Geschichten und Geschichtliches über Rheingönheim und seine Bürger

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Rheingönheimer Geschichtstagebuch - 1961
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Beiträge für das Rheingönheimer Geschichtstagebuch lieferten Zeitungen, Bücher und mündliche Angaben von Zeitzeugen. Es wurde bewußt die zu dieser Zeit übliche Ausdrucksweise und Rechtschreibung mit übernommen.
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Jan

Wildwechsel über stark befahrene Straße (03. Januar 1961)

Die Unterwaldkurve zwischen Neuhofen und Rheingönheim ist im Begriff wieder zum "Gesprächsstoff" zu werden, doch nicht wegen Bauarbeiten sondern wegen eines Rehrudels, das von Neuhofener Gebiet über die belebte Durchgangsstraße in das Rheingönheimer Wäldchen wechselt. Diese Sehenswürdigkeit stellt gerade für die Autofahrer eine große Gefahrdar, auf die, wie es an anderen Orten üblich ist, mit Hinweisschildern aufmerksam gemacht werden müßte. Über die Zuständigkeit für die Aufstellung herrscht aber noch Unklarheit, weil die Rehe auf städtischem Gebiet wechseln und den Bereich des Straßenbauamtes Speyer verlassen. Ein Neuhofener Jagdhüter erklärte zu dem Rehwechsel, daß gerade im Winter diese Tiere sich zu größeren Gemeinschaften zusammenschließen, wahrscheinlich gehören dazu auch die fünf registrierten "Unterwaldrehe". Nachdem auf Rheingönheimer Gebiet die Futterquellen wesentlich ungünstiger sind, müssen die Tiere verscheucht worden sein.

Raiffeisenkasse in modernen Räumen (04. Januar 1961)

Nach einjähriger Bauzeit hat die Raiffeisenkasse eGmbH Rheingönheim ihre neuen Geschäftsräume bezogen. Damit fand der Übergangszustand, währenddessen der Geschäftsverkehr in einem Lagerschuppen abgewickelt wurde, sein Ende. Sowohl die Geschäftsführung als auch Personal und Kundschaft der Kasse sind froh, daß nunmehr die renovierten sowie um- und angebauten Räume ihrer Bestimmung übergeben wurden. Die Veränderungen sind schon von Außen ersichtlich, tritt aber bei der Innenausstattung noch deutlicher zu Tage.
Seit Gründung der Bank 1890 wurde jetzt erstmals ein direkter Zugang von der Straße geschaffen. Der Kunde gelangt zunächst in einen Flur, wo sich 50 Schließfächer befinden, denen er seine Kontoauszüge oder sonstige Mitteilungen entnehmen kann, ohne den Schalterraum betreten zu müssen. Dort wurde auch ein Nachttresor eingebaut. Im Kassenraum gibt es drei Schalter sowie einen Kinderschalter, die eine schnelle Abwicklung der Geschäfte ermöglichen; moderne Stühle und Tische erlauben ein bequemes Warten oder Erledigen von Schreibarbeiten der Kunden. Ein Geschäfts- und Beraterzimmer hinter dem Kassenraum gibt es jetzt auch. Im Keller des Gebäudes wurde eine moderne Gemeinschaftsgefrieranlage eingerichtet. Im Obergeschoß befindet sich noch ein geräumiges Archiv.
Die Kasse zählt heute 800 Mitglieder, darunter 70 landwirtschaftliche Betriebe. Die Bilanzsumme hat sich in den letzten zehn Jahren von 0,5 auf über 2 Millionen Mark erhöht, und auch beim Umsatz trat eine fast Vervierfachung von 4,8 auf mehr als 16 Millionen Mark ein.

Mopedfahrer schwer verletzt (06. Januar 1961)

Ein 28jähriger Mopedfahrer fuhr in der Eisenbahnstraße auf eine abgestellte Zugmaschiene. Er wurde schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Grenzen des Standesamtsbezirks aufgehoben (09. Januar 1961)

Die Bezirksregierung der Pfalz hat die bisherige Grenze zwischen den Standesamtbezirken Ludwigshafen, Maudach und Rheingönheim mit Wirkung vom 01.01.1961 aufgehoben.

Kanalnetz vedichtet sich (09. Janaur 1961)

Der Verdichtungsausschuß der Stadtverwaltung genehmigte die Arbeiten zum Einbau eines 255 Meter langen Betonrohrkanals in der Neuhöfer Straße (von der Turnerstraße bis ca. 30 Meter oberhalb der Kastellstraße) sowie eines etwa 130 Meter langen Betonrohrkanals gleicher Größe in dem "Hohen Weg" von der Bürgermeister-Horlacher-Straße bis unterhalb des Brückweggrabens.

Wildwest in Rheingönheim (13. Januar 1961)

Am Spätnachmittag des Mittwochs wurde in der Von-Kieffer-Straße, zwischen Bahnhof Rheingönheim und Schießhaus, eine 48jährige Frau von zwei 18 bis 19 Jahre alten Burschen angehalten. Während der eine die Frau aufforderte, ihr Geld herauszugeben, stand de zweite Schmiere. Plötzlich versetzte de Räuber der Frau eine Faustschlag in das Gesicht, um seine Aufforderung Nachdruck zu verleihen. Als sich in diesem Moment von der Schießhausstraße ein Auto näherte, flohen die jugendlichen Räuber, ohne ihr Vorhaben vollenden zu können. Sie konnten unerkannt entkommen.
Der Haupttäter wird wie folgt beschrieben: Etwa 18 bis 19 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß, helle Stimme (wie bei einem Kind), sprach Ludwigshafener Dialekt. Er hatte dunkle, wellige Haare, trug einen dreiviertellangen Mantel mit Gürtel zum Binden und um den Hals einen dunklen Schal. Von dem zweiten Täter konnte die Überfallene nur sagen, daß er mindestens 1,80 bis 1,85 Meter groß war und keinen Mantel trug.

Sühne für tödlichen Unfall auf dem Kiefweiher (13. Januar 1961)

Amtsgerichtsrat Ackermann bemühte sich in einer gründlichen Beweisführung die Schuldfrage zu klären, wobei eine ganze Anzahl von Augenzeugen gehört wurden, die den Unfall vom Strande aus beobachtet hatten. Der Angeklagte, ein Mann mit gutem Leumund, der vor Gericht einen guten Eindruck machte, unternahm keineswegs den Versuch, den Vorgang zu beschönigen. Er besaß seit zwei Jahren ein Motorboot mit 35-PS-Außenbordmotor, das ohne Wasserskiläufer eine Geschwindigkeit von 30 bis 32 km/h entwickelt, wie durch nachträgliche Testfahrten festgestellt worden war.
Der Beschuldigte war am fraglichen Tage nachmittags von Mutterstadt zum Kiefweiher gefahren und nahm dort seinen 16jährigen Schwager als Wasseskiläufer in Schlepp. Es war gegen 18:30 Uhr. Das Boot fuhr zunächst von der Anlegestelle am Westufer in Richtung zum Weißen Häusel, wobei es einem nach Süden schwimmenden Mann auswich. Auf der Rückfahrt geschah das Unglück. Gegen die tiefstehende, blendende Sonnen fahrend, gab es plötzlich einen Schlag am Bug, der Motor hob sich aus dem Wasser und heulte auf auf.
Wie die Beweisaufnahme ergab, war dies auch tatsächlich der Fall gewesen. Der 21jährige Jürgen, Sohn eines erst spät aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Arztes aus Mußbach, war nachmittags zusammen mit seinem 25jährigen Bruder Theo zum Fischen an den Kiefweiher gefahren. Während der ältere auf der dem Rhein nahen (Nord)-Seite angelte, war Jürgen von dort quer durch den Kiefweiher auf die andere Uferseite geschwommen. Plötzlich rief Theo seinem Bruder zu, daß er einen Fisch gefangen habe. Jürgen sprang darauf ins Wasser und kraulte zunächst 15 bis 20 Meter, legte sich dann, wie Augenzeugen genau beobachtet haben, auf den Rücken und schwamm in ruhigem Tempo weiter, wobei er die Arme abwechselnd langsam aus dem Wasser hob. In diesem Augenblick rauschte das Boot senkrecht zur Schwimmrichtung heran. Es kam zu dem von Zeugen am Stand befürchteten Zusammenstoß. Der Schwimmer versank in den Fluten und konnte trotz umfangreicher, anhaltender Bemühungen nicht geborgen werden. Erst nach fünf Tagen gab das Wasser den Leichnam frei.
In seinem Schlußwort bedauerte der Angeklagte die Tat aufs tiefste. Dieser Unfall habe einen schweren Schlag für ihn bedeutet. Während der Staatsanwalt zwei Monate Gefängnis mit Bewährung forderte, verlangte der Verteidiger Freispruch, auch wenn dieser in der Öffentlichkeit auf Unverständnis stoßen sollte. Der Vertreter des als Nebenkläger zugelassenen Vaters des Verunglückten wünschte eine Sühne, die keine Rache sein und die Existenz des Angeklagten nicht gefährden soll.
Nach kurzer Beratung erkannte das Gericht auf eine Geldstrafe von 2000 Mark anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten wegen eines Vergehens der fahrlässigen Tötung. Der Strafzweck sei damit erfüllt.

Ehrung treuer Wanderer (17. Januar 1961)

Die Ortsgruppe Rheingönheim des Pfälzerwald-Vereins, die 55 Jahre besteht, ehrte bei ihrer Jahresabschlußfeier bewährte Mitglieder, wobei Wanderwart, Erwin Keilbach für 30jährige Wandertätigkeit besonders ausgezeichnet wurde. Ferner wurde Frau Annel Hübner für 20jährige und Frau Heß für zehnjährige Zugehörigkeit eine besondere Ehrung zuteil. Insgesamt wurden 58 Wanderabzeichen sowie 7 Wanderstäbe verliehen; auch 12 Kinder erhielten das Wanderabzeichen, Günter Frey zusätzlich den Wanderstab. In seinem Jahresrückblick betonte Vorsitzender Eugen Hübner, daß das Wandern gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit Dienst an der Gesundheit sei und daher die beste und billigste Medizin für den menschlichen Körper.

Klare Führung der Rheingönheimer 1b (17. Januar 1961)

In der Fußball C-Klasse Ludwigshafen setzte sich der Tabellenführer Arminia Rheingönheim 1b am 16. Spieltag mit 2:0 durch und liegt mit klarem Abstand an der Spitze. Die 1 Mannschaft der Rheingönheimer unterlag im 17. Punktspiel der A-Klasse Gruppe Mitte 2:1 gegen Tabellenführer Waldsee und ist damit auf den 5. Tabellenplatz abgerutscht.

Mitgliederstamm wächst (19. Januar 1961)

Erfreuliche Aufwärtsentwicklung verzeichnet die Ortsgruppe Rheingönheim im Reichsbund der Kriegs- und Zivilgeschädigten. Der Rheingönheimer Vorsitzende Willy Hix konnte feststellen, daß zahlreiche Neuzugänge zur Verstärkung des Mitgliederstammes beitrugen. Zur besseren Aufklärung der Mitglieder soll ein Raum gewonnen werden, wo Beratungen durchgeführt werden können.

Pfarrer Ludwig Brein verstorben (19. Januar 1961)

Völlig unerwartet für seine Gemeinde verstarb am Dienstagabend Pfarrer Ludwig Brein im Alter von 54 Jahren. Der Pfarrherr der katholischen Kirchengemeinde St. Josef Rheingönheim hatte noch am vergangenen Wochenende einen schwerkranken Amtsbruder besucht; danach verschlimmerte sich sein Leiden und führte zu dem raschen Tod. Pfarrer Ludwig Brein wurde 1906 als Arbeitersohn in Frankenthal geboren und erhielt nach dem Schulbesuch in Ludwigshafen und dem Studium in Eichstätt im Jahre 1934 in Speyer die Priesterweihe. Danach war er Kaplan in Landstuhl, Schifferstadt und St. Ingbert und bekam 1940 in Scheibenhardt seine erste Pfarrei. 1949 kam er nach Rheingönheim und konnte hier 1959 sein silbernes Priesterjubiläum feiern. Bis zu seinem allzu frühen Tod opferte er seine ganze Schaffenskraft dem Wohl der Gemeinde. Auf seine Initiative gehen die Wiederherstellung der Kirche, die Anschaffung des neuen Geläutes und der Neubau des katholischen Kindergartens zurück.

Jahreshauptversammlung "Germania" (21. Januar 1961)

Der Gesangverein "Germania" Rheingönheim hält am Sonntagnachmittag im Lokal "Karch" seine Jahreshauptversammlung ab.

Prunksitzung der "Klotzgrumbeer" (23. Januar 1961)

"Mensch ärger dich nicht", so hieß das Motto der großen Prunksitzung der Rheingönheimer "Klotzgrumbeer" in der vollbesetzten Halle des Turnvereins, in der bald nach den ersten Fanfarenklängen des Spielmannzuges "Kurpfalz" Hochstimmung herrschte. Die Hübschen Gardenmädchen tanzten den Radetzkymarsch und Präsident Roland Ganzhorn durfte eine ganze Reihe von Brudervereinen aus nah und fern begrüßen, darunter den Schirmherr des Vereins, Dr. Edurad Wöllner, und den amerikanischen Informationsoffizier von Mannheim, Major Ramon George, die beide mit einer Ehrenmütze ausgezeichnet wurden. Nicht zuletzt wurden herzliche Freundschaftsworte mit den Eisenberger "Sandhasen" gewechselt, die ein lebendes Maskottchen als Erinnerungsgabe mitbrachten.

Einwohnerzahl geschrumpft (24. Januar 1961)

Die Einwohnerzahl von Rheingönheimer ist im Jahr 1960 von 5857 um 35 auf 5822 geschrumpft.

Rheingönheimer hatten Mühe (24. Januar 1961)

In der C-Klasse Ludwigshafen blieb der Tabellenführer Rheingönheim mit viele Mühe ungeschlagen. Er siegte gegen Post LU mit 1:0.

Wiedergewählt (25. Januar 1961)

Der Männergesangverein "Germania" wählte in seiner Generalversammlung erneut Eugen Hübner zum 1. Vorsitzenden. Zweiter Vorsitzender wurde Erwin Dahlem, Schriftführer Artur Erlenwein, Kassier Willi Schwäger. Vergnügungswart Karl Wißmann. der Verein fährt am 22.07. mit 30 Sängern nach Arczzo (Italien) und nimmt dort an einem internationalen Konzert teil.

"Tolle" Ereignisse in Rheingönheim (26. Januar 1961)

Am 28. Januar startet die "Klotzgrumbeer" Rheingönheim ein Kostümfest unter dem Motto "Anno dazumal" in den gleichen Räumen, wie auch am 04. Februar der Maskenball unter dem Motto "An Bord von SMD "Klotzgrumbeer" in der Halle des TV Rheingönheim über die Bühne gehen soll. Am Nachmittag des 5. Februar ist ein Kindermaskenball vorgesehen, am 11. Februar ein Maskenball zum Beginn der tollen Tage, am 13. der Rosenmontagsball, am 14. nachmittags ein buntes Kindermaskentreiben und abends ein Lumpenball zum Kehraus.

Zwei Kinder angefahren (27. Januar 1961)

Auf dem Hohen Weg wurden zwei 8 und 9 Jahre alte Kinder von einem Autofahrer angefahren und leicht verletzt. Da der Fahrer vermutlich unter Alkoholwirkung stand, wurde eine Blutprobe entnommen und der Führerschein einbehalten.

Feb

Auto überschlug sich (07. Februar 1961)

Auf dem Hohen Weg geriet ein Personenwagen von der Fahrbahn ab, stieß gegen einen Straßenstein und überschlug sich. Der Fahrer mußte verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Blinde Zerstörungswut (08. Februar 1961)

Auf der Landstraße zwischen Neuhofen und Rheingönheim kommt es fast an jedem Wochenende zu Vorfällen. Seit einem Jahr werden zur Nachtzeit die am Straßenrand stehenden Markierungspfähle von Unbekannten aus blinder Zerstörungswut zertrümmert.

Pfarrer aus der Sowjetzone spricht (09. Februar 1961)

In einer Versammlung der evangelischen Kirchengemeinde Rheingönheim spricht am Freitag um 20 Uhr im Gemeindesaal Oberpfarrer Dr. Kars aus Roßlau (Elbe) über das Thema "Die Existenz der evangelischen Kirche in der DDR". Anschließend ist eine Aussprache geplant.

200 000 Mark für Erholungsgebiet (13. Februar 1961)

Insgesamt 200 000 Mark für den Ausbau des Erholungsgebietes an der Blauen Adria sind im 10 Millionen Mark hohen Finanzbericht der Stadt Ludwigshafen eingeplant.

GAG Siedlung am Nordrand von Rheingönheim geplant (16. Februar 1961)

Der Nachtragshaushalt beschäftig den Ortsbeirat in seiner letzten Sitzung. Verwaltungsrat Ulmer erläuterte die Positionen des Nachtragshaushaltes 1961, die Rheingönheim betreffen. Bei den einmaligen Ausgaben handelt es sich um insgesamt 931 010 Mark, einschließlich der Aufwendungen der Stadtwerke für die Erweiterung des Versorgungsnetzes und für den Neubau einer neuen Signalanlage für die Straßenbahn.
Im wesentlichen betreffen die Posten den Rest für den Umbau von Schulsälen der alten Rheinschule zu einer Bücherei in Höhe von 16 250 Mark, die gleiche Summe für den Umbau von Sälen zu einer Mütterberatungsstelle, deren Einrichtung mit 8100 Mark, die dritte Rate für den Neubau der Leichenhalle in Höhe von 85 000 Mark.
Für den Ausbau des Wegenetzes im Rheingönheimer Wald sind weitere 15 000 Mark eingesetzt, für den Neubau von Straßen insgesamt 350 000 Mark (darunter im Wohngebiet an der Friedensstraße, westlich der Liutpoldstraße, die Carolistraße von Friedensstraße bis Wöllnerwerke).
Wie Ortsbeirat Walter Cammisar auf eine Anfrage betonte, sei gewährleistet, daß diese Straßen nicht nachträglich wieder aufgerissen würden, um die Kanalisation zu verlegen. Die benötigten Rohre für das Schmutzwasser und das Regenwasser würden vorher verlegt, wenn auch die Hausanschlüsse bis zur Fertigstellung der Gesamtkanalisation warten müßen. Für den Umbau- und Ausbau von Wegen und Straßen sind 107 000 Mark eingesetzt, für den Neubau von Kanälen 275 000 Mark. Davon entfallen 175 000 Mark für die Erschließung des Baugebietes am Nordrand von Rheingönheim, wo die GAG eine Siedlung errichten will und 100 000 Mark auf Restkanalisierung der Von-Kiefern-Straße.
Die gärtnerische Gestaltung des Vorplatzes mit Kriegerdenkmal bei der evangelischen Kirche ist abermals mit 12 940 Mark eingesetzt, die Beschaffung von Ersatzgehölzen mit 3 000 Mark, Die Neugestaltung des Mozartparkes nochmals mit 10 000 Mark. Der Rest sind kleiner Posten wie Bohnermaschinen, Fahrradstände, Sitzbänke und Papierkörbe. Die Bitte des Ortsbeirates in den Haushalt noch 60 000 Mark für ein Wohngebäude des Friedhofwärters auf dem Friedhof einzusetzen, soll erst geprüft und vom Haupt- und Finanzausschuß des Stadtrates beraten werden.
Da Rheingönheim seit 1952 keine städtische Waage mehr besitzt, wurden die Verwiegungen bisher bei einer Privatfirma vorgenommen. Wie das Eichamt nun monierte, sei dies nicht statthaft, wenn ein amtlich bestellter Waagenmeister fehlt. Stadtdirektor Astheimer führte aus, es sei für die Stadt völlig unmöglich, für die wenigen Verwiegungen eigens einen Waagenmeister aufzustellen. Die Privatfirma habe andererseits kein Interesse daran, von sich aus noch mehr zu tun. Man will in Rheingönheim nun nochmals mit der betreffenden Firma Kontakt aufnehmen und ihr den Vorschlag machen, einen ihrer Angehörigen zum Waagenmeister ausbilden zu lassen und ihm eine kleine Entschädigung für seinen Dienst zu zahlen. Da die Wiegegebüren der Firma verblieben, wäre dies dann eine für alle befriedigende Lösung. Als letzten Punkt behandelte der Ortsbeirat den Unterstellraum für Fahrräder und Mopeds an der Endstelle der Straßenbahn, Linie 11. Wie Ortsvorsteher Kuhn erklärte, werde dieser Raum hauptsächlich von Neuhofenern benutzt. Man habe schon alles versucht, um Diebstähle zu vermeiden. Es sei aber, wie die Erfahrung gelehrt habe, nicht zweckmäßig, diesen Abstellraum gebührenpflichtig bewachen zu lassen, dann würden nämlich die Fahrräder doch wieder nur in benachbarten Hausgängen abgestellt. Man einigte sich schließlich auf einen Vorschlag von Baurat Sommer, Fahrradständer im Freien aufzustellen. Vielleicht, daß dann durch die "Öffentlichkeit" Fahrraddiebe abgeschreckt werden.

"Weißes Häusel" ist ein Müllabladeplatz (25. Februar 1961)

Rechts von der Zufahrstraße zum "Weißen Häusel" ist ein Müllabladeplatz, der augenblicklich Anlaß zu vielen empörten Bemerkungen der Bevölkerung Anlaß bietet. Dort wurden rund 20 Zentner Äpfel, allerdings verfault, abgeladen.

Bessere Verkehrsführung durch Rheingönheim (27. Februar 1961)

Vor allem die Verkehrsstauungen beseitigen zu können, die hauptsächlich während der Badesaison durch den starken Verkehr durch die Hauptstraße in den Hohen Weg und umgekehrt entstanden und sich auf den Verkehr der B44 nachteilig auswirkten, hoffen die Fachleute. Die Arbeiten sollen umgehend in Angriff genommen werden, damit der Umbau bis zum Beginn der Badesaison beendet ist. Die Pläne sehen eine zusätzliche 3,5 m breite Fahrspur in Richtung Stadt von Berggäßchen bis Einmündung Hoher Weg vor, wodurch eine Vorsortierung des Verkehrs in beiden Richtungen ermöglicht wird. Ferner soll das Großpflaster in diesem Straßenabschnitt aufgebrochen und durch eine Chausierung mit 5 cm Asphaltbelag als Decke ersetzt werden. Dies gestattet eine einwandfreie, dauerhafte Markierung. Die Gehwege, die zum größten Teil noch aus altem Sandsteinpflaster bestehen, werden einen Basaltplattenbelag erhalten.

Pfälzer Handballverband tagt in der TVR Halle (27. Februar 1961)

Beim Verbandstag des Pfälzer Handballverbandes in der Turnhalle des TV Rheingönheim erhielt der geschäftsführende Vorstand das Vertrauen der anwesenden 231 stimmberechtigten Delegierten. Als Schriftwart wurde Raimund Kallfisch gewählt. Präsident Ludwig Eichel überreichte dem Ehrenvorsitzenden des TV Rheingönheim, Georg Völker die silberne Ehrennadel des Verbandes.

Auto ausgeraubt (28. Februar 1961)

Ein Wagenheber, Angelgerät und ein Überzug für das Ersatzrat sowie verschiedene Werkzeuge im Gesamtwert von 70 Mark wurden aus einen unverschlossenen Auto gestohlen.

März

Neue Kanalisierung in Rheingönheim (01. März 1961)

Das neue Baugebiet am Nordrand von Rheingönheim zwischen Haupt-, Almelstraße, Brückweg und de zukünftigen Nord-Süd-Tangente wird durch den Einbau von etwa 1400 Meter Kanälen mit verschiedenen Profilen entwässerungstechnisch aufgeschlossen. Mit der Kanalisierung dieses Neubaugebietes kann auch das Altbaugebiet an der Nachtweidestraße (früher Maxstraße), das z.Z. noch über Klärgruben nach dem Brückweggraben entwässert wird, an die Stadtkanalisation angeschlossen werden. Es erfolgt ferner die Restkanalisation des Kirchgäßchen durch Einbau eines etwa 30 Meter langen Betonrohrkanals. Anschließend erhält das Gäßchen eine ordentliche Straßendecke.

Meisterstemmer Reinmuth wird 70 Jahre alt (01. März 1961)

Der weithin bekannte Rheingönheimer Meisterstemmer Peter Reimuth feiert heute seinen 70. Geburtstag. Weltmeister 1911 in Stuttgart, Europameister 1913 in Wien, Olympiasieger bei den Arbeiter-Olympiaden in Frankfurt und Wien und etliche deutsche Meisterschaften waren die markantesten Stationen in seiner erfolgreichen sportlichen Tätigkeit. Noch mit 63 Jahren stand der Jubilar in der Rheingönheimer Heberstaffel aktiv und erweckte mit seinen immer noch imposanten Leistungen die Bewunderung der Jugend.

Korbballturnier (04. März 1961)

Die Handballabteilung des TV Rheingönheim veranstaltet am heutigen Nachmittag in der Turnhalle ein Korbballturnier. Anschließend gemütliches beisammen sein.

Arminia spielte unentschieden (07. März 1961)

Arminia Rheingönheim kam trotz besseren Spiels gegen Geinsheim über ein 2:2 nicht hinaus.Gronau besorgte die Führung, doch bis zur Pause lagen die Gäste durch ihren Links- und Rechtsaußen in Front. Dann erzielte Hohmann den Ausgleich. Die Arminia liegen nun nach 21 Sielen mit 25:17 Punkten auf dem 5. Platz in der A-Klasse Gruppe Mitte.
In der C-Klasse mußte Spitzenreiter Arminia 1b wertvolle Punkte abgeben, behielt aber nach 18. Spieltagen mit 28:7 Punkten die Tabellenführung. Arminia unterlag bei Phönix 1b 7:1.

Vorstandswechsel beim TV Rheingönheim (08. März 1961)

Der Turnverein darf auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Das ging aus den Berichten anläßlich der Jahreshauptversammlung hervor, die einen sehr guten Besuch aufzuweisen hatte. Der Anbau am Turnheim mit der modernen Waschanlage konnte fertiggestellt werden. Das Haus verfügt außerdem über eine eigene Hausmeisterwohnung. Die Handballer kämpften mit zwei aktiven und vier Jugendmannschaften, die Tischtennisabteilung unterhält drei Mannschaften. Während die Leichtathleten schöne Erfolge zu verzeichnen haben, sind die Turner bemüht, durch eifrige Förderung des Nachwuchses die Lücke zu schließen, die durch den Krieg entstanden ist.
An Eugen Klamm und Peter Schwäger wurde die Ehrenmitgliedschaft für 50jährige Vereinszugehörigkeit verliehen. Für 20jährige Tätigkeit als Hauptkassierer erhielt Albert Knoll die goldene Vereinsnadel. Der seitherige 1. Vorsitzende Karl Völkel, der aus gesundheitlichen Gründen auf eine Wiederwahl verzichtet, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zum Nachfolger wurde Walter Hook gewählt, sein Stellvertreter ist Karl Klamm, Hauptkassierer Walter Hamann, Schriftführer Otto Reimann und Oberturnwart Karl Schwäger.

Landwirtsfamilie Brauchler flieht nach Niederbayern (11. März 1961)

Flüchtig besehen, war es eine ganz alltägliche Angelegenheit: Auf der Rampe nördlich des Rheingönheimer Bahnhofs wurden gestern Güter verladen. Aber welcher Privatmann verschickt heute schon gebrauchte Traktoren und landwirtschaftliche Maschinen? Es war der 36jährige Rheingönheimer Landwirt Roland Brauchler aus der Eisenbahnstraße, der vor dem Landhunger der Großstadt Ludwigshafen und vor der Unmöglichkeit, einen zusammenhängenden Besitz in dieser Gegend bewirtschaften zu können, die Fahnen gestrichen hatte. Hausrat, Maschinen und andere Betriebseinrichtungen wurden verladen, um in Richtung Niederbayern in den Landkreis Vilsbiburg verfrachtet zu werden. Dort hat der Landwirt angekauft, um endlich wieder ein richtiger Bauer zu werden.

TG "Frei Heil" Generalversammlung (16. März 1961)

Über eine erfolgreiche Tätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der 1. Vorsitzende Franz Roth in der Generalversammlung der Turngesellschaft "Frei Heil" Rheingönheim berichten. Sowohl geschäftlich als auch sportlich sei das vergangene Jahr zufriedenstellend gewesen. Die Kinderabteilung habe sich in dieser Zeit zur stärkten Abteilung des Vereins entwickelt. In den Turnstunden seien regelmäßig 42 Mädchen und 35 Jungen anwesend. Der technische Leiter appellierte an alle Mitglieder sich mehr als bisher an der "Turnstunde für jedermann" zu beteiligen, während der Handballeiter die erfreuliche Mitteilung machte, daß die aktive Handballabteilung in ihrer Klasse den zweiten Platz erringen konnte. Die Generalversammlung, die eine dringend notwendige Beitragserhöhung guthieß, wählte folgende Vorstandschaft: 1. Vorsitzender wurde Franz Roth, 2. Vorsitzender Heinrich Wolf, 1. Kassier Werner Jäger, 2. Kassiere Fitz Krebs, Schriftführer Werner Ullrich, Technischer Leiter Heiner Hölzel, Männerturnwart Wilhelm Gaul, Frauenturnwartin Marianne Rüdebusch, Jugendwart Heiner Hölzel, Schülerturnwart Otmar Quirl, Schülerinnenturnwartinnen Inge und Anneliese Veith, Handballeiter Fritz Heck und Edgar Collet, Vergnügungsausschuß Werner Eggert, Werner Kurtz, Hanz Münch und als Spielmannszugwarte amtieren Rudolf Biebinger und Ludwig Lützel.

Schwer verletzt (25. März 1961)

Ein 19 jähriger Mann wurde auf der Rheingönheimer Hauptstraße von einem Auto erfaßt und schwer verletzt. An dem Fahrzeug war nur geringer Sachschaden entstanden.

April

Motorbootfahrer suchen Hafen (05. April 1961)

Nachdem im Sommer vorigen Jahres ein junger Mensch ums Leben kam, wurde der Kiefweiher für die Motorboote gesperrt. Bürgermeister A. Wild erklärte bei einer Besichtigung zusammen mit dem ADAC-Motorsportclub Ludwigshafen auf einem Schiff der Wasserschutzpolizei auf Anfrage, daß die gewünschte Anlegestelle keinesfalls die Schwimmgelegenheiten beeinträchtigen dürfte. Es habe sich bei der Besichtigung gezeigt, daß direkt links oder rechts neben der Einfahrt vom Rhein aus am Ufer ein 100 bis 150 Meter langes Gelände für den von den Motorbootsportlern gewünschten Zweck hergerichtet werden könnte. Es wird verlangt, daß dieses Terrain eingezäumt und im Wasser mit Bojen und eventuell auch mit Leinen eine Abgrenzung vorgenommen wird. Auf keinen Fall werde die Stadt das Wasserskilaufen oder sportliches Fahren gestatten. Sie verschließe sich aber nicht dem berechtigten Bedürfnis nach einer Anlegestelle. Die Motorboote durchfahren die Einmündung und finden unmittelbar dahinter gleich ihren Liegeplatz.

Stadtkämmerer muß tief in die Tasche greifen (07. April 1961)

In Rheingönheim erfolgt der Umbau der Hauptstraße zwischen Hohen weg und Carolistraße zum Preis von 95 011 Mark.

"Nachsaison" (11. April 1961)

Mit der Komödie "Nachsaison" von Herbert Asmodi gastiert das Frankfurter "Kleine Theater im Zoo" am Mittwochabend im Pfalzbau Festsaal. Zuschauer sind unter anderem die Theatergemeinde Rheingönheim.

Ortsbeiratsitzung (13. April 1961)

Die schon geplante Umbenennung für die verlängerte Friedensstraße in Fritz-Schmidt-Straße wurde vom Bau- und Grundstücksausschuss der Stadt Ludwigshafen verworfen. Eine Durchnummerierung der Friedensstraße wurde für geeigneter befunden. Der Ortsbeirat verweist aber weiterhin auf die Notwendigkeit einer Umbenennung in Fritz-Schmidt-Straße, weil dies schon im Ortsbeirat beschlossen wurde, ferner die Tagespresse darüber schon informiert hat und ein Dankschreiben der Angehörigen des 1941 verstorbenen Dirigenten des Volks- und Beethoven-Chors bereits vorliegt. Als weiterer Tagespunkt lehnt der Ortsbeirat einstimmig ein aufstellen von Plakaten sowie Schaukästen im Mozartpark ab. Einen Antrag hatte die CDU Kreisverwaltung an die Stadtverwaltung gestellt. Der letzte Punkt betraf einen Antrag des Sport- und Körperpflegevereines Rheingönheim eine Baracke in der linken Ecke des Luitpoldhaines aufstellen zu dürfen. Der Verein will, sollte der Antrag genehmigt werden, 1 Person stellen, die gleichzeitig den Park mit überwacht, auch kann bei Festlichkeiten eines Vereines die Baracke dazu benutzt werden, Lebensmittel, Getränke usw. dort aufzubewahren. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Chor-Konzert (14. April 1961)

Der Männergesangverein 1865 Rheingönheim veranstaltet am Samstagabend in der Halle der Turngesellschaft "Frei Heil" ein Chor-Konzert. Die Leitung hat Hans Wolfgarten.

Mehr Grün am Stadtrand (15. April 1961)

Ein ideales Naherholungsgebiet stellt das Rheingönheimer Wäldchen dar, das vor 2 Jahren durch Aufforstung von 12 Hektar auf 32 Hektar erweitert wurde. Für den Ausbau des Wegenetzes und den Bau eines PKW-Parkplatzes sollen 15000 Mark bereit gestellt werden.

Schornstein der Ziegelei Falk gesprengt (17. April 1961)

Mit donnerndem Krachen sackte der Fabrikschornstein der ehemaligen Ziegelei Falk in Rheingönheim am Samstag in sich zusammen. Pünktlich auf die Sekunde um 14:45 Uhr drückte Sprengmeister Dr. Eckardt auf den Auslöser des Sprengzünders. 2100 Gramm Ammon Gelit 3 waren gezündet, die den 40 Meter hohen Kamin mit einem Durchmesser von 3,10 Meter der Länge nach hinstreckten.

Wieder Bus zum Weißen Häusel (22. April 1961)

Wie in den Vorjahren werden die Verkehrsbetriebe Ludwigshafen ab Samstag, den 29.04. die Omnibuslinie 58 Bahnhof Mundenheim - Weißes Häusel am Samstagen ab 13:40 Uhr und an Sonntagen und Feiertagen ab 7:40 Uhr bis 21 Uhr im 40 Minuten Betrieb wieder einführen. die Fahrten werden nur bei gutem Wetter stattfinden.

Schwer verletzt (26. April 1961)

Auf der Rheingönheimer Hauptstraße stieß ein Kombiwagen mit einem Radfahrer zusammen. Der 62 jährige Radfahrer wurde dabei so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Das Fahrrad wurde total zertrümmert.

Tanz in den Mai (29. April 1961)

Der VdK Ortsgruppe Rheingönheim hält in der Turnhalle Rheingönheim einen "Tanz in den Mai" ab. Der Erlös kommt den Schwerbeschädigten, Witwen und Waisen zu.

Mai

Radfahrer in Krankenhaus (03. Mai 1961)

De Hohe Weg war Schauplatz eines Zusammenstoßes zwischen einem PKW und einem Radfahrer. Der 56 jährige Radfahrer wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert.

Pokalspiel verloren (03. Mai 1961)

Die Arminia verloren 0:1 zuhause gegen Niederfeld in der Pokalmeisterschaft Mitte der A-Klasse.

Rheingönheim übernahm Führung (03. Mai 1961)

Die Handball Bezirksklasse I hat mit dem TV Rheingönheim einen neuen Tabellenführer. Die Mannschaft gewann beim TUS Neuhofen 3:9.

Jugendliche Mopedhelden (05. Mai 1961)

In den frühen Morgenstunden wurden zwei Mopedfahrer im Alter von 15 und 19 Jahren in Rheingönheim gestoppt, die keine Fahrerlaubnis vorweisen konnten.

Waldschule soll entstehen (11. Mai 1961)

Über 300 Kinder aus den Volksschulen von Rheingönheim, der Gartenstadt und Friesenheim waren gestern Vormittag auf Einladung des Stadtgartenamtes zu einer Feierstunde anläßlich des "Tag des Baumes" hinaus in das Rheingönheimer Wäldchen gekommen.
Sie trafen sich auf dem Platz, an dem in absehbarer Zeit eine "Waldschule" entstehen soll: ein Klassenzimmer mit Bänken und Tischen aus roh behauenen Baumstämmen, das dem Unterricht im Freien dienen wird.
Der Leiter des Stadtgartenamtes, Gartenbaurat Viktor von Medem, konnte zur Feierstunde nicht nur die Schüler und ihre Lehrer herzlich willkommen heißen, sondern auch Ortsvorsteher Phillip Kuhn und Forstmeister Anschütz vom Forstamt Speyer.

Amerikanische Pioniereinheit am Kiefweiher (17. Mai 1961)

Abwechselnd je eine Kompanie des in Heilbronn stationierten 217. Pionier-Bataillons wurde vom 09. bis 17. Mai zum Fährenbau ausgebildet. Bei normalen Verhältnissen werden zum Bau einer Behelfsbrücke über den Rhein nach Mannheim 2 Stunden gebraucht.

Juni

Verkehrsunfall mit Straßenbahn (03. Juni 1961)

Am heutigen Samstag um 11 Uhr stießen auf der Hauptstraße eine Straßenbahn und ein Motorroller zusammen. Der 22jährige Rollerfahrer mußte verletzt ins Marienkrankenhaus eingeliefert werden.

Dirndl-Invasion in Rheingönheim (05. Juni 1961)

Kurze Hosen und Dirndlkleider beherrschen anläßlich des "Seppi- und Dirndl-Balls" der Karnevalsgesellschaft Klotzgrumbeer das Bild in der mit viel Laubgrün geschmückten Turnhalle des TV Rheingönheim. Zu diesem seit 1946 beinahe traditionellen, in diesem Jahr verspäteten Maiball waren rund 400 überwiegend jugendliche Gäste erschienen. Die "Sopranis" spielten fleißig auf. Neben dem Saal bot die blütengeschmückte Empore, der renovierte Bierkeller und die Sektbar Gelegenheit zu Stippvisiten. Als Ehrengast konnte Präsident Richard Ganzhorn den befreundeten amerikanischen Presse- und Informationsoffizier in Mannheim, Major George mit Familie, und die Rheinschanze-Garde begrüßen.

"Arminia" in kritischer Situation (9. Juni 1961)

Von den 228 Mitgliedern waren 54 erschienen, die sich jedoch zunächst über die ernste Lage kaum im klaren schienen. Zunächst ging auch alles glatt. Der Vorsitzende Ernst Bruch wurde wiedergewählt, aber als es an die Besetzung der übrigen Posten, insbesondere des 1. Spielausschußvorsitzenden und des ersten Kassiers ging, da erreichte die Versammlung den toten Punkt, denn keiner wollte eines der Ämter übernehmen. Offenbar fürchtete jeder die schwere Verantwortung, zumal der Verein im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Defizit von rund 900 Mark abschloß.
Es ergab sich aus der Diskussion, daß vor allem ein eigener Wirtschaftsbetrieb fehlt, der dem Verein einen gewissen finanziellen Rückhalt geben könnte.
Der ganze Ernst der Vereinslage wurde offenbar, als nach vielem Hin und Her von einem Mitglied des Spielausschusses ganz unmißverständlich vorgeschlagen wurde, sich einem anderen ortsansässigen Verein anzuschließen. Der erste Vorsitzende sah sich schließlich veranlaßt, die Generalversammlung abzubrechen und nach einer Lösung zu suchen. Darüber soll nun am heutigen Freitag in einer zweiten Generalversammlung debattiert werden, mit dem Ziel, den Verein mit alten, bewährten Kräften weiterzuführen.
Angesichts dieser kritischen Situation sollten eigentlich ein stärkerer Besuch der Mitglieder zu erwarten sein als beim letzten Mal, denn schließlich steht die Existenz eines alteingesessenen Fußball-Vereins auf dem Spiel, der in zwei Jahren auf ein 60jähriges Bestehen zurückblicken könnte. Bei Vorhandensein von drei aktiven und vier Jugendmannschaften müßte mit allem Ernst alles überdacht werden, um die "Arminia" aus dem Dilemma herauszuführen - und zwar so schnell wie möglich, um drohenden Spielerabwanderungen zuvorzukommen, von denen leider auch schon die Rede ist.

"Arminia" über dem Berg (12. Juni 1961)

Die kritische Situation bei der "Arminia" hat sich entspannt. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung konnte auch der noch offene Posten der Vorstandschaft, der wegen der Krise entstanden war, in verhältnismäßig kurzer Zeit besetzt werden. Die anwesenden 70 Mitglieder erklärten sich mit der Ergänzungswahl einverstanden. Die Teilnehmer schienen sich auch durchaus der ernsten Situation bewußt zu sein, so daß die Versammlung ruhig und glatt vonstatten ging. Die Vorstandschaft setzt sich nunmehr wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Ernst Bruch, 2. Vorsitzender Walter Etter, 1. Schriftführer Hans Neumann, Kassierer Richard Jeck, nachdem Hans Klein wegen Arbeitsüberlastung zurück getreten war. Den Posten des Spielausschußvorsitzenden übernahm der ehemalige Spieler Heini Stahl. Ihm zur Seite Rudi Diefenbach, Ernst Lippart und Günter Butterfaß. Jugendleiter bleibt August Kirchner mit sechs Mitarbeitern.

Freude um schmuckes Heim am Rehbach (12. Juni 1961)

Nach zweijähriger Bauzeit konnte am Sonntagmittag die Kanu-Abteilung des Eisenbahner-Sportvereins ihr neues schmuckes Bootshaus am Rehbach zwischen Rheingönheim und Altrip einweihen.
Abteilungsleiter Kurt Krämer erinnerte an den Werdegang der 1952 gegründeten Abteilung des ESV, die zunächst ihre wenigen Boote in einer kleinen Behelfsbaracke am Kiefweiher untergebracht hatten. Nach dem Anwachsen der Mitgliederzahl auf 40 Personen konnte dann mit Unterstützung der Bundesbahn und durch Selbsthilfe der Mitglieder 1959 die erste Halle als Bootshalle eingeweiht werden, die 30 Booten Platz bietet. Der jetzt innerhalb von zweier Jahren geschaffene Anbau beherbergt einen schönen Aufenthaltsraum für 50 Personen, einen Schankraum, Duschraum, Toilettenräume und verschiedene sonstige Nebenräume. Außerdem wurde ein Fahrradschuppen eingerichtet, während die Bootsmotoren in einem kleinen, alten Bunker untergestellt werden.
Dank galt besonders dem Wirt der Rehbach-Gaststätte H. Falk, der dem Verein das notwendige Gelände günstig verpachtete.

Zweckmäßige und preiswerte Mietwohnungen (23. Juni 1961)

Im Bauprogramm der GAG steht für 1961 noch der Baubeginn von etwa 300 Wohnungen am Ostrand von Rheingönheim.

Gegen Gaskandelaber (24. Juni 1961)

Kurz vor Mitternacht fuhr auf der Carolistraße ein Auto gegen ein Gaskandelaber, der total beschädigt wurde. Der Fahrer entfernte sich nach dem Unfall. Sein erheblich beschädigtes Fahrzeug wurde später im Keßlerweg aufgefunden.

Heu in Flammen (24. Juni 1961)

Auf einer Wiese an der Straße nach Altrip, nähe Rehbachwirtschaft, brannte das dort ausgelegt Heu. die Städtische Berufsfeuerwehr löschte das Feuer. Der Sachschaden wir auf 200 Mark beziffert.

Jugendsportwoche beim TVR (26. Juni 1961)

Die Reihe der Begegnungen der Jugendlichen Ludwigshafens und Mannheims im Rahmen der Jugend-Sportwoche wurde mit den Kämpfen des turnerischen Nachwuchses in der Halle des TV Rheingönheim fortgesetzt. In der Gesamtwertung unterlag Ludwigshafen mit 336,4 zu 353,4 Punkten.

Polizeirevier wird umbenannt (29. Juni 1961)

Mit Wirkung zum 01.07.1961 wird die Polizeirevierzweigstelle Rheingönheim zum 2. Polizeirevier umbenannt.

Juli

TVR siegreich (03. Juli 1961)

Der Parkfesthandballpokal der Schüler D Jugend gewann der TV Rheingönheim.

Umfangreiches Straßenbauprogramm (20. Juli 1961)

Vom Stadtrat wurde die Umbenennung der Wilhelmstraße in Fritz-Schmidt-Straße beschlossen (siehe Artikel vom 13. April 1961). Des weiteren wurde der Bau der Carolistraße von Friedensstraße bis Wöllnerwerke und der erste Teil der Neuhöfer Straße von Hoher Weg bis Castellstraße beschlossen.

Strandbad am Kiefschen Weiher geschlossen (22. Juli 1961)

Der Ludwigshafener Stadtrat beschloß gestern die Schließung des Strandbades am Kiefschen Weihers wegen außerordentlich starker Verschmutzung des Rheinwassers mit Kot-Bakterien. Des weiteren sollen dort wieder Baggerarbeiten zur Kiesgewinnung aufgenommen werden.
Für die Badegäste ergibt sich abe aus dieser neuen Situation beinahe keine Änderung: Wer auf dem bisher von der Stadt betriebenen Badegelände weiterhin baden will, kann dies tun - auf eigene Gefahr hin und so lange die Firma Kief damit einverstanden ist. Auch die DLRG wird noch eine Zeitlang ihre Rettungsstation unterhalten, wie auch der Motorbootclub des Pfälzischen ADAC seine Bootsanlegestelle dort vorläufig nach beläßt.

Aug

Archäologen graben wieder (05. August 1961)

Nach jahrzehntelanger Pause werden die Ausgrabungen am frührömischen Kastells in Rheingönheim in diesem Monat wieder aufgenommen. Das Vorhaben wird mit Unterstützung der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts Frankfurt und der Deutschen Forschungsgemeinschaft durchgeführt. Die Leitung der Rheingönheimer Grabungen hat Dr. Otto Roller vom Historischen Museum der Pfalz in Speyer.
Bereits 1912 ist man beim Abbau einer Sandgrube auf das Kastell gestoßen. Zwei Jahre lang führte die Römisch-Germanische Kommission unter Leitung des Archäologen Dr. Sprader und unter maßgeblicher Beteiligung von Dr. Barthel in dem Gelände Grabungen durch. Bei den Grabungen wurde ein ganzer Münzschatz mit 143 Silbermünzen und einer Goldmünze gefunden. Die jüngste Münze war eine sogenannte frische Prägung aus dem Jahr 69 nach Christus. Sie trägt das Bild Kaiser Vespastans. Außer Münzen wurden ungefähr, hundert Gewandspangen, sogenannte Fibeln, gefunden.
Bei dem jetzt beginnenden Arbeiten wird es zunächst darauf ankommen, die seinerzeitigen Unterlagen zu überprüfen und zu vervollständigen. Nach bisherigen Untersuchungsergebnissen muß das Kastell Rheingönheim etwa 200 Meter breit und 250 Meter lang gewesen sein. Es war von einem Spitzgraben von acht Meter Breite und 3,50 Meter Tiefe umgeben. hinter dem Graben erhob sich in großem Viereck das Erdkastell, geschützt durch einen mit Balkenwerk verstärkten Wall. Das gesamte Kastell muß eine Ausdehnung von etwa fünf Hektar gehabt haben. Die Fachleute vermuten, daß es von zwei verschiedenen Truppenteilen, Fußvolk und Reiterei, belegt gewesen ist.
Leider ist der Westteil des Kastells für die Forschung verloren, da er seinerzeit völlig abgebaggert worden ist. Die jetzt beginnenden Ausgrabungen werden sich daher vor allem auf den östlichen Teil konzentrieren, der unter Ackerland liegt und aus der Vogelperspektive bereits an der Verfärbung des Bodens und an der Unterschiedlichkeit der Bewachsung zu erkennen ist. Bedeutsam und notwendig erscheinen die bevorstehenden Ausgrabungen auch deshalb, da zu erwarten ist, daß dieses Gelände keineswegs für alle Zeiten Ackerland bleiben und stattdessen sicher eines Tages bebaut werden wird. Dann jedoch wäre es für die Forschung unwiederbringlich verloren.

Versammlung bei der TG "Frei Heil" (05. August 1961)

Heute Abend hält die TG "Frei Heil" in ihrer Turnhalle ihre Halbjahresversammlung ab.

Ins Krankenhaus eingeliefert (16. August 1961)

Ein Mopedfahrer und seine Mitfahrerin wurden verletzt, als sie auf der Kreuzung Hauptstraße-Friedensstraße mit einem PKW zusammen stießen. Man brachte beide ins Krankenhaus.

Germania wieder in Italien (18. August 1961)

Der Gesangverein "Germania" unternimmt auch in diesem Jahr wieder mit seinem Dirigenten Siegried Salten eine Sängerfahrt nach Italien. Sie beginnt am folgenden Montag. Der choristische Erfolg, den sich 26 "Germania"-Sänger im Jahre 1960 bei dem "Concorso Polifoncio Internazionale Guido d`Arezzo" in Arezzo ersingen konnten, war den Rheingönheimern Ansporn genug, auch in diesem Jahr, diesen, von guten Chören aus verschiedensten Ländern besuchten internationalen Gesangswettbewerb mitzumachen.

Archäologen entdeckten unbekannte Fundamente (18. August 1961)

Auf Rheingönheimer Gebiet haben in dieser Woche die archäologischen Ausgrabungen an der Straße nach Altrip planmäßig begonnen. Schon die ersten Grabungen haben aus dem Ackerboden neben der Straße, auf dem sich vor 1900 Jahren ein römisches Kastell befand, erfreuliche Funde zutage gebracht: Scherben, Bruchstücke von Geräten, unter anderem eine Pionieraxt und eine Münze mit dem Bildnis Kaiser Vespasians. Im Lauf der Grabungen entdeckte man alte Befestigungsgräben und stieß dabei unter anderem auf Fundamente einer späteren Kastellanlage. Dabei waren offenbar Steine aus dem zerstörten ersten Römerkastell verwendet worden.
Man fand in diesem Zusammenhang zerbrochene Grabsteine mit Teilen von Inschriften, von deren Entzifferung sich die Archäologen mancherlei interessante Aufschlüsse versprechen. Man entdeckte ferner zerbrochene Mühlsteine und Steine mit Brandspuren, die die Forschungsergebnisse des Archäologen Dr. Sprater bestätigen, wonach das Kastell bei der Zerstörung gebrannt haben muß.
Nachdem die beteiligten Landwirte, auf deren Grundstücken gegraben werden soll, bereitwillig die Erlaubnis dazu gaben, hat jetzt die sechs Mann starke Truppe neben dem Baggerweiher begonnen zu graben. Landwirt Fischer hatte vorher das Getreide rechtzeitig eingefahren. Die Forschungsarbeiten sollen insgesamt acht Wochen andauern.

Andenkenjäger gefährden Erfolg der Ausgrabungen (22. August 1961)

Auf dem archäologischen Grabungsgelände an der Straße von Rheingönheim nach Altrip steht seit gestern ein Hinweisschild. Danach ist das Betreten des Geländes verboten. Am Montagmorgen hatten Dr. Otto Roller, der Leiter des Grabungsprojektes, und seine Helfer eine böse Überraschung erlebt. Andenkenjäger oder Amateurforscher hatten über das Wochenende auf dem Gelände des früheren Römer Kastells Grabungen auf eigene Faust betrieben. Dabei wurden teilweise nicht unerhebliche Zerstörungen an den vorhandenen Gräben angerichtet. Wie groß der Umfang der mitgenommenen Fundgegenstände ist, läßt sich noch nicht sagen. Immerhin sind zwei junge Burschen beobachtet worden, die unter dem Vorwand, selbst zum Grabungstrupp zu gehören, sich mit Spachtel und Schaber auf dem Grabungsgelände zu schaffen machten und mit zahlreichen Fundstücken den Acker neben der Straße wieder verlassen haben sollen.
Obgleich Dr. Roller und seine Helfer diesen Vorgang keineswegs dramatisieren und dem Fundinteresse der Bevölkerung sogar ein gewisses Verständnis entgegenbringen, weisen Sie jedoch mit Nachdruck darauf hin, daß durch laienhafte Grabungen der Erfolg des Vorhabens in Frage gestellt werden kann.
Dazu gehört auch das Verhalten jenes Amateurarchäologen, der eigene Forschungen betrieb, die Scherben, Knochen und anderen Fundgegenstände jedoch nicht mitnahm, sondern sie säuberlich hinlegte und mit einem maschinengeschriebenen Zettel versah. Darauf hatte er seine eigenen Grabungsergebnisse niedergeschrieben. Das sah dann etwa so aus: „Die Fundstellen der Scherben sind mit schwarzen Holzstäbchen markiert", oder, wie es an einer anderen Stelle hieß: „Ich nehme an, daß dieselben (Knochenreste) von einem Hirsch sind, da ein Stückchen von einem Geweih dabei ist." Der Grabungstrupp fand am Montag nur den mit Schreibmaschine geschriebenen Zettel vor. Die von ihm offenbar bereitgelegten Funde aber waren restlos verschwunden. Ansonsten haben unbekannte von sich aus Löcher in die Grabenwände gebuddelt, Gegenstände, die vom Trupp bewußt in den Grabenwänden stecken gelassen worden waren, herausgerissen und mitgenommen, ein Steinfundament zerstört und die glatte Grabensohle zertrampelt. Damit sich solche Vorkommnisse an den kommenden Wochenenden nicht wiederholen, wird der Platz bewacht werden.
Die Arbeit der Ausgräber, zu denen auch Männer der Strafanstalt Frankenthal gehören, beginnt jeweils mit der sorgfältigen Entfernung der Muttererde. Danach wird ein Suchgraben ausgehoben, dessen Wände und Boden sorgsam Zentimeter für Zentimeter mit Spachtel und Schaber geglättet werden. Scherben, Knochenreste oder andere Fundgegenstände wandern nach Speyer zur wissenschaftlichen Auswertung. Wenn Spaten und Spachtel ihre Arbeit getan haben, kommt der Fotograf. Er bannt jede Phase der Ausgrabung, jede irgendwie bemerkenswert erscheinende Fundstelle auf Film.

Germania flog aus (25. August 1961)

Von einem abwechslungsreichen Ausflug in den Pfälzer und Hessischen Wald ist die Sängerfamilie der "Germania" zurück gekehrt. Schon in Wolfstein erklangen die ersten Lieder. Nach der Weiterfahrt und dem Mittagessen wurde die Gelegenheit zu Wanderungen genutzt. Eines der Ziele war Bad Münster am Stein. In Hohensülzen wartete dann am Abend bereits eine kleine Kapelle auf die Rheingönheimer, die ihrerseits gerne einige Lieder erklingen ließen. Voller schöner Eindrücke wurde am Abend wieder die Heimat erreicht.

Sep

Bodelschwingh in Rheingönheim (02. September 1961)

Der Bundestagsabgeordnete Ernst von Bodelschwingh sprach zu Beginn einer CDU Wahlversammlung in der Gaststätte "Zur Krone".

Ergebnis der Ausgrabungsarbeiten (05. September 1961)

Nur zu gerne waren die Heimatfreunde der Einladung des Arbeitskreises „Emil Nesseler" und des Historischen Vereines der Pfalz gefolgt, die Ausgrabungen Im Gelände des Römerkastells Rheingönheim in Augenschein zu nehmen. Von der Menschenansammlung angelockt, gesellten sich immer mehr Passanten von der nahen Autostraße hinzu, um den sachkundigen Ausführungen des Ausgrabungsleiters Dr. Otto Roller zu lauschen. Dr. Roller machte dabei mit dem jüngsten Stand der Grabungen an Ort und Stelle bekannt, der auf drei bis vier Nutzungsperioden des Kastells schließen läßt.
Ehe jedoch die Wissenschaft das Wort erhielt, begrüßte Friedrich Eid die Teilnehmer. Er betonte, daß es hier im Rheingönheimer Kastell weniger auf die schönen Funde ankomme als vielmehr darauf, aus dem Boden sehr viel herauszulesen. Auch Dr. Roller stimmte in die freundlichen Begrüßungsworte ein. Er sagte vor allem Museumsleiter Dr. Kurt Oberdorffer Dank. Mit dieser Ausgrabung sei der tatkräftige Motor dieses Unternehmens am Ziele seiner Wünsche angelangt. Dank sagte er aber auch der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Stadt Ludwigshafen, Ortsvorsteher Kuh und Stadtrat Weckauf, die sich sehr für die Grabungen eingesetzt hätten.
Nach diesen Begrüßungsworten begann dann der fachkundig erläuterte Gang durch das Grabungsfeld, das Jonglieren auf schmalen Pfaden an den ausgeworfenen Gruben, in welchen sich die Reste der alten Befestigungsanlagen auch dem ungeübten Auge plastisch abzeichnen. „Sehr zufriedenstellend", kommentierte Dr. Roller das Ergebnis der Grabungsarbeiten. Es sei schon in den ersten sechs Wochen gelungen, die 1912 geäußerte Vermutung von einem sechstorigen Lager ad acta zu legen. Dr. Roller berichtete vom Beginn der Arbeiten, vom Auffinden der bisher unbekannten Vorfeldbefestigungen und dem Nachweis der in Rheingönheim angewandten Techniken. Pfähle und Faschinen, wie sie auch bei anderen Befestigungsanlagen der Zeit verwandt wurden, wurden auch hier deutlich erkennbar, ebenso wie dir Auffüllung in der Mitte zwischen den Pfahlreihen um die Kastellmauer und das dahinter liegende Intervallum. Ausführlich erklärte Dr. Roller auf dem danebenliegenden Grabungsabschnitt die Lage der Mannschaftsbaracken. Die Gelbfärbung des Bodens in der hinteren Ecke fand eine sehr aufschlußreiche Deutung. Dort ist eine Unterkunft abgebrannt. Eine Münze mit Brandspuren und ein angekohlter Balkenrest sind weitere Indizien für eine solche Annahme. Diesem Stück im Grabungsfeld, in dem sich auch die Steinsetzung befindet, galt die besondere Aufmerksamkeit Dr. Rollers. An ihm lassen sich die einzelnen Perioden des Kastelles ablesen. „Vieles", so sagte Dr. Roller, „läßt darauf schließen, daß drei, wahrscheinlich noch eine vierte Periode nachgewiesen worden können." Das Jahr 40 n. Chr. nannte er als das Gründungsjahr des wichtigen Stützpunktes der Hilfstruppen zwischen den großen Legionslagern. Als weitere Jahreszahl wurde 69 erwähnt. Die Wiedererrichtung sei nicht vor dem Jahr 72 erfolgt.
Für die Frage, was nach der Auflassung des Kastells mit den Befestigungen und den Baracken geschehen sei, hatte Dr. Roller eine schlüssige Antwort parat: Grabungen an der Donau haben ergeben, daß dort die Baracken niedergerissen wurden und an ihrer Stelle Lagerräume für die vorgerückten Truppen errichtet wurden. Die Annahme ähnlicher Umwandlung des Lagers Rheingönheim in ein Truppen-Magazin für die vorgeschobenen rechtsrheinischen Stützpunkte liegt also auf der Hand, nicht zuletzt deshalb, weil sich in dem genannten Grabungsstück Bebauungen verschiedenen Alters gefunden haben. Die immer wieder erwähnte Steinsetzung mit ihren Bruchsteinen belegt schlüssig das Vorhandensein früherer Anlagen. Möglicherweise, so betonte Dr. Roller, ist auch die Straße für die Magazine neu angelegt worden. Anzeichen dafür sind vorhanden. Der aufschlußreiche Vortrag wurde noch durch die Demonstration der wertvollsten Fundstücke der Grabungen ergänzt. Das anhaltende Hupkonzert einer sich träge durch die parkenden Fahrzeuge der Heimatfreunde windenden Autoschlange drängte zu vorzeitigem Aufbruch.

Rheingönheimer Sänger zurück (09. September 1961)

Der Gesangverein „Germania" Rheingönheim unternahm wieder wie in den vergangenen Jahren eine Sängerfahrt nach Arezzo in Italien zum Besuch des IX. Concorso Polifónico Internationale „Guido d'Arezzo". In einem Bericht schildern die Italienfahren : „48 erwartungsfrohe Germania-Leute stiegen zur Fahrt nach Arezzo in den Riviera-Expreß. Das Ziel der ersten Etappe war die Hafenstadt Genua, wo die Sängerschar vom Kulturdezernenten des deutschen Generalkonsulates empfangen wurde. Nach, einer Stadtbesichtigung fand am Abend in der Villa des deutschen Generalkonsuls Dr. Dvorak ein Empfang für die Rheingönheimer statt. Anderntags ging die Fahrt an der Italienischen Riviera entlang weiter nach Pisa, wo die Rheingönheimer Sänger nach der Dombesichtigung und Besteigung des schiefen Turmes in der Taufkapelle mit den berühmten Echos zwei Lieder sangen. Das nächste Ziel der Reise war dann Arezzo. Nach einem herzlichen Empfang konnten sich die Sänger, als sie ihr Quartier bezogen hatten, auf den Wettstreit vorbereiten." „Die starke Konkurrenz von 29 ausgezeichneten Chören aus zehn Nationen spornte uns an", berichteten die Sänger weiter, die beim Concorso Polifónico den achten und speziell beim Volksliedersingen den neunten Platz erringen konnten. „Aus aller Munde konnte man das Lob der Sänger hören. Die Leistungen der teilnehmenden Chöre war teilweise so erstaunlich hoch, daß schon ein „nur Zuhören" die Teilnahme an diesem Sängerwettstreit lohnte. Arezzo wird wohl auch für spätere Jahre immer wieder Ziel der Rheingönheimer Germania sein."
Ein Empfang Im Rathaussaal durch die Stadtverwaltung und ein Abendessen beim Kulturdezernenten des deutschen Generalkonsulats, bei dem auch der Präsident des Gesangwettbewerbs und Vertreter der Stadt Arezzo anwesend waren, beschloß für die Rheingönheimer Sänger die Tage in Arezzo. Von dort aus ging es dann weiter nach Rom, wo die Sängerschar zu einer eingehenden Besichtigungsrundfahrt startete. Über Lugano, den Vierwaldstättersee, Luzern , und Basel führte dann die Fahrt heimwärts.

Ergebnis der Bundestagswahl (18. September 1961)

Anzahl der Stimmen in den Stimmbezirken 951 und 961 bzw. 963: CDU 985 - 943, SPD 1661 - 1663, FDP 441 - 441, GDP 0 - 7, DFU 114 -113, DG 0 - 2, DRP 101 -100. Wahllokal war die Mozartschule.

Badesaison Abschluß (23. September 1961)

Die so überraschend wiederbelebte Badesaison liegt dennoch in den letzten Zügen. Die nächsten Tage werden es beweisen. An der „Blauen Adria", dem Bade-Eldorado der Ludwigshafener hat man daher begonnen, den letzten Rest der umgehenden Straße zu bauen. Es handelt sich noch um rund einen Kilometer Straße. Mit ihm sind für die Blaue Adria die Tiefbaumaßnahmen abgeschlossen, die im Frühjahr vergangenen Jahres begonnen wurden und rund 400 000 Mark erforderten. In die Aufgaben und Kosten dieses idealen Erholungsgebietes teilen sich Stadt und Landkreis Ludwigshafen bekanntlich zu 45 und 55 Prozent. Landrat Dr. Becker-Marx hat zum Abschluß der Saison nochmals die künftigen Aufgaben im Gebiet, der „Blauen Adria" umrissen. Danach sollen im nächsten Jahr die notwendigen „Hochbauten" abgeschlossen werden. Es handelt sich dabei vor allem um „Versorgungsstätten" für die Besucher, die in diesem Jahr an einigen Sonntagen schon die 7000er-Grenze überschritten. In der Hauptsache ist dabei an Kioske gedacht, aber auch an die notwendigen Toilettenanlagen und letztlich an eine größere Gaststätte inmitten dieses Gebietes, das einmal Mittelpunkt eines großen Erholungsgebietes vor den Toren des Industrieballungsraumes Ludwigshafen-Mannheim sein soll. Geplant ist für die „Blaue Adria" ein Fassungsvermögen von rund 15 000 Menschen. Zwei große Parkplätze für einige Tausend Kraftwagen sind ebenfalls noch in der Planung. Zur Zeit ist, im Zusammenhang mit den derzeitigen Weihern der Blauen Adria, ein neuer, großer Baggerweiher im Entstehen,, der seine endgültige Form in drei bis fünf Jahren je nach dem Kiesbedarf erhalten wird. Aber bereits jetzt, in den ersten Anfängen, ist das Ufer dieses neuen Weihers sehr begehrt. Landrat Dr. Becker-Marx wies darauf hin, daß man auch dieses Gebiet unter vorläufigen Landschaftschutz gestellt habe und daß dort keinerlei Baumaßnahmen vorgenommen werden dürften. Es können nur Zäune errichtet werden, wenn sie vorher mit dem Landratsamt abgesprochen worden seien. Wer sich in dieser Gegend ein Wochenendhaus errichte, müsse damit rechnen, daß er es wieder abbrechen muß. Es werde vom Landkreis aus alles getan, um Zustände, wie sie im Mittelteil der "Blauen Adria" vor dem Eingreifen des Landkreises und der Stadt Ludwigshafen einrissen, zu verhindern. Um der Gemeinde Altrip entgegenzukommen, habe man das vorläufige Landschaftsschutzgebiet allerdings gegenüber den ersten Plänen verkleinert und es ostwärts der Straße um die "Blaue Adria" nur noch in einer Breite von durchschnittlich 150 Meter belassen.

Kochen für Fortgeschrittene (25. September 1961)

Heute findet in der Mozartschule um 18:30 Uhr ein Kurs für Fortgeschrittene Köche statt.

Schwer verletzt (30. September 1961)

Auf der Neuhöfer Straße stieß ein PKW gegen einen Straßenbaum. Der 41jährige Fahrer wurde schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Okt

Lage für "Arminia" schwierig (03. Oktober 1961)

In der Fußball A-Klasse Gruppe Mitte verlor die "Arminia" am Wochenende 1:4 gegen Phönix Schifferstadt und ist damit nach 8 Spieltagen und nur 2:14 Punkten Tabellenvorletzter.

Bau einer Turnhalle in Rheingönheim (07. Oktober 1961)

Ohne Diskussion billigte gestern der Stadtrat Ludwigshafen den Bau einer Turnhalle für die Mozartschule in Rheingönheim, nachdem Oberbaudirektor Ziegler die Vorlage erläutert hatte. Die Planung hat sich gegenüber dem ersten Entwurf nicht geändert. Sie sieht eine Turnhalle im Ausmaß 12 mal 24 Meter vor und schließt sich mit den notwendigen Nebenräumen (2 Umkleide- und Waschräume, 1 Arztraum und 1 Geräteraum) an die bestehende Toilettenanlage an, also parallel zur Königstraße. Die Kosten belaufen sich auf 477 000 Mark.

Feierstunde am Kiefweiher (09. Oktober 1961)

Der erst vor Jahresfrist aus der Taufe gehobene Moto-Boot-Club Pfalz, der dem ADAC angeschlossen ist, konnte nach langer Vorbereitung und vielen Mühen sein Clubhaus mit Liegeplatz am Kiefweiher offiziell seiner Bestimmung übergeben. Er hat damit endlich eine Heimatstätte gefunden, nachdem die Vorstandschaft und auch der Gauvorstand des ADAC in zahlreichen Verhandlungen sich das Recht, ein Wassergebiet zur ungestörten Ausübung des Motorboot- und Wasserski-Sportes zu erhalten, erkämpft hatten. Der Verein erhielt das durch die Auflösung des Standbades nicht mehr benötigte DLRG Haus und bautet dies für ihre Belange in Eigenarbeit um.

Fußballlokalderby gegen Neuhofen (10. Oktober 1961)

Beim Fußballlokalderby gegen Neuhofen mußte sich "Arminia" Rheingönheim 4:1 beugen. Die Platzherren hatten das Spielgeschehen jederzeit unter Kontrolle.

Altenstube eingerichtet (14. Oktober 1961)

Die Stadtverwaltung Ludwigshafen hat ab dem 16. Oktober im Gemeindehaus, Hauptstraße 49 eine Altenstube eingerichtet. Diese ist werktäglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Notrufsäule aufgestellt (14. Oktober 1961)

Eine Notrufsäule wurde am Rathaus in Rheingönheim in Betrieb genommen.

Heute Erstimpfung (16. Oktober 1961)

Heute findet in der Mozartschule von 14:30 bis 15 Uhr die Erstimpfung gegen Pocken für Kinder, die das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet haben und noch nicht geimpft wurden statt. Die Impfung ist Pflicht.

Mehr als hundert neue Wohnungen (20. Oktober 1961)

Es sei betrüblich, so Ortsvorsteher Philipp Kuhn in der heutigen Ortsbeiratsitzung, daß so wenige Bürger Interesse für die Tätigkeiten des Ortsbeirates zeigten. Es waren gerade einmal 3 Bürger anwesend.
Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Bebauung des ca. 8 200 m² großen Baugeländes östlich des Ortsrandes durch die GAG. Es werden im 1. Bauabschnitt 6 viergeschoßige Wohnhäuser mit insgesamt 128 Wohnungen entstehen. Dabei handelt es sich um 16 Fünf-Raum-Wohnungen und 112 Vier-Raum-Wohnungen. In der Höhe des Mühlweges ist ein Fußgängerüberweg, über die Erschließungsstraße vorgesehen, in unmittelbarer Nähe auch ein Einkaufszentrum und ein Kinderspielplatz.
Für den 2. Bauabschnitt sind neungeschoßige Wohnhäuser mit etwa 180 Wohnungen vorgesehen. Die beiden Bauabschnitte werden durch eine 7 m breite Straße mit Parkplätzen getrennt. Eine breite Grünblende als Abschirmung gegen das Industriegebiet wird vorgesehen.
Um der Verkehrsprobleme zu lösen wäre eine Umgehungsstraße und die Verlegung der Straßenbahn eine sehr gute Lösung. Eine Weiterführung der Straßenbahn bis nach Limburgerhof ist nach der Planung auch möglich.
Als weiterer Tagesordnungspunkt wurde der Neubau der Turnhalle für die Mozartschule erläutert und beschlossen.
Unter "Verschiedenes" legte Stadtbaurat Sommer die Baupläne für ein Wohnhaus des Friedhofwärters vor. Es soll eingeschoßig und teilunterkellert sein. Die Wohnung besteht aus 3,5 Zimmer, Küche, Eßplatz, Bad und WC. Die Wohnung wird mit 2 Eingängen versehen. Einen Privateingang mit Rasen und Spielplatz für Kinder von der Hauptstraße und ein Eingang von der Friedhofseite her. Das Projekt soll 67 400 Mark kosten.

Diebe am Werk (21. Oktober 1961)

In der Nacht stahlen unbekannte Diebe aus einem abgestellten PKW ein Autoradio und einen Damenschirm im Gesamtwert von 500 Mark.

Trübe Aussichten für "Arminia" (24. Oktober 1961)

Recht trübe sieht es nachwievor für die "Armina" Rheingönheim in der A-Klasse Gruppe Mitte aus. Mit großem Abstand stehen diese mit 3:19 Punkten, nach einem schwachen 1:1 Spiel gegen Mußbach, am Tabellenende.

Nov

Tischtennisüberraschung (01. November 1961)

In der Tischtennis A-Klasse Vorderpfalz Nord war der sechste Spieltag ein Tag der Überraschungen. Die Größte Sensation vollbrachte der Neuling TV Rheingönheim im Heimspiel gegen die TSG Grünstadt. Mit 7:5 siegten die Einheimischen und liegen damit mit 5:7 Punkten auf dem 7. Platz.

Heute Abend wird getanzt (04. November 1961)

Zum Vereinsball lädt die "Arminia" am heutigen Samstag ins Lokal "Zum Hirsch" ein.

Gegen Verkehrsampel (04. November 1961)

Auf dem Hohen Weg in Höhe des Sportplatzes prallte ein 57jähriger mit seinem Moped gegen eine Ampel und verletzte sich dabei schwer.

Unfallflucht (06. November 1961)

Unfallflucht beging ein 30jähriger, der in der Nacht zum Samstag mit seinem PKW auf dem Hohen Weg gegen die vorschriftsmäßig beleuchtete Absperrung einer Baustelle gefahren war. die Funkstreife der Polizei konnte den Fahrer jedoch ermitteln. Die Polizei veranlaßte eine Blutprobe, zog den Führerschein ein und stellte das Fahrzeug sicher.

Neue Straßenbaumaschine vorgeführt (07. November 1961)

Mit einer modernen Spezialmaschine, welche an einem Tag ein Kilometer Straße von fünf Meter Breite fertigstellen kann, stellt zur Zeit eine Baufirma aus Kaiserslautern die restliche Zufahrtstraße zum Erholungszentrum an der "Blauen Adria" her. Nur fünf Mann sind für diese Arbeit notwendig. Ein Kilometer Straße kosten mit dem neuen Verfahren nur noch 130 000 Mark anstelle 160 000 Mark.

Evangelischer Gemeindeabend (14. November 1961)

Die prot. Kirchengemeinde lädt für heute 20 Uhr zu einer Gemeindeversammlung in den Gemeindesaal (hinter der Kirche) ein. Pfarrer Hild vom Konfessionskundlichen Institut in Bensheim spricht zum aktuellen Thema "Das römische Konzil und die Einheit der Kirche".

Sitzung des Ortsbeirates (17. November 1961)

Beigeordneter Dr. Stabel erörterte als einzigen Tagesordnungspunkte dem Ortsbeirat den Haushaltsplan 1962 für Rheingönheim, welcher sich auf insgesamt 2,5 Millionen beläuft. Diese werden aufgeteilt für:
• Hochbau 50 000 Mark
• Straßenbau 2 082 000 Mark
• Kanalbau 300 000 Mark
• Bestattungswesen 29 500 Mark
• Park- und Gartenanlagen 31 500 Mark
In diesen Positionen sind unter anderem der Neubau einer öffentlichen Toilettenanlage im Mozartpark, Bau einer zweiten Trinkwasserleitung nach Rheingönheim, Kanalisierung der Gänsweidesiedlung, Ausbau des Erholungsgebietes an der "Blauen Adria", Straßen- und Gehwegbau im neuen Wohngebiet der GAG und westlich der Neuhöfer Straße und ein Überführungsbauwerk über den Gleiskörper der Bundesbahn an der Von-Kiefer-Straße.

Rheingönheimer Gewichtheber in Rekordlaune (20. November 1961)

Der Erfolg des neuen Deutschen Leichtgewichtsmeisters Karl Stohner hat seine Mannschaftskameraden derart begeistert, daß sie beim Verbandskampf gegen den bisher ungeschlagenen Tabellenführer Kaiserslautern ebenfalls mit großartigen Leistungen aufwarteten. Mit 4200:4105 Pfund brachten sie Kaiserslautern nicht nur die erste Niederlage bei, sondern stellten auch einen neuen Rundenrekord auf. Sie steigerten ihre eigene Vereinsbestleistung um 60 Pfund. Das hervorragende Ergebnis schufen: Stohner (725), Klein (570), Dallmeyer (625), Lienhard (580), Dexheimer (500), Gronau (610) und Layer (580).

Dez

Rheingönheims Heber führen (04. Dezember 1961)

Bei den Gewichthebern der Oberliga Pfalz setzt sich Rheingönheim durch einen Sieg von 4025:3540 Pfund gegen Schlußlicht Rodalben an die Tabellenspitze der Gruppe 1. Rheingönheim führt die Tabelle mit 14:2 Punkten an.

Sportnachrichten (05. Dezember 1961)

Die "Arminia" verlor im Fußball-Lokalderby gegen Waldsee 2:1 und bleibt mit 5:23 Punkten nach 14 Spielen Tabellenletzter der A-Klasse Gruppe Mitte.
Der TV Rheingönheim II unterliegt im Tischtennis TTC Oggersheim mit 4:7 und liegt ebenso nach 9 Spielen und 2:16 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz der B-Klasse 1 Vorderpfalz Nord.

Neue Straßenbahn im Einsatz (13. Dezember 1961)

Die ersten von 70 bestellten Gelenktriebwagen , die bis 1963 ausgeliefert sein sollen, sind bereit eingetroffen. Die neuen Wagen haben sich zwar im Äußeren nur unwesentlich, im Inneren dagegen erheblich verändert. Die Sitzplatzzahl erhöhte sich von 37 auf 45. Der Längssitz hinter dem Fahrerplatz gestattet durch seine Verkürzung die Aufstellung von vier Abteilsitzen, auf denen die Fahrgäste einander gegenüber sitzen. Der bisher schwarze Bodenbelag ist nunmehr hell. Eine wesentliche Neuerung stellt die automatisch schließende Trittleiste an den beiden mittleren Ausstiegen dar. Sie sollen das Fahrpersonal entlasten.
Es gibt noch einige weitere Veränderungen an den neuen Wagen; so beispielweise das Schild am hinteren Einstieg "Wenn Klingel ertönt, bitte zurückbleiben". An all das wird man sich erst gewöhnen müssen.

Totalschaden (18. Dezember 1961)

Totalschaden war bei einem Auto zu verzeichnen, das auf der Bezirksstraße nach Altrip in Höhe der Villa Baumann von der Fahrbahn geriet und die Böschung hinabstürzte. Fahrer und Beifahrer wurden leicht verletzt. Der Wagen war jedoch hinüber. der Schaden wird mit 3 000 Mark beziffert. Wegen Verdacht auf Trunkenheit ließ die Polizei bei beiden Wageninsassen Blutproben nehmen.

Parkende Wagen angefahren (28. Dezember 1961)

Gegen 23:45 Uhr wurde in der Hauptstraße, vor dem Anwesen 191 ein parkendes Auto angefahren und beschädigt. Der Fahrer entfernte sich unerkannt.

Ehrungen beim Reichsbund (29. Dezember 1961)

Fast vollzählig versammelt waren die 130 Mitglieder des Reichsbundes, Ortsgruppe Rheingönheim, bei der Weihnachtsfeier im Gasthaus "Habereckel". Der blinde Vorsitzende Willy Hix begrüßte herzlich die große Zahl Mitglieder, Freunde und Gönner sowie den 1, Kreisvorsitzenden Robert Rheinheimer, Ortsvorsteher und Stadtrat Kuhn, Stadtrat und Landtagsabgeordneten Schuster, Stadtrat Wälker und Stadtrat Weckauf.
Nach anerkennenden Worten des Kreisvorsitzenden für die aufstrebende Ortsgruppe, überreichte Willy Hix den Mitgliedern Stefan Gschwind, Jakob Heller, Johann Hühner (Ehrenvorsitzender der Ortsgruppe) und Johann Schwäger die goldene Ehrennadel mit Urkunde für 40jährige Mitgliedschaft. Zehn Mitglieder der Ortsgruppe erhielten die Ehrennadel für zehnjährige Mitgliedschaft.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 22. Mai 2009 um 12:11 Uhr
 

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