Geschichten und Geschichtliches über Rheingönheim und seine Bürger

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Rheingönheimer Geschichtstagebuch - 1960
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Beiträge für das Rheingönheimer Geschichtstagebuch lieferten Zeitungen, Bücher und mündliche Angaben von Zeitzeugen. Es wurde bewußt die zu dieser Zeit übliche Ausdrucksweise und Rechtschreibung mit übernommen.
Sollten Sie feststellen, dass ein Beitrag fehlt, unvollständig oder falsch ist, nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.

Jan

Ein Donnerknall und der Schornstein lag am Boden (11. Januar 1960)

Einer schwierigen Aufgabe sahen sich die Helfer des Technischen Hilfswerkes Ludwigshafen am Samstag gegenübergestellt. Ein 25 Meter hoher Fabrikschornstein auf dem Gelände einer früheren Fabrik in Rheingönheim mußte gesprengt werden. Da die Räume jetzt als Lagerhallen verwendet werden, ließ der neue Besitzer den Kamin sprengen.

Bei einem Bodendurchmesser von 2,60 Meter und einer Wandstärke von 77 Zentimeter wurden in 6 Bohrlöcher von Sprengmeister Dr. Eckardt 2,5 Kilogramm Ammon-Geltit 3 im Kamin angebracht.
Mit einem Dutzend Helfer wurden am Samstag die letzten Arbeiten ausgeführt. Mit Sandsäcken wurden die Löcher verdämmt. Um eine größtmögliche Sicherheit zu erreichen, verwendete Dr. Eckardt 8 Schnellzeitzünder und 4 Momentzünder, um die Ladung zu zünden.
Im Umkreis von 300 Meter sperrten die Helfer ab. In der Zwischenzeit unterbrachen Arbeiter der Stadt die Stromleitung, die durch das Gelände führt und legten einen Leitungsmast um, der in Fallrichtung des Kamins stand. Die Sprengung war nach Absprache mit der Bundesbahn für 15.15 Uhr angesetzt.
Das erste Warnsignal: Alle Helfer gehen in Deckung. Pünktlich um 15.15 Uhr das zweite Signal: Wenige Sekunden später zündete der Sprengmeister die Ladung. Ein donnernder Knall. Der Kamin bebt, neigt sich langsam und stürzt in die bestimmte Richtung. Eine riesige Staubwolke wirbelt auf als der Kamin zu Boden stürzt.

Rheingönheim im Dunkeln (14. Januar 1960)

Durch Kabelbruch ging in Rheingönheim gestern Abend von 18:20 bis 19:40 Uhr das elektrische Licht aus. Durch Umschaltung konnte die Stadtwerke den Schaden wider beheben. Der Ausbruch der Finsternis war um so lästiger, als die Hausfrauen kurz vor Ladenschluß nur noch bei trübem Kerzenschein bedient werden konnten.
Auch in den Straßen brannte kein Licht. Nur in den entlegenen Nebenstraßen leuchteten die braven, alten Gaslampen.

Mehr Schüler – mehr Schichtunterricht an den Volksschulen (19. Januar 1960)

„Bei dieser Situation müssen wir leider mit einer Vermehrung des Schichtunterrichtes rechnen, zumal auch der Neubau der Mozartschule in Rheingönheim noch nicht bis Ostern, wie eigentlich vorgesehen, bezugsfertig sein wird“, erklärten gestern die Ludwigshafener Schulräte, als ihnen das vorläufige Ergebnis der Anmeldung der Schulanfänger vorlag.
Die ABC-Schützen verteilten sich wie folgt:
• Gemeinschaftsschule: 24 Knaben – 25 Mädchen
• Kath. Konfessionsschule: 5 Knaben – 6 Mädchen

30jähriges Jubiläumsfester der Geflügelzüchter (19. Januar 1960)

Im festlich geschmückten Saal „Zum Hirsch“ beging der Geflügelzuchtverein Rheingönheim sein 30jähriges Jubiläum. Die Festrede hielt der Kreisvorsitzende Horder. Der Vorsitzende Heinrich Hammann wurde mit der goldenen Nadel ausgezeichnet. Er ist seit über 40 Jahren in der Geflügelzucht tätig und Mitbegründer des Vereins, außerdem einer der erfolgreichsten Aussteller. Für 25jährige Züchtertätigkeit wurde Frau Zickgraf mit der silbernen Nadel ausgezeichnet. Eine besondere Ehrung erfuhr P. Schulz für das beste Ausstellungstier, das im vergangenen Jahr gezeigt wurde.
Ein buntes Unterhaltungsprogramm schloß sich dem offiziellen Teil an. Rudi Gimmy führte durch das Programm. Ein großes Repertoire, bewiesen die „Drei Elektros“ Andy Wolff, Gregor Kuntz und Ludwig Strobel, während flotte Musikvorträge die zahlreichen Gäste erfreuten. Mit zwei spritzig vorgetragenen Ballettvorträgen erntete Elke Jacob reichen Applaus.

CDU: Wahlkampf in Ruhe und Sachlichkeit (26. Januar 1960)

In der Generalversammlung der CDU-Ortsgruppe Rheingönheim berührte Vorsitzender Ludwig Schuster (MdL) in seinen einführenden Worten Fragen der Außen- und Innenpolitik und kritisierte den von der SPD-Landtagsabgeordneten Lorenz vorgebrachten Vorwurf: „Die CDU treibe die Wiedervereinigung nicht intensiv voran“.

In seinem Rechenschaftsbericht konnte der Vorsitzende mit Beruhigung feststellen, daß der Mitgliederstand mit 52 Mitglieder, davon 20 die der Jungen Union angehörten, konstant geblieben sei.
Neuwahlen brachten keine Veränderungen. 1. Vorsitzender wurde zum fünften Male in Folge Landtagsabgeordnete Ludwig Schuster, 2. Vorsitzender Karl-Heinz Arendt, Schriftführer Karl Thomas und Kassier Schwaninger.

Der Referent des Abends, Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Dr. Helmut Kohl, warte in seiner Rede vor der allzu großen Sattheit, die sich heute im bundesdeutschen Wirtschaftswunderland breitmache. Viele Deutsche finden noch immer kein rechtes Verhältnis zur deutschen Demokratie und das Schlagwort von der „unbewältigten Vergangenheit“ haben die jüngsten antisemitischen Vorfälle deutlich bewiesen. Die Union zwischen Protestanten und Katholiken habe sich hervorragend bewährt. In Hinblick auf die kommenden Wahlen um die Stadtratsmandate stellte Dr. Kohl fest, daß die CDU den Wahlkampf in aller Ruhe und Sachlichkeit führen werde.

Feb

Evangelische Gemeindewoche in Rheingönheim (02. Februar 1960)

Eine evangelische Gemeindewoche wird vom 02. Bis 07. Februar die Protestanten zu erstem Gespräch über Zeitfragen vereinen. In der alten Turnhalle wird die Eröffnung durch den Ortsvorsteher Philipp Kuhn und den Ortsgeistlichen Pfarrer Werron gesprochen.
Der „Männergesangverein 1865“ und der Evangelische Posaunenchor verschönen den Abend mit musikalischen Darbietungen.
Am 3. Februar spricht Pfarrer Brand um 20 Uhr im Gemeindesaal über „Lasten und Sorgen der Frau“ und Landesjugendpfarrer Lübbe um 20 Uhr im „Haber-Eckl“ über „Er und Sie vor der Ehe“.
Am 4. Februar spricht Pfarrer Brand um 20 Uhr im Gemeindesaal über „Freizeitgestaltung“.
Am 5. Februar äußert sich Pfarrer Heinz Wilhelmy in der neuen Turnhalle zu „Sport, Rekord oder Spiel?“. Im Gasthaus „Zum Hirsch“ spricht Oberregierungsrat a.D. Cappel über „Elternhaus und Schule heute“.
Am 6. Februar diskutieren evangelische Stadträte, Ortsbeiräte, Presbyter, Parteivorsitzende, Vereinsvorstände, Vertreter der Gewerkschaften, der Polizei und der Schule im Nebenzimmer der alten Turnhalle über den Vortrag „Unsere Verantwortung im Gemeindewesen“, den Pfarrer Wilhelmy halten wird.
Am 7. Februar wird die Gemeindewoche in der neuen Turnhalle beendet. Musikalisch wird der Festabend durch den Volkschor Rheingönheim, den Männergesangverein „Germania“ und dem evangelischen Posaunenchor untermalt.

Jahresversammlung der Kriegsbeschädigten (03. Februar 1960)

Auf der Jahreshauptversammlung des Reichsbundes der Kriegs- und Zivilgeschädigten und Hinterbliebenen Ortsgruppe Rheingönheim im „Habbereckl“ konnte der Vorsitzende Hönsch die vielen anwesenden Mitgliedern begrüßen. Dieser teilte mit das die Mitgliederzahl 1959 um 21 auf nun 60 angestiegen ist, was auf die vortreffliche Betreuung durch den Ehrenvorsitzenden Johann Hühner zurückzuführen ist. Nach einem Vortrag über Sozialpolitik wurden Alfred Hönsch zum ersten, Robert Raimer zum zweiten Vorsitzenden, Werner Heinrich zum Kassierer und Irma Hüx zur Ortsbetreuerin gewählt.

Gemeindewoche Rheingönheim eröffnet (04. Februar 1960)

Der Ratlosigkeit des modernen Menschen will die Evangelische Gemeindewoche der Gemeinde Rheingönheim begegnen. Sie wurde am Dienstag mit einer Vortragsveranstaltung in der alten Turnhalle eröffnet, in der Dekan Hussong (Frankenthal) die „Situation der Gemeinde heute“ kritisch unter die Lupe nahm.
Was soll und muß geschehen? Dekan Hussong fragte bewußt überspitzt, ob man denn Bewußtsein, daß die überlieferten Formen zumindest fragwürdig geworden seien, die Kirche auflösen solle. Und er stellte dazu gleich die Gegenfrage, was dann an ihrer Stelle treten sollte: eine Sekte, der Staat oder eine Ideologie?
Dem Vortrag des Franktenthaler Dekans war ein kurzes Grußwort des Rheingönheimer Pfarrer Werron vorausgegangen, der die guten Wünsche des erkrankten Ortsvorstehers Kuhn übermittelte. Für die musikalische Ausgestaltung der Feierstunde trugen der Männergesangverein 1865 und der Evangelische Posaunenchor Sorge.

Große Prunksitzung der „Klotzgrumbeere“ (08. Februar 1960)

„Herz ist Trumpf“ war das Motto, unter dem am Wochenende die Rheingönheimer „Klotzgrumbeere“ in ihre große Prunksitzung der Karnevalsaison 1960 einstiegen. Präsident Roland Ganzhorn und sein närrisches Ministerium mit Kartenspielen ausgerüstet, um dieses Herz auch auszuspielen. Und es blieb nicht nur bei Karten. Rheingönheims Karnevalgilde, bot ihren in dichten Reihen sitzenden Mitgliedern und Freunden eine Sitzung von Format, wie sie auch in den Hochburgen der Fasnacht nicht besser laufen vermag. Mit Schwung und Begeisterung trugen sie gleich von Beginn an eine Stimmung in die bis auf den letzten Stuhl besetzte Turnhalle, die über ein weit über fünf Stunden dauerndes Programm durchhielt und in keiner Ecke des Saales Müdigkeit aufkommen ließ.

Die Familie im Wandel der Zeiten (13. Februar 1960)

Gleich der erste Abend der Rheingönheimer Elterngespräche, die die protestantische Kirchengemeinde zusammen mit dem Pfälzischen Männerwerk durchführt, durfte sich im Gemeindesaal einer lebhaften Resonanz erfreuen.
Die spezielle Bedeutung der Familie für die Existenz der Gesellschaft skizzierte der Sozialsekretär der Badischen Landeskirche Dipl. Volkswirt Martin Donath gleich zu Anfang: „85 Prozent aller Familienväter arbeiten in lohnabhängiger Stellung. Sie sind tagsüber fern der häuslichen Gemeinschaft, der Mutter obliegt daher die Hauptlast der Erziehung“. Der Referent geißelte die deutsche Kindergeldgesetzgebung, die er eine der rückständigsten überhaupt nannte. Sie zwinge die Mütter zum Mitverdienen, was wiederum Erziehung uns seelische Betreuung auf das Schwerste gefährde.

Rheingönheimer Autobesitzer festgefahren (13. Februar 1960)

Eine böse Überraschung erlebten vor einigen Wochen die Anlieger der unteren Friedensstraße in Rheingönheim, die per Auto von der Arbeit nach Hause kamen. Im Laufe des Tages hatte eine Straßenbaufirma die Teilstrecke von der Hauptstraße bis zur Wilhelmstraße aufgerissen und die Zufahrt bzw. Ausfahrt von den Häusern und den Garagen unmöglich gemacht. Es herrschte große Verärgerung, daß die Baufirma die Anlieger nicht rechtzeitig informiert hatte.
Allmählich sind drei Wochen vergangen und eine Zustandsänderung ist nicht in Sicht.
Nicht allein die Kraftfahrer haben ein Zufahrtsproblem, auch die Müllabfuhr muß die Mülltonnen zirka 50 Meter weit schleppen und der Inhaber eines Milchgeschäftes sieht sich gezwungen, die Milchkannen über die aufgerissenen Straße zu schleppen. Ölfässer für die Ölheizungen müssen mit nachbarschaftlicher Hilfe angerollt werden. Bei im Freien parkende Autos sind bereits erste Witterungsschäden festzustellen.

„Warum sind sie gegen uns“? (15. Februar 1960)

Diesen Tonfilm zeigt die protestantische Kirchengemeinde Rheingönheim in der Reihe „Gespräche mit Eltern“.

Ein neuer Trausaal für Rheingönheimer Brautpaare (15. Februar 1960)

Einen Rekord in der schnellen Abwicklung der Tagesordnung stellte der Ortsbeirat Rheingönheim in seiner Sitzung im Gemeindehaus auf, in der mit Oberbürgermeister Dr. Klüber, den Beigeordneten Dr. Stabel, Erich Reimann und Dr. Ludwig, sowie Oberbaudirektor Dr. Lochner, Oberbaurat Ziegler, Oberbaurat Gammisar und Gartenbaurat von Medem die Etatansätze für den Stadtteil besprochen wurden. Ortsvorsteher Philipp Kuhn ist zufrieden. Die Stadt gibt 1,44 Millionen Mark für den Stadtteil aus, welches sich wie folgt zusammensetzt:
• Neues Gehölz für den Friedhof (3 000 Mark)
• Grünanlage Ecke Luitpoldstraße – Hoher Weg und Liutpoldstraße – Turnerstraße (8 500 Mark)
• Neugestaltung Mozartpark ( 28 000 Mark)
• Aufschließung des geplanten Baugebietes am Nordrand zwischen Friedens- und geplanter Umgehungsstraße oder der geplanten Neubaugebiete am Südostrand (175 000 Mark)
• Neue Geschoßtreppe im Gemeindehaus und Ausbau eines Trauzimmers (16 000 Mark)
• Ausbau ehemaliger Schulsäle der Rheinschule zu Räumen der Säuglingsfürsorge und Stadtbücherei (90 000 Mark)
• Bohnermaschine für die Mozartschule (600 Mark)
• Instandsetzungen und Erneuerungen in der Mozartschule (60 000 Mark)
• Wasserleitungsanlagen auf dem Friedhof (16 500 Mark)
• Erweiterung der Mozartschule (720 000 Mark)
• Verlegung der Bücherei in die Rheinschule (10 000 Mark)
• Neue Bücher für die Bücherei (6 000 Mark)
• Erneuerung des Wassernetzes (71 200 Mark)
• Erweiterung der Straßenbeleuchtung (20 000 Mark)
• Straßenneubau: Brückweg von Maxstraße bis Bebauungsende (42 000 Mark), Bismarckstraße von Mühlweg bis Brückweg (45 000 Mark), Luitpoldstraße – Nordseite (10 000 Mark) und im Wohngebiet östlich (120 000 Mark)
• Feldwege werden, soweit die Mittel reichen, weiter gepflastert, bzw. mit Kies überzogen

Gegen zwei Straßenbäume (16. Februar 1960)

Auf der Straße zwischen Rheingönheim und Altrip geriet ein Kombiwagen, wegen zu hoher Geschwindigkeit ins Schleudern. Das Auto fuhr gegen zwei Bäume und überschlug sich schließlich im Ackerfeld. Der Fahrer des Wagens lief davon, konnte aber bald darauf ermittelt werden. Sein Führerschein wurde einbehalten.

Junge Union lädt ein (16. Februar 1960)

Die Junge Union Rheingönheim lädt heute Abend zu einer Versammlung im Cafe Weiß ein. Das Thema „Die soziale Struktur des neuen SPD-Programms“.

Wieder Elterngespräche (20. Februar 1960)

Im Rahmen seiner Elterngespräche lädt das protestantische Pfarramt Rheingönheim für Dienstagabend in den Gemeindesaal zum Thema „Das liebe Ehetheater“ ein.

Zwei schwere Unfälle in Rheingönheim (20. Februar 1960)

Einen Toten und zwei Schwerverletzte forderte der Verkehr an einem Tag. Der 78jährige Thomas Hörner lief in Rheingönheim auf der Kreuzung Haupt-, König- und Sternstraße um 17 Uhr in eine Straßenbahn der Linie 13.
Lebensgefährlich verletzt wurde er in St.-Marien-Krankenhaus eingeliefert. Dort erlag er seinen Verletzungen.
Gegen 7 Uhr stießen auf der Kreuzung Haupt- und verlängerte Friedensstraße eine Straßenbahn und ein Moped zusammen. Der 26jährige Mopedfahrer erlitt schwere Verletzungen auch er wurde ins St.-Marien-Krankenhaus eingeliefert.

Mütter werden beraten (22. Februar 1960)

Am kommenden Donnerstag findet die Mütterberatungsstunde im Katholischen Kindergarten ab 14.30 Uhr statt.

Braustübl im neuen Gewand (22. Februar 1960)

Zu einem gemütlichen Beisammensein mit allen beteiligten Handwerkern, die an der Neugestaltung des Rheingönheimer Braustüls der Weizenbierbrauerei mitgearbeitet hat Wirt Adolf Wagner und seine Frau eingeladen. Direktor Karl Mohr begrüßte die Handwerker und gab einen kurzen Überblick über die Entwicklung der Gaststätte von einer alten Braustube zu einer modernen Wirtschaft. Die Neugestaltung plante Architekt Hebgen.
In der Bauzeit von 4 Monaten wurden ein Gastraum und ein Nebenzimmer geschaffen, das bäuerliche Tradition und Moderne Architektur verbindet.
Zum Abschluß sprach Ortsvorsteher Philipp Kuhn den Dank der Rheingönheimer für die schöne Gaststätte.

Aus Liebeskummer das Leben genommen (26. Februar 1960)

Ein 17jähriges Mädchen (Tochter von Malermeister Karl Hammann) nahm sich mit Gift das Leben. Als Motiv der Tat ist unglückliche Liebe anzunehmen. Ein verschulden dritter wird trotz umlaufender Gerüchte ausgeschlossen.

Wasserschläuche verschwanden (26. Februar 1960)

Aus einer Baubude in Rheingönheim sind zwei Wasserschläuche gestohlen worden. Sie besaßen einen Wert von 500 Mark.

Grober Unfug am Rheingönheimer Fahrradschuppen (26. Februar 1960)

Für die Arbeiter, die per Fahrrad (mehr als 50 pro Tag) aus der Umgebung nach Rheingönheim kommen, um von dort in der Straßenbahn weiterzufahren, hat die Stadtverwaltung vor einiger Zeit einen Fahrradschuppen errichtet. In der letzten Zeit wurde der an der Endstation der Linie 13 gelegene Abstellraum immer wieder durch randalierende Jugendliche heimgesucht, die zum Spaß Ventile, Dynamos und Sättel an den abgestellten Fahrrädern entfernten.
Da eine feste Tür wegen des Publikumsverkehrs tagsüber geöffnet sein muß, wird angeregt, dem Kioskbesitzer im selben Gebäude die Aufsicht über den Abstellraum zu übertragen, was dieser auch übernehmen würde. Den Schlüssel müßten die Fahrradbesitzer bei diesem holen.
Außerdem wurden, vermutlich von den gleichen Jugendlichen, die im selben Gebäude befindlichen Toiletten in nicht wiederzugebender Weise verunreinigt. Schon bei Inbetriebnahme wurde in Erwägung gezogen, für die Überwachung eine Wartefrau zu beauftragen. Es wäre gut, wenn dieses Versäumnis bald nachgeholt würde.

März

Auch dem Fußgänger verkehrssichere Wege schaffen (8. März 1960)

In der Rheingönheimer Gemarkung von einem größeren Waldbestand zu sprechen, wäre übertrieben. Das einzige Fleckchen ist das „Wäldchen“ bei Neuhofen. An schönen Vorfrühlingstagen setzt eine wahre Völkerwanderung ein. Vorwiegend über in den Neuhofer Unterwald, dessen idyllische Plätzchen am Ransch- und Rehbach, hauptsächlich aber die Waldgaststätte sowie die Jahrhunderte alte Waldmühle eine besondere Anziehungskraft ausüben.
Zahlreiche Wanderer beklagen sich über die schmale und runde Fahrbahn der Straße zwischen Rheingönheim und Neuhofen. Schon mancher konnte sich nur durch einen Sprung in den Straßengraben vor rücksichtslosen Autofahrern retten. Dies wird auch durch zahlreiche Fahrspuren in den angrenzenden Äckern bestätigt welche durch Autos verursacht wurden, welche durch Ausweichmanöver im Acker landeten.
Wie gravierend dieser Mißstand ist, beweißt der Entschluß der Fußgänger, sich zu einer „Interessensgemeinschaft“ zusammenzuschließen mit dem Ziel, eine Unterschriftenliste über den Ortsvorsteher von Rheingönheim an den Stadtrat weiterzuleiten.
Gewünscht wird, daß der parallel verlaufende Bergweg begehbar gemacht wird.
Eine Erneuerung und Verbreiterung der Straße wurde vom Straßenbauamt bereit genehmigt.

Elterngespräche bringen wertvolle Anregungen (17. März 1960)

Alltagshetze darf Sinn für Familienfeste nicht zerstören! Das fängt schon mit dem Sonntag an. „Das Länger schlafen allein macht den Wert noch nicht aus. Als echter Ruhetag sollte er Zeit geben zur Besinnung und für ein innig gestaltetes Miteinanderleben“, so Frau Sebaß von der evangelisch kirchlichen Frauenarbeit. Den Müttern gab sie zu bedenken, daß es allein auf sie selbst ankomme, wenn die Familie sich auf ihre Kosten pflege.

Das emsige Schrubben als wesentliche Festtagsvorbereitung vor den großen kirchlichen Feiertagen schaffe meist nur Verdruß, meinte Frau Sebaß. Auch für die Geburtstagsfeiern hatte die Rednerin gute Vorschläge bereit. Der Geburtstag ist der Tag im Jahr, wie sie sagte, an welchem man dem Geburtstagskind zeigen sollte, daß man sich über sein Dasein freut.

Straße Neuhofen – Rheingönheim für 70 Tage gesperrt (19. März 1960)

Die Vorbereitungsarbeiten an der Landesstraße zwischen Neuhofen und Rheingönheim sind im vollen Gange. Die Straße wird beiderseitig von 4,50 Meter auf 6,50 Meter verbreitert. Die Straße bleibt für die Dauer von 70 Arbeitstagen voll gesperrt, so die Angaben der Straßenbaufirma Heinrich Scherer aus Sondernheim.

„Arminia“ zu Gast beim ASV (19. März 1960)

Am Sonntagnachmittag sind die Fußballer der „Arminia“ Rheingönheim zu Gast bei der aktiven Mannschaft des ASV auf dem Waldsportplatz.

Geänderte Öffnungszeiten des Volksbad Rheingönheim (24. März 1960)

Das Volksbad Rheingönheim ist bis auf weiteres freitags von 10 bis 19 Uhr für Damen und samstags von 8 bis 17 Uhr für Herren geöffnet.

Großes aufräumen beim Straßennamen-Wirrwarr (24. März 1960)

Der Städtische Bau- und Grundstückausschuß unter Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Klüber beschloß zahlreiche Umbenennungen, um die Vielzahl von doppelt vorhandenen Straßennamen zu beseitigen.
Die Obere und Untere Friedensstraße (von Eisenbahnstraße bis Hauptstraße) wird in Friedensstraße umbenannt. Die Sternstraße (von der Hauptstraße ostwärts) in Sparterstraße, (Dr. Friedrich Sprater – 1884 bis 1952 – war Archiologe und Direktor des Historischen Museums Speyer, die Bismarckstraße (von der verlängerten Friedensstraße bis zum Mühlweg) in Almelstraße, (alter Flurname dieser Gewann), die Max-Seiten-Straße (vom Mühlweg bis Brückweg) in Grabenstraße, die Hartmannstraße (von der Hindenburgstraße bis zur Hauptstraße) in Benngewannstraße (alter Flurname in dieser Gemarkung), die Hindenburgstraße (von Hauptstraße bis zum Bahndamm) in Hilgundstraße (das Hilgundgut war einer der sieben Höfe in Rheingönheim), die Von-der-Tann-Straße (von der Hauptstraße bis Hindenburgstraße-Hilgundstraße) in Rheinwaldstraße, (das Rheinwaldgut stand neben dem alten Backhaus in Rheingönheim). Die Hindergasse (von der Liutpoldstraße bis Riedlangstraße) in Schmiedegasse, zuir Erinnerung an die alte erst 1959 abgerissene Dorfschmiede, die Maxstraße (von der Hauptstraße bis zum Brückweg) in Nachtweidstraße (alter Gemarkungsname), die Ludwigstraße (von der Carolistraße bis zur Eisenbahnstraße) in Luisenstraße, die Niederfeldstraße (von der Königstraße bis zur Friedensstraße) in Feldstraße, die Industriestraße (von der Eisenbahnstraße südwärts längs des Bahndammes) in Wöllnerstraße (Edurad Wöllner gründete 1896 die Wöllner-Werke), die Bergstraße (von der Sandgasse zur Hauptstraße) in Kirchberggasse, die Luitpoldstraße (von der Hauptstraße bis Hoher Weg) in Hoher Weg, die Luitpoldstraße (von der Bürgermeister-Horlacher-Straße südwärts) in Neuhöferstraße.

Jubilar-Ehrung der Gewerkschaft ÖTV (29. März 1960)

Die Kreisverwaltung der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr versammelte ihre Jubilare, mit mehr als 25jährige Mitgliedschaft im Turnheim der „Frei-Heil“ Rheingönheim.
„Die Gewerkschaft die sich als Repräsentantin des Volkes fühle, werde nicht müde, für das Wohl des Volkes zu sorgen, dem Schwachen, dem Arbeitnehmer, zu helfen“ erklärte in der Festansprache Walter Weber.
Eine Buch über die „Geschichte der Gewerkschaft“ sowie ein Geldgeschenk waren die äußeren Anerkennungen die den Jubilaren überreicht wurden.
Musikalisch wurde die Veranstaltung unter anderen vom Volkschor Rheingönheim verschönert.

Trotz Anstrengung noch immer Wohnungsnot (29. März 1960)

Aus Sicht des kommunalen Unternehmens sprach der kaufmännische Direktor der GAG, Edwin Grimm, vor Mitgliedern der SPD Rheingönheim in der Turnhalle über die noch immer herrschende Wohnungsnot in Ludwigshafen. Die Zahl der Wohnungssuchende ist seit Jahren konstant bei 11 500.

April

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Mai

Lebensgefährliche Hauptstraße (17. Mai 1960)

Über den ständig wachsenden Verkehr zu reden und zu klagen ist sinnlos. Sinnvoll ist nur, sich darüber Gedanken zu machen, wie den damit verbundenen Gefahren zu begegnen ist.
Daß man sich bei den zuständigen Stellen dieser Aufgabe bewußt ist, darüber habe ich an sich keinen Zweifel. Es scheint aber, daß man sich hierbei im besonderem Maße der Innenstadt annimmt und darüber die Randbezirke vernachlässigt. Zustände, wie sie zur Zeit des Berufsverkehrs am frühen Morgen und späten Nachmittag in der Hauptstraße von Rheingönheim herrschen, wären sonst kaum denkbar.
Wer morgen zwischen 6:30 und 7:30 Uhr die Hauptstraße überschreiten muß, der spielt mit seinem Leben. Ein ununterbrochener Strom von KFZ aller Art ergießt sich aus Richtung Limburgerhof stadteinwärts. Dazu stoßen an der Einmündung der Luitpoldstraße in die Hauptstraße die Fahrzeuge aus Altrip, Neuhofen und Waldsee. Viele Kiesfahrzeuge darunter, die mit ihrer Last von den Verladeplätzen in Altrip kommen.
An dieser Stelle ist zur Zeit Nachmittags meist ein Verkehrspolizist postiert. Warum ist dies morgens nicht möglich?
Dies wäre besonders Sinnvoll für diejenigen, die zum Bahnhof wollen, der Beschäftigten der Wöllner-Werke, der Kinder auf ihrem Schulweg und für älteren Menschen, die zu dieser frühen Stunde zur Kirche gehen. verschönert.

Rheingönheim erhält eine neue Friedhofshalle (19. Mai 1960)

In der Bevölkerung von Rheingönheim sind in letzter Zeit immer wieder Beschwerden über die Verhältnisse auf dem Rheingönheimer Friedhof lautgeworden, da dort nur ein kleiner behelfsmäßiger Raum für die Aufbahrung der Verstorbenen vorhanden ist und ein großer Teil der Leidtragenden bei der Aussegnung im Freien stehen muß. Dazu kommen noch unzulängliche hygienische Verhältnisse und auch ungenügende Unterkünfte für die Friedhofsarbeiter.
In einer Sitzung des Ortsbeirates von Rheingönheim brachte Ortsvorsteher Phillip Kuhn den Verantwortlichen des Bauamtes die Klagen noch einmal vor und wies auf die Dringlichkeit eines Friedhofhallenbaus hin.
Eingehend erklärte Stadtbaurat Sommer dem von Architekt Dipl. Ing. Walter Morlock angefertigter Entwurf. Er sieht eine Aussegnungshalle mit vier Leichenzellen sowie einem Raum für Geistliche und die Verwaltung vor. Das Büro für den Verwalter soll so groß werden, daß sich hier Leidtragende gegebenenfalls kurz ausruhen können. Vorgesehen ist auch eine kleine Toilettenanlage für Besucher. Die Halle bietet Platz für 60 Trauergäste. Die Baukosten belaufen sich auf ca. 165 000 Mark. Der Bau soll bis August fertig gestellt sein.

Erste Maßnahmen zum Ausbau der „Blauen Adria“ (19. Mai 1960)

Den Planungen zum Ausbau des Erholungsgebietes an der „Blauen Adria“ stimmte der Bau- und Grundstückausschuß jetzt zu. Die erste Ausbaustufe, die in diesem Jahr durchgeführt werden soll, umfaßt den Bau einer Erschließungsstraße zwischen Hochwasserschutzdammstraße und dem Erholungsgebiet sowie den Ausbau des Badestrandes mit Liegeflächen an der Ostseite der Baggerweiher. Die Kosten von 75 000 Mark trägt zu 45% die Stadt und zu 55% der Landkreis.

Nur über Feldweg zur „Blauen Adria“ (20. Mai 1960)

Das Landratsamt Ludwigshafen teilt mit, daß ab sofort der Zufahrtsweg von der Landstraße Rheingönheim – Altrip aus zur „Blauen Adria“ wegen Straßenbauarbeiten auf die Dauer von ca. 4 bis 5 Wochen gesperrt wird. Die Zu- und Abfahrt zum „Adria Gebiet“ wird dadurch nur noch über einen schmalen Feldweg möglich sein.

In 4 Wochen Badebeginn an der „Blauen Adria“ (30. Mai 1960)

Der Städtische Verdingungsausschuß vergab letzte Woche in seiner Sitzung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Wild Aufträge zur Lieferung der Einrichtungsgegenstände für den seiner Vollendung entgegengehenden Erweiterungsbau der Mozartschule Rheingönheim.
Der Ausbau des ehemaligen Baggergeländes an der „Blauen Adria“ erfordert erhebliche Planierungsarbeiten. Die Hauptkosten entstehen durch Auf- und Abtrag der Erdmassen sowie Anfuhr von Abraumsand zur Verbreiterung der Liegeflächen und zum Abflachen der Böschung. Der Badestrand soll in 4 Wochen fertig sein.

Juni

Geflügelzuchtvereine schließen sich zusammen (02. Juni 1960)

Der Kleintierzuchtverein und der Geflügelzuchtverein Rheingönheim schließen sich im Gasthaus Karch in Rheingönheim zu einer Interessensgemeinschaft zusammen. Damit will man dem ständig schwindenden Mitgliederzahlen im Gegensatz zu den ländlichen Gebieten entgegenwirken und somit das Sterben der Vereine verhindern. Es wurde ein sechs köpfiger Vorstand mit Georg Horder als erster Vorsitzender gewählt.
Als erste gemeinsame Aktion soll am 26. Und 27. November diesen Jahres in der Turnhalle „Frei Heil“ Rheingönheim rund tausend Rassetiere in einer Kreisschau zu sehen sein.

Neue Zufahrt zur „Blauen Adria“ bereits im Bau (02. Juni 1960)

Die Bauarbeiten an der Zufahrtstraße von der Bezirkstraße Rheingönheim – Altrip zur „Blauen Adria“ sind im vollen Gange. Zu den Mitteln der Stadt Ludwigshafen und des Landkreises Ludwigshafen steht auch eine finanzielle Beteiligung der Firma Baumann GmbH in Aussicht. Die Firma will nach der Fertigstellung des 12km langen Teilstückes, diese Straße zum Abtransport von Kies mit LKW benutzen, weshalb ihr auch eine Beteiligung an den Herstellungskosten zugemutet werden darf.
Die erhöhte Straßenführung geht von Zufahrten der Geflügelfarm Falkenstein bis zur ersten Rechtskurve am alten Aeußeren Wörth. Die Straßendecke wird aus Stahlbeton erstellt und mit Kies und Sand unterfüttert und garantiert eine lange Lebensdauer.

Straße nach Neuhofen erst nach Pfingsten fertig (03. Juni 1960)

Der 1. Juni als Fertigstellungstermin für die neu gestaltete Verbindungsstraße zwischen Rheingönheim und Neuhofen konnte nicht gehalten werden. Von der Baufirma konnte man erfahren, daß die Straße voraussichtlich noch bis zum Dienstag nach Pfingsten gesperrt ist.
Momentan können sich nur Moped- und Radfahrer sowie Fußgänger „durchquälen“. Verzögert wurden die Arbeiten durch den Ausfall einer Mischmaschine, die den Teersplitt für die Einstreudecke der Fahrbahn herstellt.

Massenbesuch im Erholungsgebiet (07. Juni 1960)

Eine erste große Bewährungsprobe bestand, nachdem durch die Publikationen der letzten Tage und Wochen ein großer Zustrom Erholungssuchender aus den nahegelegenen Großstadtgebieten erwartet wurde, das landschaftlich sehr reizvolle Erholungsgebiet „Blaue Adria“ in Rheingönheim. Zehntausend Besucher waren bei 26 Grad im Schatten in den kühlen Fluten der vielen Seen baden gegangen. Die Besucher kamen sogar auf einen Kurzurlaub von Frankfurt oder Kaiserslautern nach Rheingönheim.

Noch bessere Farbfotos (22. Juni 1960)

Über das Thema „Noch bessere Farbfotos“ spricht heute Abend Karl Kraatz in einer Veranstaltung der Foto-Drogerie Ulrich Schmitt in der Gaststätte „Zum Hirsch“ in der Rheingönheimer Hauptstraße. Karl Kraatz gibt durch Bildbeispiele in Doppelprojektion praktische Erläuterungen.

Engpaß Rheingönheim (22. Juni 1960)

Während im Ludwigshafener Stadtgebiet schon um 17.20 Uhr eine knappe halbe Stunde nach dem Fußball-Endrundenspiel des FC Pirmasens gegen den 1. FC Köln laut Polizeibericht normale Verkehrsverhältnisse herrschten, quälte sich um diese Zeit noch eine dicke Autoschlange durch die Rheingönheimer Hauptstraße. Hunderte Fragten: „Wann wird diese Engstelle endlich behoben?“

Mopedfahrer verunglückt (23. Juni 1960)

Bei einem Zusammenstoß mit einem LKW auf der Eisenbahn- und Carolistraße in Rheingönheim erlitt ein 55jähriger Mopedfahrer schwere Verletzungen und mußte zur Behandlung ins Marienkrankenhaus gebracht werden.

Motorbootfahrer wünschen mehr Bewegungsfreiheit (29. Juni 1960)

Motorboote aller Größen tummeln sich auf dem Rhein und haben in die Nebenarme Eingang gefunden. Auch am Kiefweiher sind sie zu Hause, wenn auch nicht offiziell, so doch stillschweigend geduldet.
Neben der fehlenden Genehmigung für einen Yachthafen am Kiefweiher ärgert die Motobootfahrer vor allem die aus dem Jahre 1910 bestehende Geschwindigkeitsbeschränkung von 5km/h, deswegen kein Wasserskisport betrieben werden kann.

Juli

Allein auf schwimmenden Häuschen am Kiefweiher (02. Juli 1960)

Theodar Hilzindegen 53 Jahre lebt bei Wind und Wetter, zu jeder Tages- und Nachtzeit alleine auf seinem Hausboot auf dem Kiefweiher. Der Herzasthma Invalide ehemalige Betriebsschlosser der BASF verbringt von Anfang April bis Ende Oktober jeden Tag auf dem Kiefweiher. Frische Luft und Ruhe, das war es, was er brauchte, und so entschloß er sich vor zwei Jahren mit dem Bau eines Hausbootes zu beginnen. Als schwimmende Unterteile diente ihm hierfür ein amerikanischer Ponton. Das Häuschen bastelte er selbst. Die Bootsbesitzer suchten einen Wächter für ihre Motoboote und so kam es das er durch die Bewachung der angelegten circa 20 Motoboote während der Nacht ein kleines Zubrot verdient und die Besitzer einen zuverlässigen Wächter hatten.

Neue Haltestelle (09. Juli 1960)

Auf der Omnibuslinie 58 wird ab heute zwischen Kiefscher Weiher und Weißes Häusel eine neue Haltestelle mit der Bezeichnung „Rebenbusch“ eingerichtet.

Ein Badestrand so flach und schön wie in Italien (09. Juli 1960)

Im Auwaldgelände entsteht ein herrliches Erholungsgebiet. Ausgang dieses Monats sind die drei neuen Weiher der Blauen Adria „empfangsbereit“. Nachdem die Firma Baumann die Baggerweiher bis zu einer Tiefe von 13 Meter ausgebeutet hatte, ging das Gartenbauamt an die Pflanzung und technische Ausführung. Dies war keine leichte Aufgabe. Das Kinderbecken durfte nur 60 Zentimeter tief sein und verschluckte Tausende von Kubikmeter Auffüllmaterial. Die steile Böschung wurde abgeflacht um einen sanft abfallenden Stand herzustellen. Ein Beobachtungsturm für Lebensretter wurde errichtet. Vermessungen ergaben 65 000m² Wasserfläche und 40 000m² Strand. Die Baukosten betrugen rund 220 000 Mark.

Umgehungsstraße für Rheingönheim (15. Juli 1960)

Die SPD Ludwigshafen bezeichnet es als vordringlich zur Entlastung der Ortsdurchfahrt Rheingönheim eine Umgehungsstraße zu bauen.

Weitere Straßen umbenannt (21. Juli 1960)

In Rheingönheim wird die Obere-, Untere- und Verlängerte Friedensstraße (von der Eisenbahnstraße über die Hauptstraße hinweg bis ins freie Gelände ostwärts) einheitlich Friedensstraße heißen. Die 32 Häuser der Unteren- und Verlängerten Friedensstraße werden umnummeriert.

40 Jahre Handball im TV Rheingönheim (24. Juli 1960)

Unter Schirmherrschaft des 1. Vorsitzenden des Pfälzer Handballverbandes Ludwig Eichel feiert die Handballabteilung des TVR am Wochenende ihr 40jähriges Jubiläum mit einem Sportfest, das den Namen des Gründers der Abteilung trägt: Emil-Klamm-Gedächtnisspiele.
Bereits am Samstagnachmittag treffen Jugendmannschaften und die Alten Herren von Oggersheim und Frankenthal auf den jubilierenden Verein. Am Abend findet ein Ehrenabend statt, der musikalisch umrahmt wird. Dabei sollen die alten Vorkämpfer für das Handballspiel geehrt werden. Am Sonntagmorgen geht es mit Spielen der aktiven Mannschaften aus Zweibrücken, Kaiserslautern, Oggersheim, Friesenheim und Rheingönheim auf dem Sportplatz weiter. Um 11 Uhr legen die beteiligten Vereine und Verbände am Grab von Emil Klamm auf dem Rheingönheimer Friedhof Kränze nieder. Sportlicher Höhepunkt der Veranstaltung sind am Samstagnachmittag Auswahlspiele, wobei die Saarjugend und –junioren auf die Pfalzmannschaften der Jugend und Junioren treffen.
Als vor 40 Jahren das Handballspiel seinen Siegeszug durch Deutschland antrat, - in Berlin war der erste Handballverein zu finden – da war es in Rheingönheim der damalige 1. Vorsitzende des Turnvereins e.V., Emil Klamm, der sich für dieses Spiel begeisterte. Aus der Faustballabteilung heraus bildete er die 1. Handballmannschaft in Rheingönheim, die erstmals im Herbst 1920 im „Sandloch“ gegen den Männerturnverein Ludwigshafen antrat. Bereits 5 Jahre später rückte die Mannschaft in die höchste Spielklasse im Pfälzer Turnerbund auf, wo sie sich durchweg gut behaupten konnte. Nach dem zweiten Weltkrieg mußte von vorne begonnen werden. Heute steht der Verein im Mittelfeld der Bezirksklasse.

Neuer Ortsbeirat (25. Juli 1960)

An Stelle des verstorbenen Ortsbeirates Karl Ullrich ist auf Vorschlag der SPD Werner Ullrich, Uthmannstraße 9, in den Ortsbeirat Rheingönheim gewählt worden.

Sommernachts- und Gondelfest an der „Blauen Adria“ (26. Juli 1960)

Trotz unfreundlichen Wetters trafen sich die Freunde der „Blauen Adria“, die dort Wochenendhäuser besitzen oder mit ihren Zelten übers Wochenende gerne dort weilen, zu einem Sommernachts- und Gondelfest, bei dem mit Lampions geschmückte Boote und Tellern schwimmende bunte Lichter das Wasser belebten, währen von den Ufern die ebenfalls lampiongeschmückten „Behausungen“ grüßten. Bengalische Beleuchtung und ein Feuerwerk unterstrichen die romantische Stimmung zu Wasser und zu Land. Auch die zünftigen Lieder zur Laute des Präsers dieser kameradschaftlichen Vereinigung, Dr. Braun, erfreuten sich großen Beifalls.

Ehrung der Handball-Pioniere des TVR (26. Juli 1960)

Mit einer Feier beginnt der Turnverein Rheingönheim in der sehr gut besetzten Turnhalle das 40jährige Bestehen seiner Handballabteilung. Der langjährige aktive Spieler Eugen Klamm hielt die Festrede. Der Wertegang des Handballspieles in Deutschland und im Verein umriß der Redner in interessanten Ausführungen. Der Redner erinnerte an Tage in den Gründungsjahren, wo die Spieler oft stundenlang zu Fuß zu den Plätzen auswärtiger Vereine marschieren mußten.
Die Grüße des Pfälzischen Handballverbandes und des Sportbundes Pfalz überbrachte Ludwig Eichel. Er überreichte als Geburtstagsgeschenk den vielversprechenden „Blauen Brief“, was von den Handballern mit einem begeisterten dreifachen „Hipp, Hipp, Hurra!“ quittiert wurde. Für ihre Verdienste um den Handballsport zeichnete er die Handballpioniere Hermann Fritz, Karl Schwäger, Walter Hermann, Hermann Hofmeister, Heinz Jambo, Eugen Klamm, Georg Völker und Erwin Keilbach mit der silber Nadel des Verbandes aus. Den aktiven überreichte er einen Ball. Weitere Gratulanten aus benachbarten und befreundeten Vereinen schlossen sich an, darunter der 1. Vorsitzende des Stadtverbandes für Leibesübungen, Dr. Eichner und „Klotzgrumbeer“-Präsident Robert Ganzhorn. Mit einem Bild seiner Turnhalle bedankte sich der Verein beim Verband, der dem Bild in der Pfalzhalle in Haßloch einen ehrenvollen Platz einräumen will.
Blaskapelle des Werkvolkes St. Martin und de Volkschor Rheingönheim umrahmten den Ehrenabden musikalisch. Turnerinnen und Turner boten sportliche Darbietungen und Tänze. Die Besucher, darunter Ortsvorsteher Kuhn und Pfarrer Werron, bedankten sich mit begeisterten Applaus.
Am Sonntag legten der Verein und Verband am Grab des Begründers der Handballabteilung, Emil Klamm, einen Kranz nieder. Die „Emil-Klamm-Gedächtnisspiele“ erreichten am Sonntagnachmittag vor einer imposanten Zuschauerkulisse mit dem Aufeinandertreffen der Pfalzauswahl der Jugend bzw. der Junioren und der Saarjugend und –junioren ihren sportlichen Höhepunkt. Beide Spiele konnten die Pfälzer für sich entscheiden. Die Jugend siegte knapp mit 16:15 Toren, während die Junioren mit 134:3 Toren ihren Gegner eindeutig beherrschten.

Gräßlicher Badeunfall (30. Juli 1960)

Beim Baden im Kiefweiher wurde gestern Abend gegen 18:30 Uhr ein junger Mann von einem Motorboot eines Ludwigshafeners erfaßt und verletzt. Der Schwimmer – er soll auf dem Rücken geschwommen sein – versank in den Fluten und ertrank. Die Bergungsversuche der Städtischen Feuerwehr Ludwigshafen und der Mannheimer Wehr, die auch Taucher eingesetzt hatten, blieben bis zur Dunkelheit ergebnislos und wurden dann abgebrochen. Bei dem Verunglückten handelt es sich um den 20jährigen Sohn Jürgen des Arztes Dr. Keller aus Mußbach.

Aug

Kiefweiher für Motorboote gesperrt (01. August 1960)

Entschlossen schnell hat der Polizeipräsident von Ludwigshafen, Dr. Hartmann, gehandelt. Als Folge des tödlichen Unfalls auf dem Kiefweiher verhängte er zunächst ein vorläufiges Fahrverbot für alle Motorboote.
Alle Versuche, den tödlich verunglückten zu bergen sind ergebnislos verlaufen. Der Weiher ist 10 Meter tief und weist überdies noch Untiefen auf. Möglicherweise ist auch die Leiche in den Strom abgetrieben worden. Der Unfall wird von der Mordkommission Ludwigshafen untersucht.
Nach privater Darstellung hat sich der Unfall wie folgt ereignet: Jürgen Keller, der in Mannheim zur Schule geht, war mit seinem älteren Bruder Theo am Freitagnachmittag zum Kiefweiher gefahren. Während Theo angelte, schwamm Jürgen im Wasser. Auf Zuruf, daß er einen großen Fisch gefangen habe, wollte der Bruder an Land schwimmen. Auf dem Weg zum Ufer wurde er von dem schnellfahrenden Motorboot eines Mutterstadter, das einen Wasserskiläufer im Schlepp hatte angefahren. Der Motorbootfahren, der den Schwimmer nicht gesehen hatte, stoppte sofort sein Fahrzeug ab, jedoch war der Verunglückte schon versunken.
Die Obduktion hat Rippenbrüche mit Lungenquetschung und demzufolge Herztod festgestellt. Jede Rettung wäre zu spät gekommen.

Lebensretter rechtzeitig zur Stelle (09. August 1960)

Dem Rettungsdienst der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft am Kiefweiher gelang es am Wochenende, zwei 13jährige Mädchen vor dem Tode des Ertrinkens zu bewahren. Der Unfall zeigt erneut, welche Gefahren mit dem Baden in freien Gewässern verbunden sind, wo keine Abgrenzungen für Nichtschwimmer bestehen. So fühlte auch eines der beiden Mädchen, das des Schwimmens unkundig war, beim Ballspielen plötzlich keinen Grund mehr unter den Füßen und klammerte sich in seiner Angst an der Gespielin, die zwar schwimmen konnte, aber mit dieser Last selbst unter Wasser gezogen wurde. Nachdem beide mehrmals hochkamen und wieder untergingen, bemerkte der Leiter des DLRG, Günter Haase, den Unglücksfall und schwamm zur Unglückstelle. Gemeinsam mit seinem Arbeitskameraden Horst Schunck gelang es ihm dann, die beiden Mädchen hochzuholen und an Land zu bringen.

Kief´scher Weiher endgültig für Motorboote gesperrt (09. August 1960)

Nach dem tödlichen Unfall im Kief´schen Weiher, wo am 29. Juli der junge Jürgen Keller aus Mußbach von einem Motorboot erfaßt wurde, ist das Weihergelände jetzt endgültig für Motorboote gesperrt. Die Stadtverwaltung erklärt in einer Pressenotiz zu dieser Maßnahme: „Der tödliche Unfall, dem ein Schwimmer im Kief´schen Weiher zum Opfer fiel, hatte zunächst das Polizeipräsidium Ludwigshafen veranlaßt, vorläufig die Benutzung des Weihers mit motorisierten Wassersportfahrzeugen zu verbieten. Die Stadtverwaltung als zuständige Behörde hat zwischenzeitlich in Verbindung mit den Eigentümern des Gewässers die Angelegenheit rechtlich überprüft. Dabei wurde festgestellt, daß der Kief´sche Weiher ein privates Gewässer ist. Die verfügungsberechtigten Eigentümer haben nun im Einvernehmen mit dem Amt für öffentliche Ordnung im Interesse und zum Schutze der stets zahlreich Badenden schriftlich ihr bisheriges Einverständnis zur Stationierung und zum Befahren des Weihers mit motorisieren Wassersportfahrzeugen mit sofortiger Wirkung zurückgezogen und werden jetzt an allen Zufahrtsstraßen sowie an der Öffnung des Weihers zum Rheinstrom hin entsprechende Verbotsschilder aufstellen.“

Erweiterung der Mozartschule vor dem Abschluß (15. August 1960)

Die Arbeiten am Erweiterungsbau der Mozartschule gehen ihrem Ende entgegen, so daß das neue Gebäude noch in diesem Monat bis Schulbeginn fertiggestellt sein wird. Anfang nächster Woche geht es an den Abbau der Gerüste, nachdem die Verputzarbeiten vollendet sind. Im Innern der Schule werden augenblicklich Fußbödenverlegt, die Schulküche eingerichtet und Malerarbeiten vollendet.
Im Freigelände zeigt sich deutlich, wie Schule und Mozartpark trotz erhöht liegenden Schulhof zu einer Einheit verschmelzen.
Der erste Bauabschnitt umfaßt einen Klassentrakt mit fünf Klassenzimmern und zahlreichen sonstigen Räumen sowie die neue Abortanlage, die durch einen überdachten Pausengang erreichbar ist. Dieser Gang verbindet gleichzeitig den Neubau mit dem alten Schulgebäude, das gerade renoviert wird. Der Erweiterungsbau enthält im Erdgeschoß zwei Klassenräume sowie je ein Lehrmittel-, Lehrer- und Schulleiterzimmer, im Obergeschoß drei Klassenzimmer, ein Lehrerzimmer und eine Film- und Singsaal, ferner im Untergeschoß eine Lehrküche, einen Eßraum und ein Bastelzimmer. Die Garderoben schließen sich unmittelbar an die Klassenzimmer an und sind nur von ihnen aus erreichbar. Der Haupteingang zur Schule befindet sich wie bisher an der Königstraße, an der Hilgundstraße (früher Hindenburgstraße) ist zwischen Altbau und Stützmauer eine Einfahrt angebracht. Der Bürgersteig an der Hilgundstraße wurde entlang des Parkes erweitert. Mit den gärtnerischen Arbeiten für die Neugestaltung des Mozartparkes wurde nunmehr auch im Bereich des Erweiterungsbaues begonnen.
In einem späteren zweiten Bauabschnitt soll eine Turnhalle mit den erforderlichen Nebenräumen errichtet werden. Ursprünglich war auch ein Anbau an den Erweiterungsbau in Richtung Hilgundstraße vorgesehen, auf den aber verzichtet werden kann.

Tanz zum Erntefest in Rheingönheim (15. August 1960)

Die Turngesellschaft „Frei Heil“ in Rheingönheim ruft Freunde und Mitglieder am Samstag zu einem Tänzchen in die Turnhalle. Es spielt die Kapelle „Ramona“.

Bürger nur mit „Feuereimer“ (22. August 1960)

Vor 175 Jahren schuf die Oberschultheißerei Oggersheim, die etwa dem heutigen Landkreis Ludwigshafen entsprach, eine eigene Feuerversicherung. Zu dieser Oberschultheißerei gehörte auch Rheingönheim. Das 1785 gegründete „Brand-Institut“ war eine der segensreichsten Einrichtungen in jener Zeit. Sie war der vom Vater des deutschen Versicherungsgedankens Arnoldi im Jahre 1821 und als erste deutsche Feuerversicherung gilt um 36 Jahre voraus.
Es bestand ein strenges Gesetz, daß im 17. und 18. Jahrhundert niemand als Bürger einer Gemeinde angenommen werden konnte, der nicht einen Feuereimer besaß. Der Eimer war notwendig, weil es noch keine Wasserleitungen gab.
Ein Großband in Rheingönheim, dem zahlreiche Gebäude zum Opfer fielen, mag der unmittelbare Anlaß zur Gründung der Brandkasse gewesen sein.
Am 13.06.1785 wurde in die Satzung der Brandkasse aufgenommen, daß die Gemeinden sich gegenseitig Sicherheit gegen einen durch Brand unglücklicherweise entstandenen Schaden bis zur Höhe von 4000 Gulden gewähren. Ein Drittel des Schadens mußte der Geschädigte selbst tragen. Ferner mußten Gemeinden mit 100 Familien eine Feuerspritze besitzen.

Sep

Zusammenstoß in Rheingönheim (01. September 1960)

Auf der Kreuzung Eisenbahnstraße und Carolistraße stießen zwei PKW zusammen. Beide Fahrer wurden leicht verletzt, die Fahrzeuge jedoch stark beschädigt.

Auf erfolgreicher Sängerfahrt in Norditalien (02. September 1960)

Von einer außerordentlich erfolgreichen Sängerfahrt sind die 26 Sänger der „Germania“ mit ihrem Chorleiter Siegfried Salten zurückgekehrt. Sie beteiligten sich vom 25. Bis 28.08. an dem VIII. Internationalen Gesangswettbewerb „Concorso Polifonico Internationale“ in Arezzo, an dem 32 Chöre aus Italien, Griechenland, Jugoslawien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Spanien, England und Deutschland teilnahmen.
Sie konnten sich bei der sehr starken Konkurrenz einen ehrenvollen fünften Platz ersingen. Ihre beiden in italienischer Sprache vorgetragenen Pflichtchöre fanden besonders starke Beachtung, wobei zu erwähnen ist, daß der Chor mit „Kyrie“ die höchste Tageswertung erzielte.
Aufgrund einer Einladung des Oberbürgermeisters der Stadt S. Giovanni veranstalteten die Rheingönheimer gemeinsam mit einem Chor aus Rom ein Abendkonzert.
Das die Sänger in Bologna auf dem dortigen Ehrenfriedhof für ihren im Krieg gefallenen und dort begrabenen Sangesbruder Franz Niermaier bei einer Gedenkfeier einen Kranz nieder, war ihnen selbstverständlich.
Bei der Rückkehr in Rheingönheim wurden der Chorleiter und die Sänger mit Blumengebinden empfangen und gebührend gefeiert.

Erweiterungsbau der Mozartschule übergeben (03. September 1960)

Mit einer kleinen Feierstunde wurde der Erweiterungsbau der Mozartschule seiner Bestimmung übergeben. Insgesamt wurden im ersten Bauabschnitt fünf Lehrsäle mit Garderoberäumen, eine Lehrküche mit Speiseraum, ein Mehrzwecksaal, der auch für Filmvorführungen dient, sowie mehrere andere Spezialräume, eine Gärtnerunterkunft für die Betreuung des angrenzenden Parks und neue Toiletten fertig gestellt.
Im kommenden Jahr soll der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werden, der eine Turnhalle mit den entsprechenden Nebenräumen und einen Untersuchungsraum für den Schularzt umfaßt.
Wie Oberbaudirektor Ziegler bei der Übergabe des Erweiterungsbaues ausführte, wurde bereits im November 1957 die ersten Projektskizzen für die Erweiterung der Mozartschule angefertigt. Die endgültige Genehmigung durch den Stadtrat wurde dem Bau im Oktober 1958 erteilt, und Anfang vergangenen Jahres wurde mit den Erd-, Maurer-, und Betonarbeiten begonnen. Der Konkurs einer Firma und konjunkturbedingte Einflüsse hätten allerdings den Innenausbau der Schule verzögert, so daß sie leider nicht wie vorgesehen zu Ostern übergeben werden konnte. Das Tiefbauamt hatte den Schulhof neu hergerichtet und als Verbindung zwischen dem mit einem Kostenaufwand von 60 000 Mark renovierten alten Gebäude und dem Erweiterungsbau wurde ein Pausengang erstellt.
Oberbürgermeister Dr. Klüber bezeichnete die Eröffnung des Erweiterungsbaues als einen Meilenstein im bereits 1957 aufgestellten Programm, Ludwigshafen und in gleichem Maße die Vororte mit neuen Gebäuden attraktiver zu gestallten.
Wenn Rheingönheim auch etwas lange habe warten müssen, so sei dies aus den großen Kriegszerstörungen her zu erklären.
Mit dem heutigen Tag zeichne sich aber auch für Rheingönheim der Beginn eines großzügigen Aus- und Aufbaues an. Der Oberbürgermeister appellierte dabei auch an die Rheingönheimer Grundstückbesitzer, ihr bürgerschaftliches Gefühl in den Vordergrund zu stellen. Dann sei es auch im Bälde in Rheingönheim möglich, großzügig mit dem Wohnungsbau zu beginnen, wie es in anderen Stadtteilen bereits der Fall ist.
Glückwünsche der Landes- und Bezirksregierung übermittelte Oberregierungsrat und Schulrat Borchers, der zugleich Ludwigshafen und seiner Verwaltung herzlichen Dank und Anerkennung für die vorbildliche Förderung des Volksschulwesens aussprach.
Schulrat Karl Zapp bedankte sich für die Errichtung des Erweiterungsbaues und gab zum Ausdruck, daß es jetzt endlich möglich sei das düstere Gebäude der Rheinschule zu verlassen. Die acht Klassen der Gemeinschaftsschule und die zwei Klassen der katholischen Konfessionsschule hätten nun genügend Raum, auch wenn die Einführung eines neunten Schuljahres komme oder die Klassenstärke herabgesetzt werde.
Dankesworte des Ortsbeirates und der Bürgerschaft übermittelte anschließend noch Ortsvorsteher Philipp Kuhn.

Handballer feiern Jubiläum (03. September 1960)

Heute Abend, um 20 Uhr, findet im Turnerheim des TV 1878 Rheingönheim eine Feierstunde „40 Jahre Handball“ im Kreis Ludwigshafen statt. Die Veranstaltung wird umrahmt von Darbietungen des Blasorchesters des katholischen Werkvolkes St. Martin und von Turnerinnen des Rhein-Limburg-Gaues. Die Festansprache hält Dr. Robert Eicher, der selbst aktiver Handballer war und in der ruhmreichen Friesenheimer Mannschaft stand, die zweimal Deutscher Meister wurde. Es werden Abordnungen von 40 Vereinen erwartet.

Mit Idealismus das Handballspiel eingeführt (05. September 1960)

Im Rahmen eines Festabends ehrte der Pfälzer Handballverband Kreis Nord zum 40jährigen Bestehen des Handballs verdiente Mitglieder in, der Fahnen- und Blumengeschmückten Turnhalle des Turnvereins Rheingönhelm. Die Festrede hielt der Vorsitzende des Stadtverbandes für Leibesübungen Dr. Robert Eicher.
Er überbrachte zunächst die herzlichsten Glückwünsche. Das 40jährige Bestehen sei deshalb etwas Besonderes, weil der Kontakt zum damaligen Geschehen noch unmittelbar persönlich und deshalb spürbar sei. So könne er inmitten des olympischen Geschehens leicht die Erinnerung an jene Zeit wachrufen, in der Sportler das Handballspiel einführten, ein Spiel der ungezwungenen Freude, ein Spiel, das gleichsam der Gesundheit des Körper und des Geiste dient. Mit ihrer Tat hätten die Männer, zu deren Ehrung sich die Sportlerfamilie in Rheingönheim zusammengefunden habe, dem Handballspiel zur heutigen Popularität verholfen. Vor allem die Turnerjugend habe sich für das neue Spiel im Freien begeistert. Allerdings hätten sich die Spieler damals ihre Sportplätze in mühevoller, harter Arbeit selbst anlegen müssen. Der damit bewiesene Idealismus sei heute nach dem zweiten Weltkrieg leider nur noch selten anzutreffen.
Nach der Totenehrung stellte Dr. Eicher fest, daß die Jubilare als die Älteren die Verpflichtung hätten, dafür zu sorgen, daß jene Werte nicht untergehen. Ihnen falle die Aufgabe zu, auch weiterhin ihre Kraft dem sportlichen Tun der Jugend zu widmen. Abschließend wünschte Dr. Eicher ein „Frisch auf — Glück auf!" all denen, die sich dem sportlichen Gedanken gewidmet haben.
Die Glückwünsche des Landkreises übermittelte Landrat Dr. Becker-Marx, um als zweiter Vorsitzender des Pfälzer Turnerbundes an das Gemeinsame im Handball und Turnen zu appellieren. Er sprach die Hoffnung aus, daß solche Zusammenkünfte den Geist der Gemeinsamkeit weckten.
Ortsvorsteher Stadtrat Philipp Kuhn überbrachte anschließend die Glückwünsche der Stadtverwaltung und des Oberbürgermeisters und versicherte als Mitglied des Sportausschusses gerne, sich weiterhin für die sportlichen Belange einzusetzen.
Die Ehrung der Jubilare nahm der Vorsitzende des Pfälzer Handballverbandes Ludwig Eichel vor, der den jubilierenden Kreis Nord des Verbandes in spielerischer und mannschaftlicher Hinsicht als den geschlossesten und stärksten bezeichnete. Für 40jährige Tätigkeit wurden mit dem silbernen Ehrenzeichen ausgezeichnet: Kreisspielwart Fritz Meyer, Kreisschiedsrichterobmann Adolf Schwab, erster Vorsitzender Georg Völker, Stellvertreter Karl Klamm und der langjährige Schiedsrichter Heinrich Beck. Die goldene Schiedsrichternadel erhielten: Paul May, Georg Gjemre, Oskar Reber und Adolf See. Mit einer Ehrennadel ausgezeichnet wurde der Verbandsschriftführer und Schwimmwart des Pfälzischen Turnerbundes, Raimund Kaffisch. Als Gründungsmitglied erhielt Helmut Magin die silberne Verbandsnadel. Fritz Hermann wurde mit einem Ehrengeschenk bedacht.
Die Turnerinnen umrahmten die Feier mit Gymnastik und Tanzdarbietungen, während das Blasorchster St. Martin mit seinen Weisen ebenfalls zum Gelingen der Jubiläumsfeier beitrug.

Kochkursus in Rheingönheim (09. September 1960)

Die Volkshochschule führt am 19. September erstmals einen Kochkursus für Anfänger in der Mozartschule durch. Anmeldungen werden bis 16. In der Geschäftsstelle der Volkshochschule im Kulturhaus entgegengenommen.

Bedürftige Familien erhalten Winterhilfe (16. September 1960)

Bedürftige Familien und Einzelpersonen ohne Fürsorgeunterstützung können eine Winterhilfe erhalten, wenn deren Renten und sonstige Einkommen nur unwesentlich über der Richtsätzen der Fürsorge liegen. Anträge können unter Vorlage der Rentenbescheide, Unterhaltsbeihilfebescheide des Ausgleichsamtes, Arbeitslosenmeldekarten und sonstige Unterlagen im Gemeindehaus Rheingönheim beantragt werden.

Ehrungen bei der Germania (20. September 1960)

Mit einem gehaltvollen Festabend ehrte der Gesangverein "Germania" 1874 Rheingönheim in der Sporthalle der Turngesellschaft "Frei Heil" seine Sänger, die schon über 40 Jahrelang aktiv dem Chor angehören. Maßgeblichen Anteil an der kultivierten Ausgestaltung dieses Abends hatte der Musikverein Haßloch unter Leitung von Siegfried Salten. Von den einleitenden Festfanfaren bis zum "Einzug der Gäste auf der Wartburg" bot das Orchester eine ausgezeichnete Leistung und begleitete auch "Die Ehre Gottes in der Natur" von Beethoven, gemeinsam gesungen von der Sängervereinigung Haßloch und der „Germania", hervorragend. Die Darbietungen des gastgebenden Chores, ebenfalls unter S. Salten, erhielten viel Beifall, vor allem auch die klangschönen Lieder des Gesangvereins Enkenbach, die vom Vorsitzenden des Pfälzischen Sängerbundes, Albert Hofmann, dirigiert wurden.
Der erste Vorsitzende des, Gesangvereins "Germania" begrüßte mit herzlichen Worten die zahlreichen Gäste, die sich eingefunden hatten, um einigen Sängern für ihre Treue und Anhänglichkeit die gebührende Anerkennung zu zollen. Vor allem begrüßte er die Sängerfreunde aus Haßloch, Viernheim, Limburgerhof und Enkenbach und unterstrich die großen Freundschaftsbände, die den Gesangverein "Germania" gerade mit Enkenbach verbinden, die es noch zu untermauern gelte zum Wohle des ewig schönen deutschen Liedes. Dieser Abend möge ein Loblied auf die Treue und Kameradschaft sein.
Ein solcher Abend, so führte später Eugen Hübner bei der Ehrung der Sänger aus, zeige, wie notwendig es ist gerade in unserer Zeit herauszustellen, daß Idealismus für das Gedeihen einer Gemeinschaft unentbehrlich ist. Dieser Abend zeige aber auch, daß um Idealismus und Treue sich auch heute noch Menschen bemühten und damit ein gedeihliches Gemeinwesen garantieren, Diese verdienten Sänger sollten die jungen Mitglieder als Beispiel und Vorbild anspornen in ihrem Sinne zu wirken, auf daß ihnen dereinst die Ehre widerfahren werde. Eindrucksvoll war die Totenehrung für zwei Sänger, die diesen Abend nicht mehr mit erleben konnten: Jakob Klamm und Willi Horlacher.
Auf der Bühne, an einer festlich geschmückten Tafel, vor blitzenden Sektkelchen hatten die elf jubilierenden Sänger Platz genommen: Adam Neumann I, Jean Gimmy, Johannes Wetzlar, Rudolf Frey, Paul Kunz, Willi Geiberger, Max Geiger, Ludwig Klamm, Robert Wetzler, Adam Neumann II und Max Berg. Ihnen überreichte der Vorsitzende des Pfälzischen Sängerbundes, Albert Hoffmann, die goldene Bundesehrennadel, der in seiner Ansprache die hohe kulturelle Aufgabe des Chorgesangs herausstellte, die weit über den Begriff eines feierabendlichen "Steckenpferdes" hinausgehe.
Im zweiten Teil des Abends standen Musik und Gesang, sowie Geplauder vom unverwüstlichen Bellemer Heiner auf dem Programm.

Ein Brückenbau mit Hindernissen (20. September 1960)

Die kleine Brücke zwischen: Neuhofen und Rheingönheim, deren Bau wiederholt vorgeschlagen worden war, ist trotz einer Reihe recht mißlicher Begleitumstände in diesen Tagen vollendet worden. Dank der Initiative von Frau Bärbel Kraus und des Rheingönheimer Ortsvorstehers Kuhn ist die Brücke mit Unterstützung der Stadtverwaltung Ludwigshafen in verhältnismäßig kurzer Zeit entstanden. Ihr Bau war kein dringendes Erfordernis aus verkehrspolitiscner Sicht, er sollte vielmehr in Anbetracht des sich mehr und mehr ausweitenden Kraftfahrzeugverkehrs die Möglichkeit bieten, daß Spaziergänger zu dem Erholungsgebiet des Neuhofener Unterwaldes kommen, ohne sich durch den starken Straßenverkehr hindurch lavieren zu müssen. Dieser Plan fand allgemein Anklang bei der Bevölkerung, um so mehr überraschten verschiedene "Sabotage-Aktionen". So wurden die ausgehobenen Fundamentierungslöcher eines Tages zugeschüttet und ein andermal fanden sich plötzlich die Dielen für den Brückenweg im Wasser. Die größte Überraschung erlebte man aber, als nach Fertigstellung des kleinen Bauwerkes ein großer Heurechnen vor der einen Brückenseite aufgestellt war und damit der Durchgang blockiert war. Außerdem fehle das Schild mit der Aufschrift "Bärbel-Brücke". Der Steg ist nach dem Vornamen der Initiatorin Frau Kraus benannt).
Diese unerklärlichen Maßnahmen sind bis jetzt noch nicht erforscht. Es wird vermutet, daß Landwirte, die in jenem Gebiet Wiesen von der Stadt Ludwigshafen gepachtet haben, Urheber dieser "Sabotage-Akte" waren. Angesichts des Nutzens, den die Brücke für breite Schichten der Bevölkerung bringt, sollten sich die "Saboteure" der Maxime erinnern, daß Gemeinnutz vor Eigennutz geht, ehe sich die Staatsanwaltschaft in die Erforschung der mißlichen Vorgänge einschalten muß.

SPD legt Kandidatenliste für Stadtratswahl vor (23. September 1960)

Als erste der im Stadtrat vertretenen Parteien legte gestern die SPD im Rahmen einer Pressekonferenz im Hotel „Viktoria“ eine vollständige Liste ihrer Kandidaten für die Stadtratswahlen am 23. Oktober vor. Die Liste der SPD enthält 52 Bewerber, von denen die ältesten 68 Jahre und der jüngste 29 Jahre alt ist.
Aus Rheingönheim sind folgende Personen nominiert:
• Listenplatz: 9 Phillip Kuhn, 68 Jahre – Pensionist
• Listenplatz: 27 Heinrich Wälker, 47 – Elektriker
• Listenplatz: 39 Hugo Sternberger, 42 Jahre – Lehrer
• Listenplatz: 50 Albert Winkelmann, 55 Jahre – Mechaniker

CDU stellt die jüngste Mannschaft zur Wahl (24. September 1960)

Der Kreisverband Ludwigshafen-Stadt der CDU gab einen Tag nach der SPD in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz die Liste seiner 51 Kandidaten die die bevorstehende Stadtratswahl bekannt. Der jüngste Kandidat ist 26 Jahre alt. Noch drei andere sind weniger als 30 Jahre alt.
Aus Rheingönheim sind folgende Personen nominiert:
• Listenplatz: 2 Ludwig Schuster, 53 Jahre – Chemotechniker
• Listenplatz: 24 Richard Jeck, 35 Jahre – Laborant
• Listenplatz: 30 Georg Schwaniger, 62 Jahre – Werkmeister
• Listenplatz: 39 Rudolf Buhmann, 27 Jahre – Maschinenschlosser
• Listenplatz: 45 Karl Heinz Arendt, 34 Jahre – Bankkaufmann

Okt

Schwer verletzt ( 08. Oktober 1960)

Auf der Hauptstraße fuhr ein PKW einen Radfahrer an. Der 30jährige Radler mußte mit Kopfverletztungen ins Krankenhaus eingeliefert werden.

SPD-Bürgerversammlung (12. Oktoberber 1960)

Die SPD führt heute Abend eine Bürgerversammlung durch. In der Turnhalle des TV Rheingönheim sprechen OB Dr. Klüber, Stadtrat Rudolf Hoffmann und Kandidat Erich Sonntag.

Bestandsaufnahme in Rheingönheim (14. Oktober 1960)

Die alljährliche Gemarkungsrundfahrt des Ludwigshafener Stadtrats stand in diesem Jahr im Zeichen eines umfassenden Rückblicks über alles, was in den vergangenen vier Jahren der Stadtratsperiode in Ludwigshafen geschaffen wurde, was beschlossen ist und was sich im Bau befindet. Das war allerdings ein Programm was sich nicht an einem Tag bewältigen ließ. Der gestrige Nachmittag war unter anderem auch der Stadtteil Rheingönheim an der Reihe.
Besichtigt wurde der Kanalsammler von Mundenheim nach Rheingönheim welcher 700 000 Mark kostete und die Voraussetzung für ein weiteres Wohngebiet in Rheingönheim schafft. Die Rheinschule steht zur Zeit leer und soll für 100 000 Mark umgebaut werden. Es soll eine Stadtbücherei, eine Säuglingsfürsorge und ein großer Mehrzwecksaal entstehen. Der erst vor kurzem in Dienst gestellte Erweiterungsbau, der 800 000 Mark kostete, wurde ebenfalls begutachtet und fand viel Anerkennung.
Doch es ging noch weiter: Die Friedensstraße wurde in diesem Jahr ausgebaut und soll als Umleitungsstraße einmal gute Dienste leisten beim notwendigen Ausbau der Hauptstraße, der vielleicht schon im kommenden Jahr vorgenommen wird.

Neue Zweckbestimmung für Rheinschule (15. Oktober 1960)

Die ehemalige Rheinschule befindet sich in sehr schlechtem Bauzustand. Der Schulbetrieb ist seit der Fertigstellung des Erweiterungsbaues in der Mozartschule verlegt worden. Auf Veranlassung des Sozialdezernates soll jetzt das Erdgeschoß der Rheinschule für eine Mütterberatungsstelle mit Warte- und Wickelraum, Wiegezimmer, Untersuchungsraum und Stillzimmer instand gesetzt werden. Außerdem soll der Saal für die Betreuung der schulpflichtigen Kinder von berufstätigen Müttern eingerichtet werden. Das Obergeschoß wird dagegen für die Zwecke der Büchereistelle umgebaut, die sich noch im Gemeindehaus befindet, und erhält außerdem einen Mehrzwecksaal. Der Stadtrat hat bei seiner letzten Sitzung den Betrag von 100 000 Mark für diese beiden Maßnahmen genehmigt.

Beim Grenzübertritt verhaftet (18. Oktober 1960)

Beim illegalen Grenzübertritt in Hilders wurden zwei 17- und 22jährige Burschen festgenommen. Sie hatten in Rheingönheim Kleidungsstücke gestohlen und ein geliehenes Motorrad nicht mehr zurückgegeben.

Beim zweiten Unfall gestellt (24. Oktober 1960)

Ein in Mannheim stationierter US-Soldat hatte bereits in Speyer einen Unfall gebaut und anschließend Fahrerflucht begangen, als er kurze Zeit später in Rheingönheim auf einen parkenden PKW auffuhr. Dabei konnte der Soldat gestellt werden. Die beiden Insassen des parkenden Wagens wurden leicht verletzt.

Rententermin nicht vergessen (24. Oktober 1960)

Am 28. und 30. Oktober können die Versicherungs- und Versorgungsrenten an der Zahlungsstelle in Empfang genommen werden.

Sieger- und Jubilarehrung (27. Oktoberber 1960)

Der Verein für Körperpflege Ludwigshafen-Rheingönheim lädt auf Freitagabend zu einer Sieger- und Jubilarehrung in den Saal des Gasthauses „Zum Hirsch“ ein. Dabei soll insbesondere Karl Stoner geehrt werden, der die Deutsche Meisterschaft der Gewichtheber im Leichtgewicht erringen konnte.

Lebensgefährlich verletzt (29. Oktoberber 1960)

Auf dem Hohen Weg in Rheingönheim wurde ein 12jähriger Junge beim überqueren der Fahrbahn von einem Kombiwagen angefahren und lebensgefährlich verletzt. Das Kind wurd ins Krankenhaus eingeliefert.

Karl Stohner geehrt (31. Oktober 1960)

Der Verein für Sport- und Körperpflege in Rheingönheim hatte wahrlich Anlaß zum Feiern. Seinem Mitglied Karl Stohner war es endlich gelungen, bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart die Würde eines Deutschen Meisters im Gewichtheben der Leichtgewichtsklasse zu erringen und damit eine Goldmedaille nach Hause zu bringen.
Zahlreiche Rheingönheimer Bürger, die Vertreter der verschiedenen örtlichen Vereine, und nicht zuletzt der Vorsitzende des Schwerathletik-Verbandes Pfalz, Ludwig Schedler, waren der Einladung gefolgt, diese Leistung in einer Feierstunde im Saal der Gastwirtschaft „Zum Hirsch“ zu würdigen. Vorsitzender Wilhelm Böckler erwähnte in seiner Festansprache, daß Rheingönheim schon in den zwanziger Jahren eine Hochburg der Schwerathletik war. Um so erfreulicher sei es, daß der heute 25 Jahre alte Karl Stohner diese Tradition fortsetze. Im Jahre 1957 habe er erstmals an den Deutschen Meisterschaften in Kassel teilgenommen und zwei Jahre später in Nürnberg bereits eine Bronzemedaille errungen. Diesmal sei ihm dann mit einer Bestleistung von 690 Pfund der große Wurf gelungen.
Als äußere Anerkennung überreichte der Vorsitzende das silberne Vereinsabzeichen und eine Siegerstatue. Die Glückwünsche der Stadt übermittelte der Ortsvorsteher Ph. W. Kuhn, der gleichzeitig ein Blumenpräsent überreichte.
Der Vorsitzende des Schwerathletik-Verbandes Pfalz, Ludwig Schedler, nahm die Feier zum Anlaß, noch einige weitere Ehrungen durchzuführen. Im Auftrag des DeutschenAthletik-Bundes überreichte er Fritz Frosch für 50jährige Vereinszugehörigkeit, und Georg Greß, Emil Greß und Wilhelm Böckler für 40jähre Mitgliedschaft die goldene Ehrennadel des Bundes. Die silberne Nadel erhielt gleichzeitig Albert Engelter für 30 Jahre Treue. Die beiden Rheingönheimer Gesangvereine „Männergesangverein 1865“ und „Volks-Chor Ludwigshafen-Rheingönheim“ hatten sich gerne bereit gefunden, durch ihre Lieder zu der stimmungsvollen Feier beizutragen.

Nov

Hubertusfeier (03. November 1960)

Der Landesverband Rheinland-Pfalz, Kreisgruppe LU, lädt auf Freitag zur Hubertusfeier ins Pfalzbau-Cafe ein. Die Rede hält Hardy Klein. Außerdem wirken mit: Jagdhornbläser, Gesangverein „Germinia“ Rheingönheim und die Tanzgruppe des VTV Mundenheim sowie ein Tanzorchester.

Gestürzt (04. November 1960)

Ein Mopedfahrer kam auf dem „Hohen Weg“ zu Sturz und zog sich dabei schwere Verletzungen zu. Er mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Fahrbares Treibhaus (11. November 1060)

Wer von Rheingönheim nach Altrip fährt und auch einen Blick für Veränderungen innerhalb eines bestimmten Landschaftsbildes hat, wird am Ausgang von Rheingönheim bei der Gärtnerei Adolf Kunz, bemerkt haben, daß hier etwas nicht ganz in Ordnung sein muß; denn innerhalb des letzten Jahres hat ein Treibhaus mehrmals seinen festen Platz gewechselt, ohne daß es hierfür für einen Laien eine vernünftige Erklärung gibt.
Ein Treibhaus auf Rollen, das je nach Bedarf von einem Feld auf das andere versetzt werden kann, ist hier seit einiger Zeit auf dem Gelände der Gärtnerei von Besitzer Rudolf Kunz in Bewegung. 15t schwer ist rund 350m² Bodenfläche bedeckendes Glashaus, das in zwei Schiffe unterteilt ist. Es ruht auf 24,6cm tief in die Erde eingerammten Metallrollen zur Fortbewegung des ganzen Treibhauses. Im Innern befindet sich eine moderne Beregnungsanlage, die mit einem Handgriff bedient werden kann und gleichzeitig die gesamte Fläche berieselt. Auch eine Heizungsanlage, zusammengesetzt aus Schnellkupplungsrohren sorgt für regelmäßige Temperatur je nach Wunsch.
Der 27 jährige Gärtner Adolf Kunz, der schon seit mehreren Jahren selbstständig arbeitet, ist für moderne Einrichtungen aufgeschlossen und wie er sagte, mit diesem Treibhaus außerordentlich zufrieden.
Von Februar bis etwa gegen Ende April wurden Kohlrabi angepflanzt, die dem Gärtner zu einen ersten Mehrerlös einbrachten, da er 14 Tage früher auf dem Markt sein konnte. Von Ende April bis Mitte September baute er Tomaten an und hatte auch hier eine sehr gute Qualität, die im Freiland nicht erzielt worden wäre. Von Mitte September bis in die ersten Novembertage hinein wurden Chrysanthemen überrollt, die im Freiland schon längst nicht mehr den Witterungseinflüssen standgehalten hätten. Heute noch blühen diese in prächtigsten Farben im Treibhaus. Bis Ende Dezember sollen nun Schnittblumen überrollt werden und anschließend noch einmal Feldsalat.
Rund 13 000 Mark kostet diese Neukonstruktion in Rheingönheim.

Zum Gedenken der Gefallenen (12. November 1960)

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräber Fürsorge veranstaltet am Sonntag, 11 Uhr in Rheingönheim am Denkmal auf dem ehemaligen Friedhof (Mozartpark) eine Trauerfeier zu Ehren der Gefallenen und Kriegstoten.

Ehrenmal übergeben (14. November 1960)

Die Trauerfeier zum gestrigen Volkstrauertag auf dem alten Friedhof wurde unter starker Beteiligung der Bevölkerung und unter Mitwirkung des evangelischen Posaunenchores, des Männergesangvereins 1865 und des Volkschors abgehalten, hatte ein besonderes Gepräge: Pfarrer Werron konnte seine Worte vor dem neuen Denkmal sprechen. Er dankte Ortsvorsteher Kuhn, dem Ausschuß und der Stadtverwaltung für ihren Einsatz, der dazu führte, daß am Volkstrauertag das neue Denkmal den Bürgern zu treuen Händen übergeben werden konnte. Unter den Klängen des Lieds vom Guten Kameraden legten dann Ortsvorsteher Kuhn und ein Vertreter des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge am Ehrenmal Kränze nieder.

Ergebnis der Presbyterwahlen (15. November 1960)

Wieder gewählt wurden Adam Hesse, Georg Huber, Robert Jakob, Friedrich Köhler und Karl Mayer. Neu sind Karl von Erden, Heinz Fischer, Tine Hering, Robert Schäfer, Ulrich Schmitt, Hugo Sternberger und Philipine Weiß.

Geistliche Abendmusik (16. November 1960)

In der evangelischen Kirche Rheingönheim findet am Bußtag um 20 Uhr eine Geistliche Abendmusik statt, wobei der evangelische Kirchenchor, ein Instrumentalkreis und drei Solisten mitwirken.

Andachtsvolle Weisen in Rheingönheim (18. November 1960)

Werke aus dem reichen Schatz protestantischer Kirchenmusiktradition standen im Mittelpunkt geistlicher Musik in der protestantischen Kirche in Rheingönheim. Mit großer Gewissenhaftigkeit brachten die Rheingönheimer unter der Leitung ihres Dirigenten Erich Rudolph als einziges Beispiel zeitgenössischer Musica sacra inmitten barocken Musizierens Christian Lahusens vierstimmige Motette „Andacht zum Tode“ zu Gehör. Der Mangel an geschulten Solisten mochte dazu bewogen haben, Bachs stimmungsfeine Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ in zwei Einzelnummern ausschnittsweise zu bringen und den beiden Chören „Zion hört die Wächter singen“ und dem Schluß-Coral „Gloria“ das von Heinz Hesse mit klarer Kontur versehene Choralvorspiel von Johann Gottfried Walther voranzustellen.

Kreisschau in Rheingönheim (26. November 1960)

Große Freude herrscht bei den Mundenheimer und Rheingönheimer Geflügelzüchtern. Ihr lange gehegter Wunsch geht in Erfüllung: Heute vormittag wird in der Turnhalle der TG „Frei Heil“ ihre Kreisausstellung eröffnet. Weitere Veranstaltungen finden in der Gaststätte „Zum Hirsch“ statt. Sie ist möglich geworden durch den am 22. Januar diesen Jahres erfolgten Zusammenschluß der Geflügelzüchtervereine Mundenheim und Rheingönheim sowie der Rheingönheimer Kleintierzüchter zu einer Interessensgemeinschaft. Die Ausstellung zeigt bis Sonntagabend rund 1000 Tiere. Für die Aussteller der besten Tiere liegen zahlreiche Preise bereit, für die Besucher überdies Tombola-Gewinne.

Familienfeier (26. November 1960)

Die Schuhmacherinnung veranstaltet am Sonntagnachmittag im Gasthaus „Zur Krone“ eine Familienfeier.

Mitglieder für Ortsbeirates gewählt (30. November 1960)

In der konstituierenden Sitzung des Stadtrats sind auch die von den politischen Parteien vorgeschlagenen Mitglieder für die Ortsbeiräte neu gewählt worden. Diese bestehen für Rheingönheim aus 7 Mitgliedern.
SPD (5): Philipp Kuhn, Weinrich Walker, Werner Ullrich, Heinrich Lützel, Hugo Sternberger;
CDU (2): Karl Heinz Arendt, Ludwig Schuster;

Dez

Straßen in Rheingönheim umbenannt (01. Dezember 1960)

Folgende Straßen wurden in Rheingönheim umbenannt: Bergstraße zu Kirchbergstraße, Bismarckstraße zu Almelstraße, Hartmannstraße zu Benngewannstraße, Hindenburgstraße zu Hilgundstraße, Hintergasse zu Schmiedegasse, Industriestraße zu Wöllnerstraße, Ludwigsstraße zu Luisenstraße, Luitpoldstraße (von der Hauptstraße bis Hoher Weg) zu Hoher Weg, Luitpoldstraße (von der Bürgermeister-Horlacher-Straße) zu Neuhöfer Straße, Maxstraße zu Nachtweidestraße, Max-Seiten-Straße zu Grabenstraße, Niederfeldstraße zu Feldstraße, Ober, Untere bzw. Verlängerte Friedensstraße zu Friedensstraße, Sternstraße zu Spraterstraße, Von-der-Tann-Straße zu Reinwaltstraße;

Die erste Ortsbeiratsitzung (07. Dezember 1960)>

Die Ortsräte von Rheingönheim treten am Donnerstag um 19:15 Uhr zu ihrer ersten Sitzung in der Wahlperiode 60-64 zusammen. Die Bevölkerung ist zur Teilnahme eingeladen.

Weihnachtsfeier beim TVR (23. Dezember 1960)

Der TV Rheingönheim veranstaltet am Abend des 1. Weihnachtsfeiertages in seiner Turnhalle eine Weihnachtsfeier.

Umgestaltung der Kriegsgräber von 1870/71 (23. Dezember 1960)

Auf Wunsch des Ortsbeirates wird die Kriegerdenkmalstätte 1870/1871 bei der protestantischen Kirche umgestaltet. Mit dem protestantischen Kirchenbauamt sowie mit dem Amt für Denkmalpflege in Speyer wurde vereinbart, daß die vier Gedenktafeln einen würdig ausgestatteten Platz vor der linken Grenzmauer erhalten. Es ist weiterhin geplant, das Geländer zu entfernen und die beiden Treppenläufe zu einer Haupttreppe zusammenzulegen.
Auf Vorschlag von Vertretern der Kirchenregierung soll auch eine Vorfahrmöglichkeit für Fahrzeuge geschaffen werden, da die vor der Kirche parkenden Autos bisher auf der Bundesstraße 44 erheblich gestört haben.

Umzug der Bücherei macht wenig Freude (29. Dezember 1960)

Kurt Baumann, der bisherige Leiter der Zweigstelle der Stadtbücherei, verläßt zum 2. Januar endgültig Rheingönheim. An seine Stelle tritt Dipl.-Bibliothekarin Ingeborg Hammel.
Bibliothekar Baumann hatte im Februar 1957 die Zweigstelle Rheingönheim übernommen und sie in kurzer Zeit zu einem beachtlichen Aufschwung geführt. Während 1956 die Ausleihezahlen noch bei ca. 9000 Bänden lagen, waren es 1957 bereit 19 000, im darauffolgenden Jahr 23 000 und 1959 gar 24 000 Bände. Diese enorme Steigerung ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß es Baumann erstand, mit den Schulen in Kontakt zu treten und diesen Kontakt auch zu pflegen.
Zusammen mit den Lehrkräften der Mozartschule veranstaltete er Vorlesungen für Schulklassen und führte vor Jahresfrist eine großangelegte Werbeaktion für das gute Jugendbuch gegen Schmutz- und Schundliteratur durch, die auch bei den Eltern gutes Echo fand.
Gleich in die Anfangszeit der neuen Leiterin fällt der langerwartete Umzug der Zweigstelle vom Versammlungssaal des Ortsbeirates im Gemeindehaus in das noch im Umbau befindliche Gebäude der ehemaligen Rheinschule. Hier werden im Obergeschoß zwei Räume in einen Ausleihe- und Lesesaal umgebaut. Während bei der Rheinschule der Eingang noch von der Straße her direkt ins Haus führte, liegt er nach dem Umbau auf der Rückseite.
Wegen des Mütterberatungsdienstes im EG soll eine langsam ansteigende Rampe gebaut werden, damit man mit den Kinderwagen direkt ins Haus fahren kann. Dagegen wäre nichts einzuwenden, würde es für den Benutzer der Bücherei nicht ein „Büchereinlass mit Hindernissen“ bedeuten. Da sich die Leserschaft nicht allein aus unterhaltungsdurstigen Jugendlichen, sondern auch aus lesefreudigen älteren Personen rekrutiert, ist es vielen Rheingönheimern unverständlich, daß man nicht einen separaten Eingang von der Straße her ins Haus führt und so den Büchereibenutzern den Marsch um das Haus erspart.
Auch die Lage der neuen Zweigstelle ist recht ungängig, da der eigentliche Ortsmittelpunkt nördlich der Hauptstraße liegt.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 09. April 2009 um 15:44 Uhr
 

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