwei Autos zusammen. Dabei trugen ein 50jähriger Fahrer und sein Mitfahrer, beide aus Waldsee, leichte Verletzungen davon. Der Sachschaden ist erheblich.

Rheingönheim will keine "alten Schlitten" (29. November 1962)

Rheingönheim steht im Verwaltungsentwurf für den Haushaltsplan des Rechnungsjahres 1963 mit einer Summe von knapp 1,9 Millionen Mark zu Buch. Weitere 5 Millionen Mark stehen für den Wohnungsbau der GAG für ganz Ludwigshafen zur Verfügung, "wobei ein großer Teil auch für Rheingönheim genutzt wird" so der Oberbürgermeister Dr. Hans Glüber gestern vor dem Ortsbeirat. Nicht zu finden ist ferner die Summe von 55 000 Mark, die für die Umwandlung des Rheingönheimer Wäldchen in einen Tierpark verwendet werden soll. Sie ist deswegen nicht aufgeführt, weil dieses Projekt noch aus den Mitteln des laufenden Etats finanziert werden soll. Angesichts des DM-Segens, den die Stadt im nächsten Jahr für Rheingönheim ausgeben will, konnten die Ortsbeiratsmitglieder ihr Zustimmung nicht versagen.
Etwa zwei Drittel der Gesamtsumme sind für Straßenbauprojekte vorgesehen. Genau sind es 1 324 200 Mark, von denen allein eine halbe Million für die Rampenanlage an der Eisenbahnüberführung Von-Kieffer-Straße vorgesehen sind. "Dabei handelt es sich um einen Ratenbetrag" so Stadtkämmerer Dr. Otto Stabel, insgesamt beläuft sich die Summe auf 2,8 Millionen Mark. 250 000 Mark sind für den Straßenbau im Wohngebiet westlich der Neuhöfer Straße, 200 000 Mark für den Ausbau der Hauptstraße von Carolistraße bist Ostgrenze, weitere 270 000 Mark für den Ausbau der Von-Kieffer-Straße von Bebauungsende bis zur Umgehungsstraße vorgesehen.
300 000 Mark will sich die Stadt im nächsten Jahr den Ausbau des Brückweggrabens zum Hauptsammelkanal einschließlich der Herstellung der notwendigen Kanalwerke und Restkanalisierung der Siedlungsgebiete "Gänsweide" und "Im Kappes" kosten lassen. Auch hier handelt es sich um einen Teilbetrag. Die Kosten des Gesamtprojektes werden auf 1,6 Millionen Mark veranschlagt. Unter den 183 000 Mark, die die Stadtwerke im Jahre 1963 für Rheingönheim ausgeben wollen, befindet sich ein Posten von 101 000 Mark, mit dessen Hilfe die elektrische Straßenbeleuchtung in Rheingönheim um 73 Brennstellen erweitert werden soll.
Wer jedoch glaubt, daß Ortsvorsteher Philipp Kuhn und seine sechs Ortsbeiratsmitglieder nach dem Finanzstrom aus dem Rathaus wunschlos glücklich seien, täuscht sich. Einen ganzen Katalog von Wünschen, Plänen, Anregungen und Empfehlungen schlugen die Rheingönheimer Stadtteilvertreter vor dem im Gemeindehaus anwesenden Spitzen der Stadt auf. Verkehrsprobleme standen im Vordergrund: Der dringende Ausbau der Umgehungsstraße und die Frage der Signalanlage am Gemeindehaus. So notwendig der Bau einer Toilettenanlage im Mozartpark auch sei, die veranschlagte Summe von 38 000 Mark schien zu hoch, zumal auch die Meinung vertreten wurde, daß der Park oft nicht genügend frequentiert werde. Nach dem Abstimmungsergebnis empfahl der Ortsbeirat dennoch den Bau.
Über die beiden Erbbaupläne, die Grünanlage Ecke König- und Edurad-Jost-Straße und den Platz an der Ecke Brückweg - Nachtweidstraße, Plätze, unter denen sich Löschteiche befinden, entschied sich der Ortsbeirat dahingehend, die Grünanlage zu erhalten und den andren Platz der Verwaltung zur Disposition zu stellen. Schließlich ging es noch um den Fußgängersteg am Bahnhof, der in Anbetracht der bevorstehenden Elektrifizierung zu niedrig ist und angehoben werden müßte. In der Diskussion stellte sich heraus, daß der Steg verschwinden soll. OB Dr. Klüber: "Es ist bedauerlich, daß diese Frage nicht seinerzeit im Stadtrat angeschnitten worden ist. Jetzt sind die Verträge unterzeichnet, und wir können nur noch auf dem Verhandlungsweg von der Bundesbahn die Erhaltung des Steges erbitten." Philipp Kuhn hatte angekündigt, daß die Rheingönheimer bei Abbruch des Steges keinen Umweg zum Bahnhof machen, sondern mit der Straßenbahn nach Mundenheim fahren würden.
Das Stichwort "Straßenbahn" gab Philipp Kuhn darüber hinaus Veranlassung, Klage über die nach Rheingönheim fahrenden "museumsreifen, alten Schlitten" zu führen. Er habe sich dieser halb bereits bei Oberverwaltungsrat i.R. Karl Mührlein und auch in Mannheim beschwert, leider vergeblich. Beiratsmitglied Arendt (CDU) hatte zuvor die Linienführung der Straßenbahn durch die Hauptverkehrsstraße in Rheingönheim, den Linksverkehr der Bahn, Fahrplanschwierigkeiten in Spitzenzeiten und damit zusammenhängende "Katastrophen" an der Endschleife in Mundenheim kritisiert.

Dez

in Arbeit ...

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Dezember 2009 um 11:12 Uhr
 

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