Die SteinzeitNomadisierende Germanen durchziehen in kleinen und größeren Gruppen die herrliche Rheinebene mit den schönen Bergen und Tälern. Aus den Urwäldern der Pfalz ertönen die ersten Baugeräusche. Umherziehende Großfamilien - wahrscheinlich Gallier keltischer Herkunft - beginnen sich länger an einem Platz aufzuhalten. Es entstehen befestigte Wege. Ringwälle werden angelegt. Mit Steinwerkzeugen versucht man in zäher Arbeit dem wild gewachsenen Boden etwas abzuringen. Die in der Gegend von Rheingönheim gemachten Funde zeugen davon, dass in der Zeit von 2000 v. Chr. schon menschliche Ansiedlungen bestanden haben. In den aufgedeckten Brandgräbern werden viele Steinwerkzeuge, aber auch reich verzierte Becher und Töpfe gefunden. Die Gepflogenheit der Leichenverbrennung herrschte in unserer Gegend vor. Ganz allmählich beginnt die Bronzezeit sich auszubreiten.
Die BronzezeitUm 1700 v. Chr. ist es dann in unserer Gegend zu erkennen, dass Bronze mehr und mehr in den Vordergrund tritt. Am Anfang nur zum Schmuck verwendet, sorgt der Durchbruch bei der Herstellung von Waffen und Gerät zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Ackerbau und Viehhaltung blühen auf. Beginn von Handel zeichnet sich ab. Der gefundene "Goldene Hut" von Schifferstadt sowie das massivgoldene Armreifenpaar von Böhl stammen aus dieser Zeit. Die meisten Funde liegen auf den Hochufern des Rheins. Die Völker müssen sesshaft geworden sein. Man erkennt es daran, dass Grabstätten und Siedlungsreste dicht beieinander liegen.
Von ausgedehnten Handelsbeziehungen zeugt ein bei Mutterstadt gefundenes Bernstein - Kollier, das von der Ostsee stammen muss.
Die EisenzeitUnser Raum wurde durch eine Einwanderungswelle aus dem Südostraum gestört. Diese Leute und die große Neuerung, die sie mitbringen, ist das Eisen. Eisen liefert neue, bessere Werkzeuge, die Arbeit der Schmiede löst die erste industrielle Revolution aus. Die frühen Töpfer wurden in ihrer Arbeit immer geschickter und fingen bald an, ihre Tonwaren in Öfen zu brennen. Bei der Suche nach besseren Erden zur Herstellung von Keramik wagten sich die Töpfer immer weiter vor. Die ersten tiefen Stollen entstanden und bei dieser Suche wurden die ersten Metalle gefunden. Es waren Klumpen von nahezu reinem Gold oder Kupfer, die sich durch Hämmern verformen ließen, aber nicht so leicht zerbrachen wie Ton. Es war jetzt eine Frage der Zeit, bis jemand auf die Idee kam, Metallstücke in einen Töpferofen zu werfen. Der sonderbare Klumpen wurde flüssig und beim Erkalten wieder fest. Die ersten Formen wurden sorgfältig aus der Oberfläche eines Steines herausgeschlagen und das heiße Metall hineingegossen. Die Formen wurden mit Tonhauben bedeckt. Allmählich finden sich in den Gräbern immer mehr Eisenwaffen und Gebrauchsgegenstände aus diesem neuen Material. Die Funde sind im Historischen Museum der Pfalz in Speyer sowie im Stadtmuseum Ludwigshafen ausgestellt. Überaus dicht besiedelt ist nun unser Gebiet durch das Auftauchen der Hallstattmenschen (Hallstattzeit = ältere Eisenzeit ).
Es wurden in unserer Gegend schon Siedlungen größeren Ausmaßes entdeckt, die teilweise mehr als 100 Hütten auf einem Platz feststellen ließen. Aus dieser Zeit stammt auch das größte geschlossene Gräberfeld im Raum Dannstadt/Schifferstadt/Mutterstadt, das etwa 800 bis 1000 Grabhügel aufwies. Dieses Gräberfeld ist eines der größten in Deutschland. Die Funde reichen, zeitlich eingeordnet, bis in die jüngere Eisenzeit, etwa 500 v. Chr. Die Eisenzeit war eine einfache und sehr sachliche Zeit. Es entwickelte sich die Gefäßmalerei. Aus dem Haus entwickelte sich in mehreren Stufen das Gehöft. Die Gehöfte wurden durch Ringwälle geschützt, da immer wieder germanische Horden ein Eindringen versuchten. Die keltischen Mediomatiker dagegen führten Eroberungszüge in die Mittelmeerländer durch. Es wurden primitive Straßen angelegt und auf diesen Handelsstraßen drangen die ersten römischen Legionen in unser Land ein.







