Deutschlands NeuanfangNach dem Zusammenbruch Deutschlands übernahm der Alliierte Kontrollrat die Regierungsgewalt. Nach Beschlüssen der Potsdamer Konferenz wurde das Deutsche Reich in vier Besatzungszonen eingeteilt. Die Gebiete östlich von Oder und Neiße kamen bis zur endgültigen Reglung durch einen Friedensvertrag unter polnische Verwaltung. Königsberg und das nördliche Ostpreußen wurde von der Sowjetunion verwaltet. Der westliche Teil Ostpreußens gelangte an Polen. Aus diesen Gebieten ebenso aus der Tschechoslowakei und Ungarn wurde die deutsche Bevölkerung ausgewiesen. Gleiches geschah den deutschen Minderheiten in Südosteuropa. Einzelne Gruppen in der Sowjetunion waren bereits während des Krieges in entfernte Gebiete deportiert worden. Es waren auf dem Gebiet des restlichen Deutschlands etwa 12,5 Millionen Menschen zusätzlich unterzubringen. Die große Zahl von Flüchtlingen stellte die daniederliegende Wirtschaft vor enorme Anforderungen. Berlin wurde von den Alliierten gemeinsam besetzt und in vier Sektoren geteilt. Eine selbständige deutsche Verwaltung gab es nicht. Die Besatzungsmächte hatten in ihren Zonen Länderregierungen eingesetzt. Die Siegermächte beschlossen die Dezentralisierung der deutschen Wirtschaft, die Demontagen und die zu leistenden Reparationen sowie die zu erfolgende Entnazifizierung. In den Westzonen wurde im Gegensatz zur SBZ (Sowjetische Besatzungszone) von einer Neuordnung der Wirtschaft abgesehen. In der SBZ war schon im Jahr 1945 damit begonnen worden eine Bodenreform und die Auflösung der Großbetriebe bzw. ihre Überführung in Staatsbesitz einzuleiten. Es entstanden volkseigene Betriebe und Landwirtschaftliche Produktionsgemeinschaften. Im Westen Deutschlands kam es zur Entflechtung der Wirtschaftskonzerne, die in den Händen deutscher Treuhänder lag. Die Demontage wurde durchgeführt. Die demontierten Fabrikteile waren für die neuen Betriebe nicht immer nutzbar gewesen. Man verzichtete dann auf weiteren Abbau und beließ die Betriebe z. B. in der SBZ an Ort und Stelle. Sie wurden Sowjetische Aktiengesellschaften. Die produzierten Güter gingen in die Sowjetunion. Im Jahre 1947 wurde Preußen offiziell für aufgelöst erklärt. Einzelne Gebiete wurden neu zusammengefasst, so dass kleinere Länder in größere aufgingen. Die Versorgungslage des Winters 1946 / 1947 steigerte die Notsituation in allen Zonen. Der Schwarzmarkt blühte. Die Kategorien der Lebensmittelmarken begünstigten Kinder und Schwerarbeiter. Kranke und Alte litten darunter. Es kam zu Schulspeisungen aus Beständen der Besatzungsmächte. Viele Hilfspakete aus dem Ausland erreichten die deutsche Bevölkerung. Die Sowjetische Militäradministration (SMAD) rief die Deutsche Wirtschaftskommission ins Leben, um verstärkt deutsche Verantwortung auch in ihrer Zone hervorzuheben. Die Entwicklung in der SBZ war völlig auf die eigene Leistungskraft beschränkt. An alten Maschinen standen ausgelaugte Arbeiter, die sich bemühten die Produktion zu erhalten. Dagegen erhielten die Westzonen einen wichtigen Anschub von Außen. Präsident Truman bot 1947 allen Ländern ,die sich vom Kommunismus bzw. sowjetischer Expansion bedroht fühlten, materielle Hilfe an. Diese Hilfe kam auch den drei westlichen Zonen Deutschlands zugute. Dadurch vermied man, dass sie nicht der kommunistischen Propaganda erlagen. Die Außenministerkonferenz der vier Besatzungsmächte war 1947 in Moskau gescheitert. Die amerikanischen und britischen Besatzungsbehörden begannen eine Bizonenverwaltung zu entwickeln. Ihr Sitz war in Frankfurt. Die Spannungen zwischen Ost und West nahmen zu. Der bayerische Ministerpräsident, Hans Ehard, lud die Ministerpräsidenten aller vier Zonen nach München zu einer Konferenz ein. Diese scheiterte bereits während der Vorgespräche vor Konferenzbeginn. Die Sowjets wollten über politische Fragen diskutieren lassen, während Amerikaner und Briten für die Behandlung von Wirtschaftsproblemen waren.
Die sowjetzonalen Regierungschefs brachen die Unterredungen ab und reisten zurück. Die verbleibenden westzonalen Länderchefs besprachen Versorgungsprobleme, die aber nur noch sekundäre Bedeutung besaßen. Es herrschten schon tiefgehende ideologische Vorbehalte und politisches Misstrauen vor. Der kalte Krieg hatte Deutschland ergriffen.
Briten und Amerikaner trieben den Ausbau der Wirtschaft voran und dachten an eine Sanierung der Währung. Eine spürbare Verbesserung der Versorgungsverhältnisse war bis 1948 nicht eingetreten. Der parteilose Wirtschaftsprofessor Ludwig Erhard wurde 1948 als Direktor der Wirtschaftsverwaltung für die Bizone eingesetzt. Nach dem so genannten Marshallplan begannen amerikanische Hilfsgelder der westzonalen Wirtschaft Auftrieb zu geben. Alle Gebiete, die unter sowjetischem Einfluss standen, war es verboten Gelder aus dem Marshallplan anzunehmen. Die SBZ durfte keine Hilfe annehmen, während der westdeutsche Wiederaufbau begann. Am 19. Juni 1948 kam es in den Westzonen zur Währungsreform. Die Reichsmark wurde durch das in den USA heimlich gedruckte neue Geld ersetzt. Wir bekamen die Deutsche Mark. Mit den Sowjets erfolgte von seitens der Westmächte keine Absprache. Diese reagierten empört darüber, dass auch in den Westsektoren von Berlin das Geld ausgegeben wurde. Die Sowjets setzten in der SBZ ebenfalls eine Währungsreform durch. Diese sollte auch für die Westsektoren gelten. Dies wiesen die westlichen Militärkommandanten zurück. Der sowjetische Militärgouverneur brach den Kontakt zu den westlichen Militärkommandanten ab. Die Sowjetunion veranstaltete in Warschau eine Sechsmächtekonferenz mit ihren Verbündeten auf der beschlossen wurde, mit aller Macht die Bildung eines westdeutschen Staates zu verhindern. Am 24. Juni 1948 blockierten die Sowjets sämtliche Zufahrtswege nach Berlin. Da die westlichen Alliierten bei all den Reglungen über die Zonen und Sektoren versäumt hatten sich Zugang über Landwege nach Berlin von den Sowjets garantieren zu lassen, blieb nur der Luftkorridor übrig. Auf Initiative von General Clay wurde dieser Luftraum für die Versorgung Westberlins genutzt. Sämtliche Versorgungsmittel wurden mit den "Rosinenbombern" in die Westsektoren gebracht. Am 12. Mai 1949 nach elf Monaten gaben die Sowjets die Blockade auf, da sie sich nicht als erfolgreich erwiesen hatte. Berlin war als "Frontstadt" Europas gegen den Kommunismus in den Blickwinkel der Welt geraten. Der Parlamentarische Rat, von den elf Landtagen der westlichen Besatzungszonen gewählten Versammlung, die das Grundgesetz der Bundesrepublik schuf, trat am 01.09.1948 in Bonn zusammen. Das Grundgesetz wurde am 08.05.1949 mit 53 Stimmen gegen 12 Stimmen verabschiedet. Vorsitzender des Parlamentarischen Rates war Dr. Konrad Adenauer (CDU). Ebenso gehörten dem Rat Kurt Schumacher (SPD), Theodor Heuss (FDP) und Max Reimann (KPD) an. Auf Einspruch der Alliierten musste eingeräumt werden, dass das Grundgesetz nicht für Berlin zu gelten habe. Berlin war kein Bestandteil der neu gegründeten Bundesrepublik. Am 14.08.1949 wurde der erste Bundestag gewählt. Am 07.09.1949 wurde die Bundesrepublik Deutschlands konstituiert. Am 12. September wählte die Abgeordnetenmehrheit der Bundesversammlung Theodor Heuss zum Bundespräsidenten. Am 15.09.1949 wurde Konrad Adenauer zum ersten Bundeskanzler gewählt. In seinem Kabinett befanden sich neun Mitglieder der Union, drei der FDP und ein Mitglied der Deutschen Partei. Noch gab es kein Außenministerium. Dieses wurde erst 1951 eingerichtet.
Am 07.10.1949 beschloss der Volksrat in der SBZ sich in eine provisorische Volkskammer umzuwandeln, die Verfassung in Kraft zu setzen und eine Regierung zu bilden. Die SMAD stimmte dem Vorhaben zu. Otto Grotewohl bildete ein Kabinett von 14 Mitgliedern. Es waren 6 von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), vier Parteilose, 3 CDU Angehörige, 2 Mitglieder der Liberal Demokratische Partei Deutschland (LDPD) und je einer von der Demokratischen Bauernpartei Deutschland (DBD) und National Demokratische Partei Deutschland (NDPD). Wilhelm Pieck wurde am 11.10.1949 zum Präsidenten gewählt. Es entstand die Deutsche Demokratische Republik (DDR), die mit Massenkundgebungen in Ost-Berlin gefeiert wurde. Aus dem SMAD wurde eine Sowjetische Kontrollkommission. Es wurde die Souveränität der DDR bekannt gegeben. Es wurden diplomatische Beziehungen zu anderen Ländern mit kommunistischer Führung aufgenommen, als erstes zur Sowjetunion. Die Bundesrepublik konnte zu diesem Zeitpunkt noch keine diplomatischen Vertretungen in anderen Ländern einrichten. Seit dem 7. Oktober 1949 gab es nun auf deutschem Boden zwei Staaten und eine geteilte Stadt. Beide Staaten beanspruchten für alle Deutsche zu sprechen, sie behaupteten demokratisch und friedliebend zu sein. Ihr Ziel sei die deutsche Einheit. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der DDR lagen hinter denen der Bundesrepublik zurück. Seit 1949 bis 1952 kamen aus der DDR 670.000 Personen in die BRD. Bis zum 13. August 1961 waren es dann 2.747.000 Menschen. Es bestand neben der katastrophalen wirtschaftlichen Lage keine politische Meinungsfreiheit. Die Kirchen waren in das atheistische Weltbild der DDR nicht einzufügen. Es erfolgte Trennung von Staat und Kirche. In beiden Staaten fanden wieder Personen einflussreiche Stellungen, die schon dem NS-Staat gedient hatten. Im September 1954 konnte eine Reglung über Wirtschaftsbeziehungen zwischen der DDR und der BRD erreicht werden. Adenauer hatte das Alleinvertretungsrecht der Bundesrepublik für alle Deutschen bei den Westmächten durchgesetzt. Nach der Währungsreform nahm der Konsumnachholbedarf in der BRD immer mehr zu. Der Blick war auf den Westen ausgerichtet. Reparationszahlungen wurden eingestellt. Der Koreakrieg in der Zeit von 1950 bis 1953 brachte einen Einbruch in die Konsumbegeisterung. Es kam zur Einschränkung von Rohstoffen. Die westdeutsche Schwerindustrie wurde nun gebraucht, um Grundmaterialien für die Rüstungsproduktion herzustellen. Alle Einschränkungen wurden abgeworfen. Das Wirtschaftswunder kam zur Blüte. Es kam der Zustand der Vollbeschäftigung. Die Bundestagsmehrheit beschloss Anfang 1952 die Aufstellung einer Wehrmacht, die in Verbindung mit den Westmächten einen deutschen Verteidigungsbeitrag leisten soll.
In der DDR waren Rationierungsmaßnahmen für Produkte des täglichen Bedarfs aufgehoben worden. Dennoch gab es ständig Versorgungsschwierigkeiten. Rechte und Pflichten der Arbeitnehmer wurden definiert. Hochangesetzte Normen waren nicht zu erfüllen. Über allem stand die Staatspartei und der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB). Das Kulturleben wurde durch die ideologischen und kulturellen Beschlüsse und Meinungen des Zentralkomitees bestimmt. Hier hatte immer die Sowjetunion als Vorbild zu dienen. Im Jahre 1951 wurden im Auftrag von Stalin die Weltfestspiele der Jugend und Studenten durch die Freie Deutsche Jugend (FDJ), in Berlin, ausgerichtet. Ihr Vorsitzender war Erich Honecker. Gleichzeitig wurden Schauprozesse, gegen Jugendliche, die sich dem Regime widersetzten, durchgeführt. Die nicht kommunistischen Parteien waren mit der SED und den Massenorganisationen in der Nationalen Front zusammen geschlossen. Hier waren alle von der SED geprägten Beschlüsse umzusetzen. Im Jahre 1952 kam es durch Moskau zum Angebot an die Westmächte mit einer sich zunächst bildenden Gesamtdeutschen Regierung einen Friedensvertrag zu schließen. Dieses stieß bei den Westmächten und der Bundesrepublik auf Ablehnung. Man verlangte in einer Gegennote zunächst freie Wahlen in beiden Teilen Deutschlands. Da man sich nicht einigen konnte, folgte die Errichtung einer 5 km breiten Sperrzone an der Grenze beider deutscher Staaten. Die SED beschloss den planmäßigen Aufbau des Sozialismus und den Klassenkampf verschärft zu betreiben. Man war davon überzeugt, dass auch die sozialistische Planwirtschaft eine Alternative zur kapitalistischen Wirtschaftsordnung sein könnte. Die Länder der DDR, wie Thüringen usw., wurden aufgelöst. An ihre Stelle traten 14 Bezirke. Bezirksvorsitzende traten an Stelle von Ministerpräsidenten. Nach dem Tod von Stalin im Jahre 1953 erhoffte man sich Erleichterungen, die aber nicht eintraten. Die Preise für Lebensmittel zogen an, die Arbeitsnormen zur Erfüllung der zum Ziel gesetzten Pläne, wurden heraufgesetzt. Am 16. Juni 1953 begann von der Stalinallee aus, eine Welle der Arbeitsniederlegungen über das gesamte Gebiet der DDR sich zu verbreiten. Standen zunächst wirtschaftliche Forderungen im Vordergrund, so wandten sich die Aufständischen auch Forderungen zu, die das politische System der DDR in Frage stellten. Es war ein politischer Aufstand geworden. Um die kommunistische Gewalt und den Fortbestand der SED - Herrschaft zu sichern griff auf Bitten der DDR-Regierung das sowjetische Militär ein und schlug den Aufstand brutal nieder. Der bei der Bevölkerung verhasste Walter Ulbricht ging gestärkt hervor. Politisch erfolgte die übliche Säuberungsaktion. Die Sowjetunion mühte sich die Eigenständigkeit der DDR zu betonen und erklärte sie im Jahre 1954 für souverän. Die Staatengemeinschaft, mit Ausnahme des Ostblocks, waren jetzt mehr bereit der BRD die Alleinvertretung der Deutschen zu zugestehen. Das Saarland kam in einem dreijährigen Eingliederungsprozess ab 1. Januar 1957 wieder zur Bundesrepublik Deutschland. Gegen den erbitterten Widerstand der Sozialdemokraten wurde Anfang 1954 das Grundgesetz geändert, über die Wehrhoheit der Bundesrepublik. Eine Neun - Mächte - Konferenz beschloss im Herbst 1954 den Beitritt der Bundesrepublik zur NATO. Dadurch waren eigene militärische Maßnahmen von Seiten der BRD unterbunden. Die auf dieser Konferenz beschlossene Souveränität der BRD wurde im Mai 1955 verkündet. Im Jahre 1955 reiste Konrad Adenauer mit einer Delegation des Bundestages nach Moskau und vereinbarte die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit den Sowjets. Konrad Adenauer machte die Aufnahme dieser Beziehungen abhängig von der Freilassung, der immer noch in Lagern lebenden Kriegsgefangenen. Neben der Annäherung an die UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjet Republik) war schon 1952 die Annäherung an den Staat Israel erfolgt.
Der Nachfolger von Verteidigungsminister Blank, Josef Strauß, trat für die Atombewaffnung der Bundeswehr ein. Dieses führte zu Unruhen und Demonstrationen. 1957 brachten Wahlen für die Unionsparteien die absolute Mehrheit. Es wurde aber Kritik an Adenauer immer lauter. Im Jahre 1959 wurde Heinrich Lübke Nachfolger von Bundespräsident Heuss. Bei den Wahlen im September 1961 hatte die Union die absolute Mehrheit verloren. Sie musste mit der FDP eine Koalition eingehen. Im Jahre 1963 trat Konrad Adenauer als Kanzler zurück. Sein Nachfolger wurde der Vater des Wirtschaftswunder Ludwig Erhard.

Die DDR schuf sich 1956 eine eigene Truppe, die Nationale Volksarmee (NVA) und führte ebenfalls die allgemeine Wehrpflicht ein. Im Jahre 1960 starb W. Pieck. An die Stelle des Präsidentenamtes trat ein Staatsrat, dessen Vorsitzender W. Ulbricht war. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in der DDR stimmten nicht mit der Planung überein. Der Flüchtlingsstrom von Arbeitern, Angestellten und Akademikern nach Richtung Westen wurde immer größer. Nach dem Treffen von Kennedy und Chruschtschow im Juni 1961 in Wien an dem sich herausstellte, dass ein Konflikt der beiden Führungsmächte unwahrscheinlich ist, wurde in Ostberlin mit sowjetischer Zustimmung Vorbereitungen zur Verhinderung der Massenflucht begonnen. Bei Ulbricht und Honecker lag die Organisation der Fluchtabwehr durch Errichtung einer Mauer um Westberlin und weiterer Absperrungen an den westlichen Grenzen. Dieses begann am 13. August 1961. Es wurden Schießanlagen und Minenstreifen errichtet. Kennedy kam nach Berlin. Die Berliner standen zu ihrem Regierenden Bürgermeister Willi Brandt. Der Mauerbau machte deutlich sichtbar, dass sich zwei deutsche Staaten politisch ablehnend gegenüber stehen. Familien wurden auseinander gerissen. Die DDR konnte durch den Mauerbau feststellen, dass eine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse eintrat und dass sich ihre Bürger nun mehr mit der DDR identifizierten. Mit der Zeit löste Ulbrichts Politik zunehmend Widerspruch aus. Unter dem Druck des Zentralkomitees der SED und des Kremls mit Generalsekretär Breschnew an der Spitze wurde Ulbricht im Mai 1971 zum Rücktritt veranlasst. Nach der Entmachtung Ulbrichts wurde Erich Honecker Generalsekretär des Zentralkomitees.
In der BRD kam es zu zunehmenden Spannungen über Haushaltsfragen im Kabinett Erhard. Der Kanzler Erhard trat zurück. Im Dezember 1966 kam es zur Aufnahme der Arbeit einer großen Koalition mit K. G. Kiesinger als Kanzler und dem SPD-Vorsitzenden W. Brandt als Vizekanzler und Außenminister. Bundesfinanzminister Strauß und Wirtschaftsminister Schiller konnten durch eine konzertierte Aktion zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise beitragen. Im März 1969 wurde G. Heinemann zum Bundespräsidenten gewählt. Bei der Bundestagswahl im Jahr 1969 bildeten die Sozialdemokraten und Freien Demokraten eine Koalition. Willi Brandt war Kanzler und Walter Scheel Vizekanzler und Außenminister. Die Außenpolitik wurde jetzt flexibler gestaltet. Es gelang der Koalition jedoch nicht die Konsequenzen einer weltweiten Rezession von der BRD fern zuhalten. Die Innerdeutsche Politik bekam neue Impulse. Es kam zu Gesprächen von Willi Brandt und dem Vorsitzenden des DDR-Ministerrat Willi Stoph in Erfurt und Kassel. Brandt erreicht eine Verbesserung der privaten Verbindung zwischen Ost und West. Es kam zu Abkommen über Gewaltverzicht mit Polen und der Sowjetunion. Das hatte eine Normalisierung der Beziehungen zur Folge. Im Jahre 1971 bekam Brandt den Friedensnobelpreis verliehen. Vor der Weltöffentlichkeit war gezeigt worden, dass auch die BRD eine Friedenspolitik zu betreiben gewillt war. Trotzdem ging der Konkurrenzkampf beider deutscher Staaten um Anerkennung in der Staatengemeinschaft weiter. 1973 wurden beide deutsche Staaten in die UNO aufgenommen. 1974 musste Brandt als Kanzler wegen der Guillaumeaffäre zurücktreten. Helmut Schmidt wurde Nachfolger von Willi Brandt. Außenminister wurde H. D. Genscher. Sie hatten sich die Behandlung der Arbeitslosigkeit, die Ostpolitik und eine Vertiefung der Kontakte zu den westlichen Verbündeten vorzunehmen. Hierzu kamen Schritte gegen die verstärkten Aktivitäten der politischen Terroristen. Im Jahre 1974 wurde Walter Scheel Bundespräsident. Im Jahr 1975 kam es zur Unterzeichnung der Schlussakte der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Helsinki. Karl Carstens wurde im Juli 1979 zum Bundespräsidenten gewählt. Bundeskanzler H. Schmidt wurde nach heftiger Debatte im Bundestag durch ein konstruktives Misstrauensvotum, bei dem auch einige Abgeordnete der SPD-Fraktion gegen Schmidt stimmten, gestürzt. Eine Koalition aus CDU und FDP kamen an die Macht. Am 1. Oktober 1982 wurde Dr. Helmut Kohl zum Bundeskanzler gewählt. Im Jahr 1984 wurde Richard von Weizsäcker zum Bundespräsidenten gewählt. Im Jahr 1987 verlor die CDU bei der Bundestagswahl 5 % der Stimmen, die aber durch Stimmengewinne der FDP ausgeglichen werden konnten. Die Koalition von beiden Parteien war somit wieder sichergestellt.

Das Bundesland Rheinland - Pfalz entstehtWir schreiben das Jahr 1945, der Krieg war vorüber. Wieder hatte unsere Heimat, unser Dorf, einen Blutzoll entrichten müssen. Bayern kam zur amerikanischen Besatzungszone. Nachdem Frankreich zu den Siegermächten zählte, wurde das Saarland, die Pfalz, Rheinhessen, der südliche Teil der Rheinprovinz und die Provinz Hessen-Nassau der französischen Besatzungszone zugeschlagen. Das Saarland wurde aber abgetrennt und als Staat, nach Frankreich gerichtet, betrachtet.
Die französische Außenpolitik war schon früh darauf ausgerichtet Gebiete westlich vom Rhein abzutrennen. Hier sollte sich ein Staat bilden der unabhängig oder nur lose mit dem übrigen Deutschland zusammen hing. Dieser Staat sollte eng an Frankreich gebunden sein.
Aus dem pfälzisch - mittelrheinischen Teil bildete die Besatzungsmacht ein Land mit dem Namen Rheinland-Pfalz. Er ging hervor aus den zusammengefassten Regierungsbezirken Trier und Koblenz mit Koblenz als Mittelpunkt sowie den Regierungsbezirken Pfalz und Rheinhessen mit Neustadt als Mittelpunkt. Somit wurde am 30.08.1946 unter der Regie der Franzosen das Land Rheinland-Pfalz gegründet.
Die französische Besatzungsmacht erlaubte schon sehr früh, im Dezember 1946, die Gründung von politischen Parteien. Zugelassen wurden unter anderem die kommunistische, die sozialdemokratische und die christlichdemokratische Partei. Später kam die FDP dazu. Die französische Besatzungsmacht war für Wahlen zur Landesversammlung. Die Landesversammlung sollte dann die künftige Verfassung des Landes ausarbeiten.
Am 15. September 1946 kam es zu Gemeindewahlen und am 13. Oktober 1946 zu Kreiswahlen. Nach den Wahlen bildete man zur Bestimmung der Abgeordneten des ersten Landesparlaments vier Wahlkörper aus Vertretern der Kreistage, sowie der Parlamente der Gemeinden mit über 7000 Einwohnern. Bei den durchgeführten Wahlen, am 17. November 1946, erreichte die CDP (Christlich Demokratische Partei) 70 Sitze und die SP (Sozialdemokratische Partei ) 41 Sitze.
Die erste Sitzung fand am 22. November in Koblenz statt. Die erste Landesregierung bildete, im Auftrag der Besatzungsmacht bis zur Gründung des ersten regulären Landtags, der Leiter des Oberpräsidiums Rheinland-Hessen-Nassau, Wilhelm Boden ( CP ).
Am 25. April 1947 wurde von der Landesversammlung die Verfassung von Rheinland-Pfalz mit 70 Ja - gegen 31 Neinstimmen verabschiedet. 26 Abgeordnete blieben der Abstimmung fern.
Im wesentlichen wurde die Verfassung von Adolf Süsterhenn, einem Rechtsanwalt aus Köln, ausgearbeitet.
Er war in den Jahren 1946 bis 1951 Justizminister von Rheinland - Pfalz. Zusätzlich war er seit dem Jahre 1947 noch zusätzlich Kultusminister.
Peter Altmeier, der von den Franzosen als Regierungspräsident in Montabaur im Jahre 1945 eingesetzt wurde, entwickelte sich immer mehr zu einer Persönlichkeit. Er war Mitbegründer der rheinland- pfälzischen CDU. Im Februar 1947 wurde er deren erster Vorsitzender. Gegenüber der Besatzungsmacht vertrat er die Ansicht, dass sich Rheinland-Pfalz nicht Verselbständigen sollte, wie es der Wunsch der Franzosen war, sondern ein Teil von Gesamtdeutschland bleiben sollte. Ihm kam es darauf an, dass Rheinland - Pfalz eine Brücke zu Frankreich schlagen soll.
Das Ergebnis der Landtagswahlen ließen das Alleinregieren der Christdemokraten nicht zu. Die Sozialdemokraten nahmen eine ablehnende Haltung gegen Wilhelm Boden als Ministerpräsident ein. Peter Altmeier fiel somit als CDU - Fraktionsvorsitzendem, das Amt des Regierungschefs im Jahre 1947 zu. Dieses Amt hatte er bis zum Jahre 1969 inne.
Die künftige Landeshauptstadt sollte Mainz werden. Nach heftigen Debatten im Landtag erfolgte am 16. Mai 1950 ein entsprechender Beschluss.
Der wirtschaftliche Aufschwung von Rheinland - Pfalz erfolgte gegenüber den anderen Ländern zunächst nur allmählich. Das lag jedoch an der bis zum Jahre 1948 dauernden Abschottung des französischen Besatzungsgebietes gegenüber den anderen Westzonen.

Die Ministerpräsidenten von Rheinland - Pfalz:

1946 bis 1947 Wilhelm Boden
1947 bis 1969 Peter Altmeier
1969 bis 1976 Helmut Kohl
1976 bis 1988 Bernhard Vogel
1988 bis 1991 Carl - Ludwig Wagner
1991 bis 1994 Rudolf Scharping
seit 1994 Kurt Beck.
(Lit.: Die Pfalz im 20. Jahrhundert, ein Rheinpfalz - Buch)

Aus unserem Dorfgeschehen XVIAm 10. Juli 1945 wurden die amerikanischen Truppen in Rheingönheim und Ludwigshafen durch die französische Armee abgelöst.
Am 1. Oktober 1945 konnte der Schulbetrieb in Rheingönheim wieder aufgenommen werden.

Gründung des CDU-OrtsverbandesIn der demokratischen Aufbruchstimmung nach dem 2. Weltkrieg wurde im Jahre 1946 in Rheingönheim ein CDU-Ortsverband gegründet. Der Gründungsvorsitzende war Jean Arendt. Sein Engagement für Rheingönheim und der CDU dürfte bei manchem Rheingönheimer noch in Erinnerung sein. Einer der Parteifreunde der "ersten Stunde" war Ludwig Hebgen. Fast zur gleichen Zeit etablierte sich am 2. Juni 1946,als Dachverband der ersten Ortsverbände, der Ludwigshafener CDU-Kreisverband. Im Vorfeld der damals noch notwendigen Genehmigungsverfahren durch die französische Militärregierung in der Pfalz gab es Diskussionen über die Frage, ob die Parteien aus der Weimarer Republik, wie das Katholische Zentrum, die Bayerische Volkspartei, die Deutsche Demokratische Partei, der Evangelische Volksdienst und andere wiedererstehen sollten. Schon Ende 1945 wurde deutlich, dass eine überkonfessionelle christlich-demokratische Volkspartei der Mitte neben anderen demokratischen Parteien die Antwort auf die Weimarer Zeit sein müsste. An der Gründung und Namensgebung der "Christlich Demokratischen Union" (CDU), waren aus unserer Region maßgebend beteiligt: Pfarrer Johannes Fink aus Limburgerhof, der Bürgermeister Gustav Wolff aus Landau und Dr. Ludwig Reichert, seit November 1945 Bürgermeister von Ludwigshafen an der Seite von Oberbürgermeister Valentin Bauer (SPD).

Aus unserem Dorfgeschehen XVIIIn seiner äußeren Silhouette und seinem inneren Getriebe ist die Gemeinde auch 1947 dörflich geblieben. Man geht heute auch noch aufs Bürgermeisteramt, um sein Anliegen vorzutragen.

Der derzeitig amtierende Stadtrat heißt Hofer.

Von der ortseigenen Industrie sind die Woellner Werke für die gesamte französische Besatzungszone als Zulieferant tätig. Von Bedeutung ist auch die Faßfabrik Nilhas, während die Weizenbierbrauerei zeitbedingt unter Produktionskapazität leidet, und die Ziegelei still liegt.

Die vielseitigen Wunden des Krieges sind mittlerweile mit einem ersten Pflaster versehen worden. Trümmerschutt ist nicht mehr zu finden, man war fleißig und hat die Überreste der rund 50 zerstörten Häuser schnell beseitigt. Allerdings mahnen die Baulücken noch an die schlimme Zeit bei der auch beide Kirchen ganz und teilweise zerstört wurden. Auch hindern zahlreiche betonierte Flakstellungen auf den Äckern die Bauern noch an der Nutzung der Agrarflächen. In der Betrachtung des Waldes sind die Rheingönheimer optimistisch, doch sie wollen dieses in der nächsten Generation versuchen zu lösen.

Am 18. Juli 1948 erfolgte die Glockeneinholung der protestantischen Kirchengemeinde mit einem Zug durch die Hauptstraße, gesäumt von Menschen, zur Kirche. Pfarrer war in dieser Zeit Theodor Kuntz, der von 1937 bis 1954 dieses Amt inne hatte.

Am 9. Mai 1949 nahmen 632 und am 8. Juni 1949 674 Schulkinder an der Hoover-Speisung teil.
Viele Bürger unseres Dorfes haben es der Quäkerspeisung zu verdanken, dass sie die Nachkriegszeit überlebten. Große Mengen Hilfspakete erreichten die Diakonissenhäuser, von wo aus die Bevölkerung versorgt wurde.

Bis zum Jahre 1950 diente am Ende der Riedlang die "Gaulsschwenk" den Landwirten als Pferdebad. Viele Kinder benutzten sie als Planschbecken. Die Pferdeschwemme wurde als Fischweiher und im Winter als Schlittschuhbahn genutzt.

In Folge der Nachkriegszeit herrschte auch an der Rheinschule zu Rheingönheim im Jahr 1951 Kohlenmangel. Der Unterricht wurde deswegen teilweise ins Schülerbad verlegt.

Das ehemalige Haus des Glasermeister Konrad Fries in der Hauptstraße wurde im Jahr 1931 von der Gemeinde Rheingönheim angekauft und von der daneben wohnenden Familie Karl Fischer, Betreiber der Wirtschaft "Rheinpfalz", im Jahre 1952 gekauft und abgerissen. Nach dem Tod von Else Fischer, der Wirtin der "Rheinpfalz" wurde in den Jahren 1995 / 1996 die Wirtschaft abgerissen und hier in den Jahren 1996 / 1997 die Hauptzweigstelle der Kreissparkasse Rheingönheim errichtet, die dann im Februar 1997 eröffnet wurde Die Hauptzweigstelle befand sich zuvor ebenfalls in der Hauptstraße im ehemaligen Warenhaus Max Fischer. Max Fischer war Vorsitzender des jüdischen Synagogenausschuss. Er war ein Freund und Gönner vieler Rheingönheimer Vereine.

Nachdem die protestantische Kirche von Rheingönheim im 2. Weltkrieg schwer beschädigt wurde, konnte der Richtkranz über dem Kirchenschiff am 14. 07.1952 aufgehängt werden. Die Kirche wurde mit einem Einweihungsgottesdienst zum 1. Advent, am 30. November 1952, neu geweiht. Die Kirche war bis auf den letzten Platz mit Rheingönheimer Bürgern besetzt. Das damalige an der Feier teilnehmende Presbyterium bestand unter anderem aus den Mitgliedern: Jakob Müller, Jakob Gimmy, Jakob Baumann, Eugen Weißmann, Adam Frech, Karl Fischer, Ludwig Reinhardt, Heinrich Fischer und Georg Huber.

Im Jahr 1953 gewann der Rheingönheimer Richard Fischer den Wettbewerb der Gespannfahrer, der im Ebertpark zu Ludwigshafen durchgeführt wurde.
Im Jahre 1954 erfolgten die ersten größeren Renovierungsarbeiten an der Mozartschule. Die Kosten lagen in der Größenordnung von etwa 50.000 DM.

Durch Hochwasser im Frühjahr 1955 stand das " Weiße Häusel ", ein beliebtes Ausflugziel der Rheingönheimer, unter Wasser.
Im Oktober 1955 kam der von der Firma Herrmann Völker gebaute erste Rüben-Vollernter bei der Zuckerrübenernte zum Einsatz.
Im Jahre 1955 wird die renovierte katholische Kirche wieder für den Gottesdienst in Betrieb genommen.
Im Jahr 1955 erlässt der Stadtrat Ludwigshafen Satzungen über die Errichtung eines Ortsbeirates in Rheingönheim.

Im Jahre 1956 steht in der Presse, dass die Ortsvorsteher von Oggersheim und Rheingönheim schlecht bezahlt werden.

Im Jahre 1959 wird begonnen, den Erweiterungsbau der Mozartschule in die Tat umzusetzen. Hierzu müssen 10 alte Linden gefällt werden, was den Unmut der Rheingönheimer Bevölkerung hervorruft.

Im Jahre 1960 wird der Erweiterungsbau der Mozartschule eingeweiht.

In den 60er Jahren hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft GAG mit der Errichtung von 3 Wohn - Hochhäusern und mehreren Wohnblöcken in der Kornackerstraße die herrschende Wohnungsnot lindern können. In Rheingönheim sind nun verschiedene Bauformen vertreten.

Im Jahre 1962 erfolgt die Einweihung der renovierten Rheinschule.

Im Jahre 1963 muss wegen Heizölmangel der Schulbetrieb im Neubau der Mozartschule für eine Woche ruhen. Auch so etwas passiert im Wirtschaftswunderland.
Außerdem wird in diesem Jahr die neue Turnhalle der Mozartschule feierlich der Bestimmung übergeben.

Renoviertes Fachwerkhaus bereichert den Ortskern von Rheingönheim:
Das Haus in der Hauptstraße 177, einer der drei letzten Fachwerkbauten in Rheingönheim, wurde bis auf die Eichenbalken abgetragen und in Handarbeit wieder aufgebaut. Die Eichenbalken sind unbeschädigt und stabil, so dass das gesamte Fachwerk übernommen werden konnte.
Mehreren Generationen der Familie Frey hatte das Fachwerkgebäude als Wohnhaus gedient. Bis in die 50er Jahre war hier ein Bauernhof mit anschließenden Wirtschaftsgebäuden.
Aus Erzählungen ist zu entnehmen, dass bis Anfang dieses Jahrhunderts in diesem Haus Sonntagsschule abgehalten wurde. Lehrerzimmer und Schulsaal, in dem sieben Klassen unterrichtet wurden, befanden sich im Erdgeschoß. Der Eingang und die große Sandsteintreppe an der Straßenfront wurde erst viel später entfernt.
Die Vermutung liegt nahe, dass um 1840 das gleiche Haus auf dem Standplatz des heutigen Gemeindehauses gestanden hat, dann um 1875 versteigert wurde, und daraufhin an der heutigen Stelle aufgebaut wurde. Bestärkt wird dies durch eine alte Reliefkarte, aber auch dadurch, dass jeder Balken eine eingeschnitzte Nummer trägt. Dadurch kann das Haus mühelos auseinander genommen werden und an anderer Stelle so wieder aufgebaut werden.

In den Jahren 1966 / 1967 wurde das Anwesen von Adam Riedel in der Hauptstraße abgerissen. Auf diesem Gelände wurde die Stadtsparkasse, Zweigstelle Rheingönheim, gebaut. Die Zweigstelle wurde am 1.12.1968 eröffnet.

Im Jahre 1969 wurde die damals weithin bekannte Wirtschaft "Zur Sängerhalle", Vereinslokal des Gesangsverein Germania, später "Gasthaus Maus" abgerissen. Der Abriss erfolgte wegen dem Schnellstraßenbau A 653.

Im Jahr 1970 wurde der eiserne Steg über die Gleisanlagen der Bundesbahn am Bahnhof Rheingönheim abgerissen. Dieser wurde durch die neue Straßenführung nicht mehr benötigt. An seine Stelle kam eine Fußgängerrunterführung.
Im gleichen Jahr erfolgte die Auflösung der katholischen Bekenntnisschule in Rheingönheim.

Im Jahr 1971 wurde das Haus von Ludwig Gimmy, Hauptstraße 88, abgerissen. Heute befindet sich dort der Hof der Druckerei Kröner.

Im Jahre 1972 erfolgte die Herausnahme der Straßenbahn aus dem Ortskern von Rheingönheim. Sie führt jetzt zwischen der Kornackerstraße und Almelstraße an den Nachtweidgärten entlang. Die Endhaltestelle, die sich am Rheingönheimer Gemeindehaus befand wurde neben die Sportanlage der "TG Frei Heil" am Hohen Weg verlegt.

Im Herbst 1973 und im Frühjahr 1974 wurde der so genannte "Atzelhof" abgerissen. Dieser "Atzelhof" entstand durch die große Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg. Die Bewohner waren kinderreiche, sozialschwache Familien. Nach dem Abriss wurde das Gelände wieder dem Wohnungsbau zugeführt. Es entstanden Reihenhäuser, die von einem Bauträger erstellt und verkauft wurden.

Im Jahre 1975 wurde die Gemarkung Oberweide ein Opfer des motorisierten Zeitalters. Die zur Schnellstraße ausgebaute Ortsumgehung weißt heute eine starke Verkehrsdichte mit entsprechendem Lärm aus. Denn idyllischen Spaziergang über die Oberweide mit den Beobachtungen der Tierwelt (Rehe, Hasen, Fasanen, Rebhühner) gibt es nicht mehr.
Das unvollendete "Rheingönheimer Kreuz" wartet auf den Anschluss zur projektierten Altriper Brücke. Die Priorität des Vorhabens wurde geändert, seine Realisierung aber keinesfalls aufgegeben.

Im August des Jahres 1978 wurde das erste Rheingönheimer Straßenfest nach einer Idee von Walter Etter von den hier ansässigen Vereinen durchgeführt. Hierzu war die Hauptstraße vom Gemeindehaus bis zur Weizenbierbrauerei in eine Fußgängerzone verwandelt. Ursprünglich ohne Schutz gegen das Wetter, saßen die Festbesucher, heute mittlerweile unter den verschiedensten Dachkonstruktionen. Alle Rheingönheimer Vereine beteiligten sich durch einen dekorierten Stand mit diversen Essen - Getränkeangeboten. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen. Mehr dazu in der Straßenfestchronik.

Am 20. März 1979 verstarb im Alter von 102 Jahren die älteste Einwohnerin des Stadtteils Rheingönheim, Frau Luise Zickgraf, wohnhaft in der Eisenbahnstraße.
Der Winter 1979 war ein schneereiches Jahr. Auch die Rheingönheimer Bürger waren ständig mit Schneeräumen beschäftigt.

Die Aussöhnung von Franzosen und Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg führte zur Städtepartnerschaft zwischen Ludwigshafen und Lorient. Sie führte auch in Lorient und Rheingönheim zu menschlichen Bindungen. Karlheinz Lehr, wohnhaft in der Riedlang heiratete am 17.08.1974 seine Frau Martine geb. Fraper in Lorient.
Am 29.09.1979 fand die Hochzeit von Gilbert le Bouar, Lorient, mit der Rheingönheimerin Ute Esselborn statt.

Im Jahre 1980 kommt es infolge starker Zuwanderung ausländischer Familien zur Bildung einer deutsch/türkischen Hauptschulklasse in der Mozartschule.
In den Jahren 1980 / 1981 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Arminiaplatz am Hohen Weg ein GAG - Häuserblock sowie ein Altenwohnheim als Ruhesitz für Einzelpersonen und Familien erbaut. Der Bezug der Wohnungen erfolgte im 2. Halbjahr 1981.

Am 10. November 1983 wurde das Schulmuseum in der Mozartschule der Öffentlichkeit anlässlich des Jubiläums der Mozartschule von Rektor Theodor Berger und seinem unermüdlichen Helfer Walter Schäfer vorgestellt. Die hier gezeigten Gegenstände helfen den Unterricht in Heimatkunde zu veranschaulichen. Hier befindet sich auch der Entwurf des Rheingönheimer Wappens aus dem Besitz von Architekt Willi Horlacher.

In den Jahren 1984/1985 wurde von seinem letzten Besitzer, Otto Fischer, das ehemalige Haus des Wagnermeisters Jakob Gimmy in der Hauptstraße, gegenüber der Einmündung der Schwanengasse, renoviert. Es stellt mit seinem herausgelegten Fachwerk ein Schmuckstück für die Hauptstraße dar. Das Haus ist nach seiner Renovierung ein Geschäftshaus.

Im Jahre 1985 erreicht der Schüler Ulrich Fuhrmann unter 4603 Teilnehmern den 4. Platz im Aufsatzwettbewerb. Sein Thema. "Der letzte Ackergaul in Rheingönheim".

Am 25.02.1985 ist Johannes Schwäger im Alter von 92. Jahren verstorben. Am 06.11.1982 wurde er für 75 - jährige Mitgliedschaft im Turnverein beim Vereinsball geehrt. Zu seinem 90. Geburtstag im Jahre 1983 nahm er die Glückwünsche von Ortsvorsteherin L. Lang und Oberbürgermeister Dr. W. Ludwig entgegen. 76 Jahre war er Mitglied und Ehrenvorsitzender der KG "Klotzgrumbeer". Mit 91 Jahren beteiligte er sich noch als Ehrengast in der Kutsche sitzend am Sommertagsumzug der Vereine von Rheingönheim.

In der Nacht zum 14. Juni 1986 fiel ohne fremdes Einwirken, das unbewohnte ehemalige Anwesen Dürrfeld in der Reinwaltstraße 4 in sich zusammen.
Mit einem Festgottesdienst wurde die Altarweihe der neu renovierten katholischen Kirche am 07.12.1986 festlich begangen.
1986 erfuhr die Raiffeisenbank eine Renovierung und Gestaltung ihres Außenbereichs. Im Jahre 2000 wurde die Raiffeisenbank geschlossen. Auf dem Gelände wurden Einfamilienhäuser gebaut. Friedrich Wilhelm Raiffeisen, geboren 1818, war Begründer der nach ihm benannten Raiffeisenverbände. Durch die von ihm gegründeten Spar - und Darlehenskassen versuchte er der ärmlichen ländlichen Bevölkerung Kredite zu verschaffen. Raiffeisen versuchte Selbsthilfe und staatliche Unterstützung zu kombinieren.
Der Zimmermeister Walter Deutschel verstarb. Bei ihm wurde das Gebälk für sehr viele Rheingönheimer Dächer zugerichtet.

In den Jahren 1986 und 1987 wurden umfangreiche Auswechslungen des Leitungsnetzes in der Königstraße und Carolistraße vorgenommen.

Im Jahre 1987 gab es noch folgende landwirtschaftliche Betriebe in Rheingönheim:
Baumann Robert, Jakobsgasse
Brug Walter, Hauptstraße
Deuschel Karl, Hauptstraße
Fischer Albert, Hauptstraße
Fischer Horst, Hauptstraße
Fischer Karl - Heinz, Assenheimer Weg
Frey Hans, Schulgässchen
Frey Norbert, Hauptstraße
Köhler Werner, Hauptstraße
Mickert Alfred, Schmiedgasse, (Fischer Heinz)
Pfarr Hardy, Jakobsgasse
Schmidt Winfried, Jakobsgasse
Sponagel Rudolf, Am Gänsberg (Gemarkung Limburgerhof)
Zickgraf Heinrich, Hauptstraße

Die Abnahme der landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetriebe in Rheingönheim verlief wie folgt:

1938: 68 Betriebe
1950: 48 Betriebe
1960: 37 Betriebe
1970: 32 Betriebe
1980: 21 Betriebe
1987: 14 Betriebe

Im Jahre 1988 wurde das 10. Straßenfest und gleichzeitig 50 Jahre Zugehörigkeit zur Stadt Ludwigshafen gefeiert. Aus diesem Anlass entschloss sich Dieter Bauer einen Porzellanteller in limitierter Auflage brennen zu lassen. Als Motiv wurde das Gemeindehaus nach einem Motiv von Zörner Kampia gewählt. Der Porzellanteller fand große Resonanz. 10 Tage nach dem Straßenfest waren keine Teller mehr zu haben.

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